[Kurzrezension] Zebulon & Messias Maschine

DSC_0710 Messias Maschine

Chris Beckett

Knaur, 2012

978-3426511190

9,99 €

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Illyria – Traum aller Wissenschaftler, denn dort werden sie nicht verfolgt. Auch George lebt dort, ist aber ziemlich einsam. Als er Lucy sieht, merkt er, dass er verliebt sein könnte. Doch Lucy ist ein Roboter ohne Gefühle, und wenn sie wirklich welche hätte, wäre sie in Gefahr …

Die Geschichte an sich hat mich angesprochen. Auch die Aufteilung in viele, kurze Kapitel finde ich oft sehr angenehm. So kann ich im Zug kurz zwei Kapitel lesen und bin beim Aussteigen nicht mittendrin.

Leider konnte mich die Geschichte nicht so recht mitreißen. Ich denke, es lag an George, der sehr oberflächlich dargestellt ist. Meiner Ansicht nach hat er viel zu schnell Gefühle für Lucy, die der Leser nicht nachvollziehen kann. Zu dem ist George sehr negativ eingestellt, mag seine Mutter nicht und verwirrt mich. Seine Darstellung von Illyria ist oft negativ beeinflusst, dabei soll es doch ein Mekka für alle Menschen sein.

Später wird der Roman deutlich spannender, aber auch da kommt irgendwann die Enttäuschung. George reagiert sehr eigenartig und ohne, dass der Leser es nachvollziehen konnte. Etwas ratlos blieb ich auch am Ende zurück, das sich zwar gut auflöst, aber durch all die eigenartigen Entscheidungen an Kraft verliert.

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Zebulon

Rudolph Wurlitzer

Residenz Verlag, 2012

978-3701715961

22,90 €

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Zebulon Shook – Held oder Antiheld? Nachdem er Lobo Hill erschießt, ist er verflucht und weiß nicht wohin. Auf seiner Wanderschaft entdeckt er Dinge, die niemand sehen will, verliert Geld, trifft Verwandte wieder und ist einfach er selbst.

Dieses Buch stellte eine Herausforderung dar, denn der Schreibstil ist sehr eigen und die Personen im Roman sehr rüde. Gegen Sex, Huren und Gewalt sollte der Leser also nichts haben, wenn er Zebulon begleiten möchte. Die ersten Seiten wären sehr zäh, weil ich einige Zeit brauchte, um mich an Wurlitzers Stil zu gewöhnen. Makabere Scherze, verschränkte Sätze und skurrile Helden sind nichts Alltägliches.

Zebulon ist schon ein eigenartiger Held oder eben keiner, denn etwas Heldenhaftes macht er nicht. Etwas weglaufen, etwas trinken und etwas spielen. Wobei ich mir etwas mehr Variation im Text gewünscht hätte. Am Ende ist der Leser ziemlich ausgelaugt von all den Dingen, die Zebulon erlebt und auch nicht. Er hat keine Angst, aber auch keine Manieren und so braucht der Leser manchmal eine Pause, nimmt das Buch aber später wieder zur Hand. Vielleicht will man auch nur wissen, wie Zebulon sich erneut daneben benimmt oder sich von Fast-Geistern betören lässt.

Am Ende weiß ich selbst nicht, warum ich das Buch zu Ende gelesen habe. Aber das muss nichts schlechtes bedeuten, denn ich ahne, dass Wurlitzer dies gewollt hat: einen verwirrten Leser.

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