EDOHM – Euch auch?

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Einer da oben hasst mich

Hollis Seamon

Cbt, 2014

978-3570162835

14,99 €

Amazon

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Richard ist ziemlich cool auf seine letzten Tage. Er wohnt in einem Sterbehospiz und mischt die Patienten und Schwestern ganz schön auf. Halloween? Ein willkommenes Fest! Trübsal blasen? Wozu, er stirbt ja sowieso. Tag ein, Tag aus beweist Richard, dass Sterben keine traurige Veranstaltung sein muss und gibt seinem kurzen Leben noch mal einen Sinn.

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DieProtagonisten

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Richard ist vielleicht ne Marke. Da denke ich, dass ich ein Buch lesen werden, das mich traurig macht und dann bringt der Depp mich dauernd zum Lachen. Und schmunzeln und zum Nicken. Er ist einfach toll. Seine Art mit der Krankheit umzugehen scheint nicht die Selbstverständlichste zu sein, aber sie ist einfach erfrischend. Zwischen all denen, die sich nur Gedanken machen und Gott verfluchen, ist es Richard der denkt: „Scheiß drauf!“ Das meint er zwar oft auch nicht ernst und macht sich wirklich Gedanken (keine Angst), aber in seiner Situation ist er einfach ein Wunder. Ich glaube nicht, dass ihr Leser Richard verpassen sollten, denn er ist wirklich ein Unikat.

Richards Onkel sorgt für viel Wirbel und man merkt, dass die beiden verwandt sind. Kann es sein, dass Little Richard etwas von ihm geerbt hat? Sein Temperament? Ich stimme dem zu, denn mit den beiden auf die Piste zu gehen, ist einfach ziemlich cool.

Dann gibt es da noch die anderen Patienten, allen voran ein junges Mädel mit dem noch einiges passieren wird. Auch sie mochte ich sehr gerne, obwohl sie etwas nachdenklicher ist und nicht alles auf die leichte Schulter nimmt. 579035_638779992813944_432554395_s

Kulisse

579035_638779992813944_432554395_sSterbehospiz als Kulisse, da darf ich wohl skeptisch sein. Ist ja auch nicht das erste Buch, das ich lese, in dem es um eine tödliche Krankheit geht. Aber dieser abgeschlossene Raum hat es in sich. Der Umgang mit den Mitpatienten, Richards Zimmer, sein Besuch – alles trug dazu bei, dass ich mich in seiner Welt zurechtfand und da auch gar nicht mehr weg wollte. Es war authentisch, aber auch an einigen Stellen verrückt. Aber wenn du stirbst, warum sollen sie Dir Süßigkeiten verbieten?

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Handlung

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Sterben ist immer ein heikles Thema und umso schwieriger, wenn es mit Kindern passiert. Viele Bücher in diese Richtung habe ich schon gelesen und nicht von allen war ich begeistert. Dieses ist aber erfrischend anders und wenn es eine „Top 3 – Der Sterbensbücher“ geben würde, wäre dies auf jeden Fall dabei.

Richard ist schon anders, da braucht die Geschichte eigentlich keine außergewöhnliche zu sein. Aber die Kulisse ist echt abgefahren, denn in einem Hospiz war ich noch nie. Richard mischt den Laden auf und der Leser bekommt ein Gefühl dafür, wie abgeschottet diese Menschen eigentlich sterben. Viel Freude gibt es da nicht und das ändert unser junger Mann, der sich nicht einfach so langweilen will, egal ob er nun isst und kacken kann oder nicht.

Die Dinge, die er tut, sind nicht allzu realitätsfern, haben mit seinem Alter zu tun und wie er eigentlich gelebt hätte, wenn er gesund gewesen wäre. Toll ist, dass er nicht wie viele Jugendliche in anderen Bücher eine Liste hat, die er abarbeiten muss. Er ist ziemlich spontan, hat aber manchmal auch eine gewisse Vorstellung. Den Rest erledigen sein Onkel oder seine Mitpatientin.

So entstehen viele Situationen in denen ich lachen muss und immer wieder denke ich: „Der soll nachher sterben?“ Dass ich das nicht will, scheint klar zu sein, aber anstatt nachher Tränen zu vergießen, bin ich so abgeklärt wie Richard und danke ihm nur für seine Geschichte.

Dieser Umstand hängt wohl am meisten mit seiner Sicht auf die Dinge zusammen, die eben oft flapsig ist und so eine Art „Was kostet die Welt?“ Attitüde verkörpert. Aber klar: Warum jemanden etwas verbieten, was er eh bald nicht mehr haben/machen kann? Warum jemanden bestrafen, der bald sterben wird? Dieser Gedanken beschäftigt Richard und auch den Leser unterschwellig immer wieder. Außerdem verbreitet natürlich das Buch den Gedanken „Leb dein Leben, es könnte irgendwann sehr schnell vorbei sein.“ Aber dies ist nie so aufdringlich, dass ich genervt die Augen verdreht habe.

Richard war/ist ein toller Protagonist und ich bin froh ihn getroffen zu haben. 
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Diegestaltung

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„Einer da oben hasst mich“ besticht erst mal durch den Titel, den ich im Deutschen sehr mag. Den haben sie gut beibehalten. Das Cover selbst ist jetzt keine wunderhübsche Ausnahme, aber es ist okay. Dafür, dass das Buch nur 256 Seiten hat, ist es voll gepackt mit Leben, Liebe und Ironie. Tolle Mischung, die manch dickes Buch nicht hat.

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DieBewertung

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I Love this Book 🙂 Es war so urkomisch und Richard ein Protagonist, den ich nur lieben konnte. Die Krankheit ist zwar immer da, wird aber so wunderbar verpackt und um den Finger gewickelt, dass ich zwischendurch immer dachte: Richard? Der stirbt nicht!

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