Solange die Nachtigall singt

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Solange die Nachtigall singt

Antonia Michaelis

Oetinger, 2012

978-3789142932

16,95 €

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Jari will frei sein und nicht an morgen denken. Eine Wanderschaft durch einen Wald soll dabei helfen. Tief im Wald trifft er auf Jascha: die Hübsche, die Schöne, die Geheimnisvolle. Ein Sog der Zeit beginnt Jari einzuspinnen und es ist der Wald der ihm in tiefe Abgründe zieht und ihn zu dem macht, was er ist: ein Jäger, ein Verwirrter – ein Verlorener …

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DieProtagonisten

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Jari gefällt mir mit seiner Welteinstellung, denn bevor er richtig arbeiten soll, will er noch einmal etwas von der Welt sehen. Aber manchmal bereitet der Charakter mir auch Probleme, denn er lässt sich zu sehr umgarnen. Ich als Leserin wusste früher als er einige Dinge, was ihn natürlich blind erscheinen ließ. Außerdem handelt er manchmal wie ein in die Ecke gedrängtes Tier – nachvollziehbar, aber um so ärgerlicher.

Tja und dann ist da noch Jascha, die einfach wunderschön ist und auch mit der Schönheit des Waldes und des Lebens spielt. Sie ist mir sofort unheimlich, obwohl sie gar nicht viel macht. Doch ich merke ihr an, dass sie ein Geheimnis mit sich herumträgt.

Es gibt einige Nebencharaktere, die wie immer bei Frau Michaelis, trotzdem eine tragende Rolle haben und das Buch wirklich beeinflussen. Menschen, die einfach so auftauchen und verschwinden, wird es bei der Autorin nie geben. Leider kann ich zu dem Rest nicht viel sagen, denn sonst würde ich einiges verraten oder ihr könnten Zusammenhänge sehen, die viel spannender sind, wenn ihr sie selbst entdeckt.

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Kulisse

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Ein düsterer Wald, der mich fast verzaubert hat, so verwunschen hat er gewirkt mit dem Mädchen. Fasziniert hat mich die Gewalt, die in der Kulisse unwirklich wirkte und die symbolische, sanfte Sprache, die die Autorin benutzt, um trotzdem zu gruseln, zu schockieren und zu töten.

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Handlung

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„Dunkelfels“

Ein verwunschenes Haus

„Wildbeere“

Ein wunderschönes Mädchen

„Schneeblau“

und ein Geheimnis, dass Jari festhalten wird.

„Spiegeleis“

Geheimnisse sind immer toll und diesen Teil der Geschichte mochte ich sehr gerne. Aber das Bild, das mich begrüßt, wenn ich das Buch aufschlage, ist gruselig. Die Handlung sehr düster, melancholisch und manchmal war ich etwas geschockt. Wenn ein Mensch sich steuern lässt und völlig verloren wirkt, hat man Jari gefunden.

„Schattengold“

Schattengolden habe ich mir immer das Licht im Wald vorgestellt, wenn morgens die Sonne aufgeht und abends wieder schlafen geht. Aber über die Grausamkeiten, die für mich in einen erwachsenen Roman gehören, konnte ich nicht hinweg sehen. Es ist, als ob dieses Buch nicht weiß, ob es ein Jugendbuch sein möchte oder schon ein großer Roman ist.

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Diegestaltung

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Ein düsteres Buch mit dunklem Cover und doch hat es mich angezogen, wie Licht die Motten. Antonia Michaelis zieht mich mit ihren Jugendbücher magisch an, aber auch ich muss sagen, dass die Gestaltung immer erwachsener wird und der Leser nicht nur ein reines Jugendbuch erwarten kann. Viele Elemente, die immer erwachsener werden, streuen sich in die Unschuld eines Jugendbuches ein.

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DieBewertung*

Immer noch bin ich unentschlossen, wanke zwischen drei oder vier Bücherpunkte. Mit den Kapitelüberschriften und ihrer tollen Sprachen hat Antonia Michaelis wieder verzaubert. Die Handlungen der Personen wiederum haben mich schockiert und angewidert, waren aber nachvollziehbar und passten in die Geschichte. Wenn ich eins sagen kann, dann das dieses Buch mich selbst gespalten hat.

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