Eve & Caleb – Wo Licht war

20130731_091113Eve & Caleb

Wo Licht war

Anna Carey

Loewe, 2013

978 3  7855 7103  3

8,95 €

Amazon 

Eine große Seuche lässt Eve zu einer Waise werden. Fortan lebt sie in einem Internat, dass nur von Mädchen bewohnt wird. Aber was fängst du mit deinem Leben an, wenn dein Weg vorgezeichnet war und du merkst: Es waren alles nur Lügen? Hals über Kopf entschließt Eve sich zur Flucht ins Ungewisse. Und auf der Flucht vor Soldaten, ihrem Selbst und anderen bösen Menschen, trifft sie Caleb. Kann er ihr helfen?

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DieProtagonisten

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Eve ist wirklich schwierig. Richtig gern haben konnte ich sie nicht, aber immerhin ist sie der weibliche Hauptcharakter. Also mussten wir uns arrangieren und das war schwierig. Schon ihre erste Entscheidung – die Flucht – habe ich nicht verstanden. Warum? Sie flüchtet völlig ins Ungewisse, kennt keine Hierarchien in der Welt, in der sie lebt. Sie macht sich nicht einmal wirklich darüber Gedanken, wer sie verfolgen könnte!

Da gefällt mir Arden schon viel besser. Sie denkt nach, handelt nachvollziehbar und hat noch einen weiteren Vorteil: Sie hat eine harte Schale. An diesem Charakter kann wenigstens eine sinnvolle Verwandlung stattfinden, sie kann mit ihren Problemen wachsen.

Und Caleb? Der bleibt relativ unscheinbar, jedenfalls für meinen Geschmack. Außerdem haben manche Gefühlsregungen für mich keinen wirklichen Hintergrund. Sie passieren und gut. Im Zusammenspiel aber sind die drei Charaktere eine tolle Gruppe, in der sich alle ergänzen und den schwächeren ausgleichen.

Auffällig ist nur, dass sie alle so angelegt sind, dass es wirklich schwer ist, jemanden zu mögen.

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Kulisse

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„Neues Amerika“? Da war der König aber nicht sehr kreativ, oder? Der Name ist schon mal nicht schön, aber was da so abläuft im neuen Amerika, geht gar nicht. Es ist immer wieder erschreckend, welche Visionen von einer neuen Welt in Dystopien entstehen und wie erschreckend echt sie wirken. Auch in diesem Buch konnte ich mir gut vorstellen, dass Frauen und Männer in Zukunft strikt getrennt leben. Auch das Aufzuchtsproblem in einer neuen Welt war schon oft Thema. Ihr seht – ein neues Thema gibt es nicht. Also wie kann „Eve & Caleb“ dann punkten?

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Handlung

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Die Welt wie wir bzw. Eve sie kennt, existiert nicht mehr. Die Idee, dass Frauen und Männer getrennt voneinander leben und arbeiten, ist keine neue Geschichte. In vielen anderen Dystopien wurde diese Thematik schon umgesetzt und das sogar ziemlich gut (Anm.: „Das verbotene Eden). Aber Ann Carey setzt noch einen drauf und lässt die Frauen der Geschichte, egal ob wir sie kennenlernen oder nicht, wirklich leiden. Im ersten Moment verstehe ich Eves Fluchtimpuls sogar, aber ihre unvorbereitete Nacht- und Nebelaktion kann und mag ich nicht nachvollziehen.

Die ganze Geschichte spielt sich auf der Flucht ab, also muss diese auch schnell passieren. Trotzdem hätte ich mir am Anfang etwas mehr Input gewünscht und eine längere Seitenanzahl, um mich auf die Geschichte einzustellen. Die Handlung selbst ist vorhersehbar, weil die Charaktere ziemlich offen mit allen Veränderungen und Gedanken umgehen, sodass ich schnell wusste, welches Problem am Ende auf die Protagonisten wartet. Schade, denn etwas Spannung, hätte mir noch sehr gut gefallen. Ich kann mir bis heute auch nicht vorstellen, wie die Geschichte weitergehen soll. Klar gibt es etwas, auf das die Charaktere hinarbeiten können, aber warum ich dabei sein soll, bleibt mir noch ein Rätsel.

Es hört sich so an, als ob ich das Buch gar nicht gemocht hätte, aber das stimmt nicht. Die Landschaft und einige der Gedanken, die sich die Autorin über die Landschaft gemacht hat, haben mir sehr gut gefallen. Auch Arden würde ich weiter begleiten und gerne wissen, wie es ihr ergeht. Außerdem hat Anna Carey eine angenehme Art zu schreiben.

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Diegestaltung

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Das Papier von „Eve & Caleb“ hat eine tolle Textur und ist etwas dicker als für ein Taschenbuch üblich. Dadurch hatte ich das Gefühl, ein hochwertiges Buch in der Hand zu halten. Toll! Das Cover ist für mich kein wirklicher Hingucker und ich mag es nicht mehr, dass Dystopien mit sprießenden Ästen oder Blumen im Hintergrund spielen.

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DieBewertung

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Viele offene Fragen und Handlungsstränge bleiben zurück, als ich das Buch zu klappen. Verständlich, denn es gibt noch zwei weitere Teile. Mein Problem war, dass ich das sehr offensichtliche Problem am Ziele von Eve schon sehr früh erkannt habe. Ich mag es nicht, wenn ich schlauer bin als die Akteure, deswegen hoffe ich, dass Eve sich im zweiten Teil noch entwickeln kann und nicht immer so naiv und impulsiv handelt.

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