Drowning

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Drowning

Rachel Ward

Chickenhouse, 2013

978-3551520524

14,99 €

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Er kommt zu sich. Ein Tropfen trifft sein linkes Auge. Dann schießt Regen aus dem grauen Himmel. Er dreht den Kopf zur Seite, spuckt Schlamm und Kies aus, entdeckt ein Gesicht, wenige Meter entfernt. Haare kleben wie dünne Schlangen auf der Stirn. Aus dem Mundwinkel rinnt Wasser. Bleiche Haut, dreckverschmiert, geschlossene Augen. Es ist sein eigenes Gesicht! Als Carl aufwacht, ist Rob tot. Doch Carl kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sein Bruder ertrunken ist, oder warum sie an dem See waren und auch nicht, weshalb Neisha, die offensichtlich bei ihnen war, Todesangst vor ihm hat. Er weiß nur, dass er herausfinden muss, was passiert ist. Bevor vollendet wird, was an jenem Tag begann.

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DieProtagonisten

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Es dreht sich alles um Carl und seinen toten Bruder Rob. Schade nur, dass Rob tot ist, denn er gefällt mir fast besser. Er hat Ecken, die mich zur Weißglut treiben, so dass ich ihn schütteln will.

Dagegen wirkt Carl recht stumpf, auch wenn ich sein Verhalten ein bisschen nachvollziehen kann. Schließlich ist er erst einmal geschockt und kann sich nicht erinnern. Aber was bringen mir seine Probleme, wenn er sonst langweilig ist und keine Beziehung zu mir, dem Leser, aufbauen kann? Wenig. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich während der Geschichte irgendwie entwickelt. Sonst glänzt die Autorin immer mit mysteriösen und auch oft weichen Charakterseiten, aber diesmal ist mir alles zu zusammen gewürfelt.

Seit langem ist Carl eine Figur, die durch seine Sprech- und  Denkweise auch das gesamte Buch beeinflusst. So fühlen sich die Sätze sehr hart an, eher etwas dümmlich und kurz, wenn er erzählt. Vielleicht wäre die Geschichte eine andere gewesen, wenn der Charakter etwas schlauer gewesen wäre. Carl ist ein Kind seines Milieus.

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Kulisse

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Mh, die Kulisse, die ich wirklich spannend gefunden hätte, das Wasser, taucht leider nur in Erinnerungspassagen auf. Hätte es nicht Erinnerungen geben können, die sich mit der Angst in dem Moment beschäftigen? Mit der Angst vielleicht zu sterben? Und weil mir so etwas fehlt, komme ich auch an den Protagonisten nicht heran und kann seine beständige Angst vor der Naturgewalt nicht verstehen. Es fehlt Seele in dieser Geschichte, die mich vielleicht das Fehlen von Spannung hätte vergessen lassen.

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Handlung

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Die Idee an sich ist gut. So weist die Autorin auch darauf hin, dass sie den Anstoß durch eine Geschichte bekam, die ihr erzählt wurde. Daraus entwickelte sich das Leben von Rob, Carl und deren Freundin. Der Leser weiß weder wie die drei verbandelt sind, noch was wirklich passiert ist. Nur der Ausgang ist gewiss: Rob ist tot. Bis dahin war ich zuversichtlich, dass sich aus diesem Stück „Horror“ etwas Gutes machen lassen würde.

Leider glänzt die Geschichte nicht durch spannende Entdeckungen und erschreckende Tatsachen. Eher ist es so, dass wir mit Carl durch sein verkorkstes Leben steuern, ohne zu wissen, ob er überhaupt merkt, dass er immer im Schatten von Rob gestanden hat. Auch die angedeuteten, gefühlvollen Szenen gleichen eher einer Seifenoper und keinem ernsthaften Jugendbuch, in dem der Protagonist ein Problem hat.

Sogar das Mädchen ist ein rundherum schlechtes Beispiel für ein Leben ohne jegliche Achtung vor Regeln und Gefühlen. Außerdem werden durch so viele neue Themen eröffnet, dass der eigentliche Kern mit Robs Tod und wie ist es dazu gekommen, fast untergeht. Die Frage ist, ob die Autorin Angst hatte, nicht genug Stoff zu haben, um die Geschichte komplett wirken zu lassen. Nun gleicht sie eher einem Flickenteppich aus einzelnen Teilen.  

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Diegestaltung

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Das Cover ist sehr düster, die Leseprobe, die Chickenhouse ausgewählt hat, allerdings sehr gut. Nur leider kann mich die Geschichte im Ganzen nicht mitreißen. Gemochte habe ich wieder den Satz des Buches, der sich gut lesen lässt.

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DieBewertung

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So sehr mich „Numbers“ zum Teil mitgerissen hat, so wenig konnte ich dieser Geschichte abgewinnen. Ich habe es wirklich versucht und auch zu Ende gelesen, aber es fehlte mir Aufregung, das Kribbeln, wenn ich die nächste Seite aufschlage und ein Protagonist, den ich verstehen kann.

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