Advent, Advent – Das erste Türchen öffnet sich!

Heute zünden wir die erste Kerze auf dem Adventskranz an. Da ich diese Zeit immer sehr mag, auch wenn sie sehr stressig ist, möchte ich euch an allen Adventssonntagen eine kleine Überraschung präsentieren. Vier Autorinnen haben sich sehr viel Mühe gegeben. Sie haben tolle Rezepte ausprobiert, haben Geschichten geschrieben und mir tolle Dinge für euch mitgeschickt. Ich hoffe, ihr freut euch genau so wie ich, wenn jeden Sonntag hier im Bücherchaos etwas tolles passiert.

 

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Heute ist der Beitrag von einer lieben Autorin und Verlegerin: Andrea el Gato.

 

“ Weihnachten – das Fest der Liebe und der Geborgenheit. Ich möchte euch heute eine Geschichte von Prisca Dussling erzählen, die ich aus dem Spanischen übersetzt habe.

Habt einen wundervollen ersten Advent!

Das Festessen vor Weihnachten

An einem Dezemberabend sah Tonya den Alten das erste Mal. Sie sparte eisern jeden Cent, da sie für ihre Mutter ein schönes Weihnachtsgeschenk kaufen wollte. Aus diesem Grund ging sie, statt wie sonst mit dem Bus zu fahren, zu Fuß über die Brücke. Es regnete, als sie den alten Mann beobachtete, wie er langsam des Weges dahin schlurfte. Er trug eine schwarze Hose und einen Mantel, der wohl mal rot gewesen sein musste. Um seine Schultern hatte er sich eine gewebte Decke mit bunten Flammen gehängt. Neugierig beobachtete sie ihn, wie er mit gesenktem Kopf, als würde er etwas suchen, am Flussufer entlangging.

Am Ende der Brücke erwartete sie bereits die Mutter. „Tonya, wo bleibst du denn? Es ist kalt, komm beeil dich!“ Tonya wollte ihrer Mutter den alten Mann zeigen, jedoch war er bereits verschwunden. Während sie die Hand ihrer Mutter ergriff, ging ihr der Alte nicht aus den Kopf. Er sah so traurig aus. Hatte er etwas verloren? Tonya nahm sich vor, am kommenden Tag an das Flussufer zu gehen und nach dem Alten zu suchen. Aber ihrer Mutter wollte sie vorerst nichts davon erzählen. Als sie diesen Entschluss gefasst hatte, hüpfte sie freudig nach Hause.

Am folgenden Morgen sagte die Mutter zu Tonya: „Begleitest du mich in die Stadt? Ich muss noch einige Besorgungen für Weihnachten erledigen.“ Stolz blickte die Mutter ihre Tochter an. Wie groß sie schon geworden war. Und so selbstständig. Welches Glück sie hatte, dieses Kind zu an ihrer Seite zu wissen. Tonya besaß dieselben Augen wie ihr Großvater, den sie nie kennenlernen durfte.  Leuchtend grün mit gelben Sprenkeln in der Iris. Ein zartes, ovales Gesicht wurde von zwei Zöpfen aus fuchsrotem Haar umrahmt, die fröhlich beim Laufen wippten.
Wehmütig seufzte die Mutter. Es verging kaum ein Tag, an dem sie nicht an ihren Vater dachte. Damals, als sie noch ein kleines Mädchen war, verschwand er eines Tages und ihre Mutter sagte zu ihr: „Gott habe ihn zu sich geholt.“ In dieser Zeit verlor sie ihren Glauben an Gott, da ihr niemand die Frage nach dem ‚Warum‘ beantworten konnte. Es dauerte eine Weile, ehe sie erkannte, dass alles im Leben dem Willen Gottes unterworfen war. Aber noch immer fiel es ihr schwer dies zu akzeptieren. Dabei fehlte er ihr so.

„Mami, Mami, ich bin fertig. Gehen wir?“, hüpfte Tonya herbei. Verstohlen wischte die Mutter ihre Tränen weg, aber Tonya hatte diese doch gesehen. „Mami, warum weinst du denn?“ Noch einmal seufzte die Mutter auf und umarmte ihre Tochter. „Ach Kind, ich dachte an meinen Vater – deinen Großvater. Wenn die Weihnachtszeit kommt, vermisse ich ihn besonders stark. Dann bohrt der Schmerz in meiner Brust genauso stark, wie zu der Zeit, als dein Vater starb.“

Tonya schob ihre Mutter von sich und sagte: „Mama ich habe eine Idee. Gestern sah ich auf der Brücke einen alten Mann. Er sah sehr bekümmert und arm aus. Wir können ihn doch zu uns einladen. Dann wird er eben dein Vater sein und du bist nicht mehr so traurig.“

Die Mutter lachte kurz auf und strich ihrer Tochter über das Haar. „Das ist lieb von dir. Aber das können wir nicht machen. Wir kennen ihn doch gar nicht. Vielleicht  leidet er an einer ansteckenden Krankheit oder er ist ein Verbrecher. Nein! Das schlag dir aus dem Kopf.“ Tonya sagte erwiderte darauf nichts mehr. Sie und ihre Mutter lebten in einer schönen Wohnung am Stadtrand von Bern. Der verstorbene Ehemann und Vater von Tonya hinterließ den beiden ein wenig Geld, sodass sie ein bequemes Auskommen hatten. Tonyas Mutter konnte sich ausschließlich um ihre Tochter kümmern, ohne die Notwendigkeit täglich einer Arbeit nachgehen zu müssen.

Das Taxi hielt und beendete die Gedanken der beiden. Gemeinsam fuhren sie in die Stadt und tranken zuerst in einem Café in der Innenstadt eine heiße Schokolade.  Während sie die Einkäufe besprachen, wanderten Tonyas Gedanken immer wieder zu dem alten Mann an der Brücke. Ganz fest nahm sie sich vor, nach ihm zu sehen. Sie musste unbedingt seinen Namen herausfinden. Er könnte mit Sicherheit ihr neuer Opa werden, sie musste nur einen Weg finden, ihre Mutter zu überzeugen. Tonya war sich sicher, dass ihre Mutter dann nie wieder zu Weihnachten bedrückt sein würde.
Am kommenden Morgen bot sich die Gelegenheit. Nach dem Frühstück sagte die Mutter: „Tonya, ich muss heute zur Schneiderin. Magst du mich begleiten?“
„Ach nein Mama, das ist mir zu langweilig. Ich bleibe zuhause und lese ein wenig“, erwiderte Tonya.

Kaum war die Mutter außer Haus, griff Tonya einen weißen Wollpulli, der so gut zu ihrem Haar passte, zog sich schwarze Stiefel an und verließ das Haus. Bis zur Brücke waren es nur fünfzehn Minuten. Ein kleines bisschen plagte Tonya das schlechte Gewissen.  Ihre Mutter sagte immer: „Man darf nicht lügen.“ Aber sie tröstete sich selbst, indem sie sich zusprach, dass ihre Mutter ihr ja nicht verboten hätte, nach draußen zu gehen. Außerdem war sie nicht das erste Mal allein unterwegs. Bis die Mutter von der Schneiderin zurückkäme, wollte Tonya längst wieder Zuhause sein.

Dennoch pochte ihr Herz aufgeregt, als sie vorsichtig die Straße überquerte. Sie orientierte sich an der großen Eiche, deren knorrigen Äste wie hundert Arme im Wind wiegten. Endlich erreichte sie die San Martin Brücke. Was würde sie erwarten? Würde sie den alten Mann treffen? Was wäre, wenn ihre Mutter recht hätte und er ein Verbrecher wäre? Jetzt bekam Tonya doch etwas Angst.

In dem Moment sah sie den Alten. Wie vor zwei Tagen, lief er in gebückter Haltung am Flussufer entlang, als würde er etwas suchen. Sein weißes Jahr flatterte im Wind, während seine Füße Abdrücke im feinen Schnee hinterließen.
Tonya schickte ein kurzes Gebet zu Gott: „Bitte hilf mir, dass ich die richtigen Worte finde“, und stieg die Böschung herab.

Bevor er wieder verschwinden konnte, rief sie bereits vom Weiten: „Guten Morgen!“
„Was hast du hier verloren?“ Mürrisch blickte er dem Kind entgegen, was ihn aus seinen morgendlichen Tätigkeiten gerissen hatte. Für einen kurzen Moment, einen winzigen Gedanken nur, erschien vor seinen Augen ein anderes Gesicht. Freudig leuchteten seine Augen auf, aber als er den Irrtum erkannte, erlosch das Leuchten. Tonya lief unbeirrt neben dem Alten her, sie wechselten kein Wort miteinander, bis die Zeit kam, an der sie nach Hause musste.
„Morgen komme ich wieder“, versprach sie und eilte zur Brücke zurück.

Kopfschüttelnd blickte er dem Kind hinterher, fröstelnd zog er sich die Decke enger um seine Schultern. Als Tonya an der Brücke angekommen war, drehte sie sich noch einmal um und winkte ihm zu. Ehe er es sich versah, hob auch er seinen Arm und winkte zurück. Als Tonya das sah, hüpfte sie freudig an der Eiche vorbei in ihr Haus.

Zum Glück war die Mutter noch nicht zurück und so nahm sich Tonya ein Glas Milch und ging auf ihr Zimmer.
Nach einiger Zeit hörte sie, wie die Mutter die Tür aufschloss. „Tonya, wo bist du? Ich bin zurück. Komm bitte in die Küche, lass uns Essen. Ich habe bei deinem Lieblingschinesen Mittag für uns gekauft.“
Tonya lief zu ihrer Mutter, umarmte diese und sagte: „Nein, danke. Aber ich habe keinen Hunger.“
Erstaunt blickte Tonyas Mutter ihr Kind an. „Bist du krank?“
„Nein Mama, nur nachdenklich.“
Die Mutter stellte ihre Taschen ab, und setzte sich mit ihrer Tochter an den Tisch. „Was bedrückt dich Tonya?“
„Weißt du Mama, ich kann nicht aufhören an den alten Mann vom Fluss zu denken. Warum er dort ist. Was er da macht. Warum er allein ist. Ich glaube, dass er Not leidet und du hast mir beigebracht, dass wir Menschen in Not helfen müssen. Bitte!“

„Das beschäftigt dich wirklich sehr, nicht wahr?“ Tonya blickte ihre Mutter mit großen Augen an und nickte. „Gut, wenn das dein Wunsch ist, dann gehen wir morgen beide gemeinsam.“

Freudig sprang Tonya auf, so dass der Stuhl polternd umfiel und umarmte ihre Mutter.
„Jetzt Mama, habe ich riesengroßen Hunger.“

Am nächsten Morgen eilte Tonya in die Küche. Ihre Mutter stand bereits am Herd und rührte in einem Topf. „Mama was machst du?“
„Ich koche eine Hühnersuppe, die wir mitnehmen werden. Schau, eine Decke habe ich auch bereit gelegt. Aber nun eil dich und ziehe dich an.“
Tonya freute sich riesig, dass die Mutter ihr den Wunsch erfüllte und zog sich wärmende Sachen an. Nach dem Frühstück verließen beide das Haus.

In der Biegung sahen sie den alten Mann und gingen auf ihn zu. Tonya begrüßte ihn:
„Guten Morgen. Heute haben ich meine Mutter Sophia mitgebracht.“ Verlegen begrüßte der Alte die beiden Frauen, während Tonyas Mutter geschockt am Seeufer stand. Sie konnte immer nur in die leuchtend grünen Augen mit den gelben Sprenkeln des alten Mannes starren. „Das kann nicht sein.  Das wäre zu verrückt. Er ist tot“, redete sie sich selbst ein. Tonya bekam von alldem nichts mit und reichte ihm die Suppe. „Sieh, Mama hat eine heiße Suppe für dich gekocht. Hier haben wir noch eine wärmende Decke für dich, damit du es nachts etwas wärmer hast.“

Freudig bedankte sich der Mann, als Sophia aus ihrer Starre erwachte.
„Komm Tonya, lass uns nach Hause gehen. Es ist kalt und es nieselt, nicht dass du dich noch erkältest.“
Anschließend wandte sie sich an den Alten: „Wir kommen morgen wieder. Gott segne Sie!“
Den gesamten Weg nach Hause, schwiegen die beiden und jeder hing seinen Gedanken nach. Tonya spürte, dass ihre Mutter über etwas nachgrübelte. Aber sie spürte auch, dass es jetzt nicht die richtige Zeit wäre, nachzufragen.

Zu Hause angekommen, ging Sophia sofort in ihr Schlafzimmer, verschloss sorgfältig die Tür und kramte eine kleine Schachtel aus der untersten Schublade ihres Schrankes. Hier verwahrte sie die Fotos ihrer Eltern auf. Als sie ein Foto ihres Vaters fand, versuchte sie diesen jungen, fesch aussehenden Mann mit dem Alten vom Flussufer zu vergleichen. Beide besaßen ein längliches, ovales Gesicht. Der alte Mann hatte dieselben grünen Augen wie ihr Vater. Ach Quatsch, schalt sie sich. Was ist mit mir los? Nur weil Tonya sich einen Großvater wünscht, ist dieser Obdachlose noch lange nicht mein Vater. Gleichzeitig fühlte sie eine unbändige Sehnsucht nach ihrem Vater im Herzen. Ist es nicht genug, dass ich meine Eltern und meinen Ehemann verlor? Nur noch Tonya ist mir geblieben. Warum spielt mir das Leben so einen Streich?
In ihrer Verzweiflung fing sie an zu beten.

Als sie sich beruhigt hatte, stand sie auf und ging zu Tonya. Sie hatte einen Entschluss getroffen.

„Tonya, Morgen gehen wir wieder zu dem alten Mann an das Flussufer. Ich muss wissen, wer er ist, wie er heißt oder ob er eine Familie hat.“
Tonya freute sich, denn sie hatte den Obdachlosen bereits in ihr Herz geschlossen. „Fein, Mami“, jubelte sie. „In wenigen Tagen ist Weihnachten. Laden wir ihn doch zu uns ein.“
„Vielleicht“, antwortete Sophia nachdenklich, „aber erst muss ich seinen Namen erfahren.“

Noch nie kam Tonya eine Nacht so lang vor. Sie fühlte, dass es ihrer Mutter ähnlich ging.  Mit geröteten Augen stand diese am kommenden Morgen in der Küche und trieb ihre Tochter zur Eile an.

Am Flussufer angekommen, mussten sie lange suchen, ehe sie den Mann sahen. So viele Fragen lagen auf Sophias Lippen, aber eine innere Scheu hielt sie ab, diese zu stellen.
Tonya dagegen fühlte diese Scheu nicht und fragte ihn: „Sag uns, wie heißt du? Wo kommst du her?“
Ratlos schüttelte der Mann seinen Kopf. „Ich bin nichts und ich habe nichts.“
Erstaunt blickte Tonya ihn an und fragte: „Du weißt nicht, wie du heißt? Kennst du denn Jesus?“
„Nein, wer ist das?“
„Jesus ist Gottes Sohn und vor 2000 Jahren starb er, um die Menschheit von ihren Sünden reinzuwaschen. Er liebte die Menschen so sehr, auch dich, dass er freiwillig einen schmachvollen Tod auf dem Berg Golgotha in Kauf nahm.“
„Mich liebt niemand“, brummelte der Mann.
„Doch, Gott liebt uns. Auch dich“, erwiderte Tonya energisch. Der Alte starrte sie nur an und auf einmal fing er an zu erzählen.
„Doch, ein wenig weiß ich noch. Eines Tages verließ ich mein Haus, um an einer Exkursion teilzunehmen. Dann hatte ich einen Unfall und verlor mein Gedächtnis. Erst viel später erwachte ich in einem Hospital im Dschungel, aber da hatte ich meinen Namen und alles andere vergessen.“ Er seufzte und wollte sich abwenden, als Sophia ihn am Arm festhielt. Ihre Stimme zitterte, als sie sagte: „Bitte versuchen Sie sich zu erinnern. Vor langer Zeit verlor ich meinen Vater. Er verließ unser Haus, um an einer Exkursion teilzunehmen und kam nie zurück.“
Als er die Tränen in ihrem Augen sah, lächelte er wehmütig. „An eine Sache kann ich mich noch erinnern. Ich hatte einen Kollegen, der sehr gläubig war und mir immer von Gott erzählte. Auch dass dieser seinen Sohn Jesus auf die Erde schickte, damit Jesus uns von den Sünden befreien könnte. In meinem Herzen öffnete sich bereits eine Tür und ich fing an zu glauben. Wir befanden uns auf einem Schiff, als uns ein schlimmer Sturm überraschte. Zwei Wochen lang regnete und stürmte es, bevor unser Schiff unterging. Unser Rettungsboot war sehr klein und bot nur noch Platz für eine Person. Wir mussten losen. Entweder ich oder mein Kollege. Einer von uns war zum Sterben auf dem untergehenden Schiff verurteilt. Mein Kollege gewann, bot mir jedoch seinen Platz an.“

Der Alte wandte sich an Tonya. „Wie du siehst, kleines Mädchen, sind für mich bereits zwei Menschen gestorben.“

„Und?“, fragte Sophia atemlos. „Was ist dann passiert?“
„Dann bekam ich einen Schlag auf den Kopf und wurde bewusstlos. Als ich erwachte, lag ich in einem Hospital und konnte mich an nichts mehr erinnern. Einige Dinge kamen zurück. Zum Beispiel fühlte ich, dass dies nicht mein Heimatland war. Also heuerte ich auf einem Schiff nach Europa an.“
„Ja und wie ist nun Ihr Name?“, bohrte Sophia weiter, aber der Alte schloss erschöpft die Augen und antwortete nicht mehr.
„Morgen kommen wir wieder“, verabschiedeten sie sich.
Im Haus angekommen überfiel Tonya ihre Mutter mit tausenden Fragen. Die wichtigste dabei lautete: „Könnte dieser alte Mann mein Großvater sein?“
Energisch setzte sie ihrer Mutter zu: „Wir können ihn doch da nicht am Flussufer lassen. Er ist alt und schwach. Es ist Weihnachten, Mama. Wir müssen ihm helfen. Mama hörst du mir überhaupt zu?“
Sophia war tatsächlich mit ihren Gedanken woanders und durchforschte ihr Gedächtnis nach Erlebnissen mit ihrem Vater. Aber ihr fiel nichts ein, womit sie prüfen könnte, ob der alte Mann ihr Vater sei.

Entschieden unterbrach sie das Geplapper ihrer Tochter. „Morgen fragen wir ihn, ob er Kinder hatte.“

Zeitig am folgenden Morgen, verließen die beiden das Haus. In der Nacht fiel frischer Schnee und legte einen weißen Kristallmantel über die Landschaft. Die Sonne schien und brach sich in den Schneekristallen, die wie Brillanten funkelten.
„Guten Morgen“, riefen Sie dem alten Mann zu. „Wir haben Ihnen Kaffee und etwas zum Frühstück mitgebracht.“
Freudig nahm der Mann die Gabe entgegen und nippte vorsichtig an dem noch heißen Kaffee.
„Sagen Sie, hatten Sie Kinder?“, unterbrach Sophia unvermittelt die Stille.
„Ich weiß es nicht“, erwiderte der Mann. „In meiner Brieftasche, da hatte ich mal ein Foto. Aber das verlor ich eines Tages und ich kann mich nicht mehr erinnern, was darauf war.“

In diesem Moment kam Sophia die zündende Idee, woran sie erkennen könnte, ob der alte Mann ihr Vater sei.
„Komm Tonya, wir müssen schnell nach Hause!“
„Aber wir sind doch grad erst angekommen“, antwortete Tonya erstaunt.

Aber Sophia trieb ihre Tochter zur Eile an.

Zu Hause angekommen, holte sie noch einmal die Fotos aus der Schachtel, und suchte, bis sie das richtige Bild gefunden hatte.
Während eines Aufenthaltes am Meer, zog sich ihr Vater eine Verletzung zu, von der er eine Narbe am linken Oberschenkel zurückbehielt. Auf dem Foto konnte sie diese Narbe sehr gut erkennen.

Jetzt wusste sie, was zu tun war.
Am kommenden Tag schickte sie Tonya mit einer Ausrede zu einem Freund.

„Ich muss das Haus für Weihnachten richten. Komme bitte nachher zum Abendessen zurück“
„Aber Mami, wir müssen doch nach dem alten Mann sehen“, bettelte Tonya.

„Ja, das können wir ein anderes Mal machen, aber jetzt husch… lauf.“
Tonya verstand nichts mehr. Hatte die Mutter ihr nicht versprochen, den alten Mann zu Weihnachten einzuladen? Aber sie gehorchte.

Die Mutter lief in der Zwischenzeit ohne ihre Tochter an das Flussufer. Aufgeregt rief sie bereits vom Weiten. „Alter Mann, alter Mann… ich habe eine Idee, wie ich herausfinden kann, ob Sie mein Vater sind.“ Überrascht sprang der Mann von seinem Schlafplatz auf, als Sophia ihn aufforderte die Hose auszuziehen. Mit einiger Überredung gelang es ihr und er ließ die alte Hose ein Stück fallen.

Deutlich erkannte Sophia die Narbe, zwar verblasst, aber sie war da.
Weinend nahm sie ihren Vater in den Arm. Nicht eine Minute länger, wollte sie ihn am Flussufer lassen. Es war kalt, nass und morgen war Weihnachten.

Als sie die Straße entlanggingen und er die Haustür sah, kam auch hier die Erinnerung zurück. Ehrfürchtig strich er mit zitternder Hand über das Mahagoniholz, endlich kehrte er nach Hause zurück.
In der Zwischenzeit bereitete die Mutter alles für das morgige Weihnachtsfest vor. Im Haus brannten zahlreiche Kerzen, es duftete nach Orangen, Zimt und Nelken.

Der Großvater hatte sich im Gästezimmer gewaschen und umgezogen, als Tonya nach Hause kam. Als die Mutter zum Abendessen rief, kam auch er aus dem Zimmer.

Tonya liefen die Augen über, als der alte Mann vom Flussufer so verändert entgegen trat. Mit einem strahlendem Lächeln kam ihr die Mutter entgegen. „Tonya darf ich dir vorstellen? Dein Großvater.“

Obwohl es noch nicht Weihnachten war, genossen die Drei an diesem Abend ein Festessen der besonderen Art. Sie feierten die Heimkehr des längst tot geglaubten Vaters und Großvaters.

Ich wünsche mir, dass sich eure Herzen für die Obdachlosen und Armen öffnen. Dass ihr nicht wegschaut in dieser kalten und dunklen Zeit. Vielleicht wird euch im Gegenzug etwas Wertvolles gegeben werden.“ 

 

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Zu gewinnen gibt es auch etwas und zwar unser Mutmachbuch für die ganze Familie:Kabischubi und die Herzsteine.

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1. Beantwortet einfach folgende Frage: In welcher Stadt spielt die Geschichte?

2. Gewinnspielstart: 01.12.2013 Gewinnspielende: 06.12.2013

3. Füllt bitte folgendes Formular aus:

 

4. Daumen drücken und eine tolle Adventszeit verleben! 🙂

 

Vielen, lieben Dank an Andrea und euch allen wünsche ich noch einen schönen ersten Advent! 

 

 

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