Das Glück der blauen Stunde

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Das Glück der blauen Stunde

Bertina Henrichs

Hoffmann und Campe, 2013

978-3455403763

17,99 €

Amazon

Ein paar Worte zur Autorin: 

Ich kenne ihre Bücher schon seit „Die Schachspielerin“ und habe dieses Buch wirklich geliebt. Dazu gibt es auch einen Film, den ich nicht so empfehlen kann – leider. Auch das Buch „That’s alright Mama“ ist witzig und nicht so existenziell geprägt wie dieses Buch oder „Die Schachspielerin“. Aber es muss ja nicht immer ein leichtes Buch sein und so schreibt die Autorin vor toller Kulisse meist Bücher mit einer Botschaft. Hier im Bücherchaos habe ich „Ein Garten am Meer“ besprochen: Rezension.

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Delphine lebt dort, wo ich gerne wäre: in Paris. Doch irgendetwas bedrückt sie, passt nicht in ihr Leben und macht sie rastlos. Ihr Freund sieht das ganz anders, liebt die Hektik von Paris und ist gar nicht begeistert, als Delphine ein Haus an der Küste erbt. Sie ziehen dort hin und ab da fragt sich Delphine, wo das Glück der blauen Stunde bleibt . . .

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DieProtagonisten

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Delphine ist eine Frau, die sich am Anfang sehr unterdrücken lässt, obwohl das nicht das richtige Wort ist. Zwar ist ihr Mann/Freund/Partner ein ganz netter und jeder fragt sich, warum er gerade Deponie genommen hat (Frechheit), aber irgendwie mag ich ihn nicht. Er ist die Art Mann, der zwar eine selbstständige Frau haben will, aber wenn sie einen Wunsch äußert oder ihr Leben verändern will, ist er dagegen.

Deswegen bin ich von Anfang an auf Delphines Seite. Leider entwickelt sie erst sehr spät ihren Kämpferinstinkt, weint eher und ärgert sich über sich selbst. Dazwischen versucht sie Freunde zu gewinnen, was mehr schlecht als recht funktioniert. Und da merke ich auch, dass ich mit dem Buch nicht ganz zufrieden bin. Die Konflikte sind mir fast etwas zu kurz, weil Delphine schnell aufgibt, wenn sie nicht gleich gewinnt und einen großen Knüller gibt es auch nicht.

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Kulisse

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Erst sind wir in Paris und das Buch hat schon gewonnen. Ich mag es, wie die Autorin ihre Protagonisten in Frankreich leben lässt und wie der Leser das Lebensgefühl spürt. Später leben wir in einem alten Haus mit Geheimnissen in der Provence. Auch da bin ich sehr gerne. Die Menschen in dem kleinen Dorf werden gut dargestellt, man merkt, dass Fremde nicht willkommen sind und so ist dort das Leben nicht ganz einfach. Sagt jemand, der 21 Jahre in einem Dorf gelebt hat 😉

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Handlung

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Es ist eine Art Entwicklungsroman, ein Roman über eine Frau, die sich selbst finden muss, um zu erkennen, dass das Glück ganz nah sein kann. Mit der französischen Kulisse ist es wie mit Delphines Leben: sie ist rau, aber herzlich. Und wenn sich der Menschen umgewöhnen muss, ist er schneller zu Veränderungen bereit. 

Es gibt einige Männer, die sich mit ihr streiten, mit ihr reden und sie wieder sehen wollen. Das wird alles nicht sehr aufgebauscht, sondern geschieht ruhig und gelassen. Manchmal fehlt mir ein Einblick in die Gefühle der Protagonistin, obwohl sie an manchen Stellen sehr offen ist.

Wenn es zur blauen Stunde kommt, mag ich es, wie die Autorin den Stand der Sonne beschreibt, einen Blick auf die Pflanzen wirft und die  Umgebung beschreibt. Da sind sie dann, die Sätze, die mich verzaubern und die mich ein bisschen an die „Schachspielerin“ erinnern. Natürlich ist es fast nicht tragbar, dass alles von Bertina Henrichs mit diesem Buch verglichen wird, aber auch ich kann es nicht abstellen, weil ich mich damals so Zuhause gefühlt habe, in einem Buch, das damals nicht meinem Beuteschema entsprach.

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Diegestaltung

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Zum Inhalt passt das Bild auf dem Cover perfekt. Es zeigt die Idylle, die ich in der Provence erwarte, aber selbst nie gesehen habe. Also könnte es theoretische auch ein Hügel in Italien sein 😉 Ich hoffe mal nicht! An der Gestaltung gibt es nichts zu meckern, ich habe auch keine auffälligen Rechtschreibfehler gefunden.

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DieBewertung

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Es gibt drei Bücherpunkte von mir. Zwar mochte ich die Atmosphäre und kann sagen, dass Delphine eine starke Frau ist, aber irgendwie hat mir ein richtiger Höhepunkt gefehlt – einen, den ich nicht vorhergesehen habe. Dadurch verliert die Geschichte für ein bisschen von der Intensität, die ich sonst bei Bertina Henrichs gewohnt bin.

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