Gibt es eine Bücherdämmerung?

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Bücherdämmerung

Über die Zukunft der Buchkultur

Detlef Bluhm (Hrsg.)

Lambert Schneider, 2014

978-3650400031

19,95 €

Amazon

Flipintu

579035_638779992813944_432554395_sOb die vor uns liegende ›Bücherdämmerung‹ als Morgen- oder Abenddämmerung zu bewerten sein wird, entscheidet sich in allernächster Zeit. Fest steht schon heute, dass die Digitalisierung einschneidende Veränderungen für die Verlagsbranche und den gesamten Buchmarkt mit sich bringen wird. Und die Umwälzungen treffen die Leser nicht minder. Neun Autorinnen und Autoren, allesamt ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet, wagen in diesem Band ohne Untergangsstimmung einen Blick auf die tiefgreifenden Veränderungen, denen sich die Buchbranche in Zukunft stellen muss: Wird die Digitalisierung das Schreiben verändern? Wie sehen die sozialen Netzwerke von morgen aus? Mit welchen technischen Entwicklungen ist in den nächsten Jahren zu rechnen? Stirbt das gedruckte Buch gar aus?

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Was tun wir? Wir lesen und schreiben darüber. Wir reden über Bücher, die uns gefallen und welche, die wir nicht mochten. Früher schlug man die Zeitung auf und las dort Rezensionen. Heute stöbere ich durch Blogs, surfe auf Amazon, Bücher.de und Weltbild. Ich kaufe meine Schuhe online, ich schaue erst bei H&M online, um dann ins Geschäft zu gehen. Könnte ich mein Gemüse zuverlässig online kaufen, würde ich es tun?

Aber zurück zu unseren Schätzen: den Büchern und Geschichten. Ich habe eine große Bibliothek mit 2000 Bücher. Jede Woche kommen neue dazu und andere verlassen mich wieder. Und dann fragen mich Menschen: Warum liest du nicht online? Leihst Dir Bücher aus der Onleihe aus oder hast einen E-Reader?

Ich habe einen E-Reader. Er hat eine hübsche Tasche und zu besonderen nässen benutze ich ihn auch. Wann? Wenn ich muss. Wie lange? Hoffentlich nicht ganz so lang, denn ich vermisse das Gefühl ein Buch in der Hand zu halten. Das Geräusch, wenn ich eine Seite umblättere. Den Geruch, wenn ich es aufschlage. Kann dies ein E-Reader ersetzen? Nein, aber ich könnte meine ganze Bibliothek in die Tasche stecken …

Das ist die Entwicklung. Viele Menschen lesen auf dem E-Reader oder dem PC. Und ich sage: Jedem das seine. Aber genau da fragt dieses Buch: Gibt es eine Bücherdämmerung? Ist es ein Neubeginn für das Buch, diese Entwicklung? Oder ist es der Abgesang eines Mediums?

Was mich wirklich gefreut hat, ist, dass die Autoren vorsichtig mit der Sache umgehen. Niemand haut mit dem Holzhammer auf den Tisch und sagt: Das Buch geht unter. Aber auch niemand sagt: Das Buch kann vom E-Reader nicht lernen und anders herum. Auch die modernen Socialmedia Kanäle werden besprochen.

Was steckt hinter der Werbung bei Facebook? Was kann ein E-Book bald noch und wie könnte das Buch ein Teil des vierten Medienumbruchs sein und bleiben? Alles Fragen, die leicht verständlich besprochen werden. Keine unnötigen Fachausdrücke und tausende Zahlen, die man nach dem Lesen sowieso wie so wieder vergisst. Kurze, knackige Argumente – ein Für und Wider, was der Leser verstehen kann, das hat Detlef Bluhm zusammengetragen. Und auch er selbst hat Aufsätze zum Thema geschrieben, sogar ganz Bücher, die jetzt auf meinem Wunschzettel stehen. Auch ein Laie in diesem Gebiet kann in diese Zukunft gucken.

DieBewertung

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Die Aufsätze sind alle gut zu gänzlich und damit für Anfänger auf diesem Gebiet geeignet. Wer unbedingt ganz neue Ansätze und bahnbrechende Entdeckungen machen will, muss sich an ein anderes Buch wenden, denn ihr gibt es einen Forschungsstand zu lesen, der Fachmänner und Frauen schon bekannt sein wird. Für mich war es interessant zu lesen, da es einen Ausblick darauf gibt, was uns vielleicht erwartet. Mal plakativ, mal statistisch belegt und mal sehr wahrheitsgetreu.

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4 Kommentare

  1. Ich denke auch, dass sich die Buchwelt verändert hat durch digitale Welt. Ganz unausweichlich. Nicht nur unser Leseverhalten hat sich verändert, auch die Bücher. Und damit meine ich nicht nur das Aufkommen von ebooks. Die Abenddämmerung oder Untergangsstimmung, die viele meinen vorauszusehen, sehe ich nicht so. Meines Wissens nach hat noch kein Medium das andere vollständig verdrängt: der Fernseher nicht das Radio oder Buch, und das Internet nicht die Briefe, Bücher oder das Fernsehen. Ich bin gespannt, was die Zukunft noch bringt.

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