Stone Girl

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Alyssa B. Sheinmel

Heyne fliegt, 2013

978-3453534247

12,99 €

Amazon

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Sethie besucht eine gute Schule, sie lebt in New York und hat sogar einen Freund. Shaw ist viel geliebt, aber er gehört ihr. Auch wenn er sie nicht so doll liebt, wie sie ihn. Wenn Sethie nicht über ihre Probleme nachdenkt, geht es ihr ziemlich gut. Wenn, denn sie denkt oft nach und immer mehr zeigt ihre Welt Risse, die sie allein nicht mehr flicken kann …

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DieProtagonisten

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Sethie hat mich wütend gemacht. Aber sie war auch verletzlich, was wohl dazugehört, wenn es ihr immer schlechter geht. Da meine Erwartungen an das Buch ganz andere waren, passte Sethie lange für mich nicht zur Geschichte. Erst als die Wendung kam und ich ihr Leben verstand, wurde einigen klarer. Trotzdem ist sie ein sehr schwacher Charakter, der sich für meinen Geschmack viel zu sehr beeinflussen lässt.

Interessant waren ihre Gedankengänge. Vor allem im Bezug zu Shaw, ihrem Freund, hat sie sich seitenweise Gedanken gemacht. In diesen Momenten war sie ein offenes Buch, in anderen viel wichtigen Momenten hat mir diese Intensität ihrer Gedanken gefehlt.

Einen interessanten Part übernimmt ihre Mutter, die eigentlich nie da ist und nur mit wenigen Sätzen erwähnt wird. Stellt sich doch die Frage, ob es an der Mutter oder der Tochter liegt, dass die beiden nicht zueinanderfinden.

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Kulisse

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Die Kulisse ist hier fast völlig egal. Viel über New York erfährt der Leser nicht und auch die Schule ist eher ein Konstrukt und wird nicht weiter ausgeführt. Manchmal habe ich das Gefühl, die Geschichte spielt in einem luftleeren Raum, der nicht existent ist, so wenige wird beschreiben und erklärt.

*Handlung

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Vielleicht habe ich einfach das Falsche erwartet. Ich dachte, ich würde auf eine Sethie treffen, die in einer Liebesgeschichte feststeckt, die keine ist. Ich wollte Höhen und Tiefen und bekam etwas sehr Unerwartetes. Normalerweise finde ich so etwas nicht schlimm. Aber die erste Sethie, die ich treffe, passt zu der Liebesgeschichte. Sie zweifelt, fühlt sich allein und kann Shaw schwer einschätzen. All die anderen Dinge sind noch in weiter Ferne.

Dann aber kippt die Geschichte in eine Richtung, die einer Biografie ähnelt und einer Krankengeschichte gleichkommt. Das wollte ich einfach nicht lesen. Ich habe versucht, objektiv zu bleiben und nicht meine schlechte Leselaune an dem Buch auszulassen. Es hat auch funktioniert, nur funktioniert die Geschichte mit dem anderen Hintergrund für mich nicht.

Die Krankheit ist wirklich schrecklich und so hat man sie schon in mehreren Büchern gelesen. Diese waren aber verständnisvoller und boten meist eine Lösung am Ende. Hilfe, für Menschen, denen es vielleicht auch so geht. „Stone Girl“ lässt mich am Ende ziemlich allein und Sethie somit auch. So sensibel das Thema auch ist, Sethie ist ziemlich oft auf sich allein gestellt und die Mutter ist ein weiterer Punkt, der mich gestört hat. Natürlich merken sie erst mal alle nichts, aber so wenig Raum einer Mutter lassen, die in der gleichen Wohnung lebt wie ihre Tochter, hat mich ziemlich durcheinander gebracht.

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Diegestaltung

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Das Cover erinnert mich tatsächlich an Mädchen, die auf irgendwelchen Zeitschriften abgebildet sind. So schön, wie Sethie ist, warum hat sie Probleme? Meist sind es in diesen Bücher, die hübschen Mädchen, die unter ihrem Leben zusammenbrechen. Gerecht oder will eine Geschichte, die mit einem nicht so hübschen und erfolgreichen Mädchen beginnt, niemand lesen?

*DieBewertung

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Das Buch hat mich überrascht, aber leider nicht positiv. Der Klappentext will so gar nicht zu dem Buch passen, was der Leser nachher serviert bekommt. Die Krankheit, die Sethie hat, ist schrecklich, egal wie schlimm sie diese nun hat oder nicht. Trotzdem wird in diesem Buch mit einer Leichtigkeit davon erzählt, die ich erschreckend finde und am Ende gibt es keinen wirklichen Lösungsansatz. Das finde ich bedenklich.

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