Karibikfeuer

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Karibikfeuer

Beatrice Fabregas

Knaur, 2012

978-3426510285

Amazon (Taschenbuch)

Im 19. Jahrhundert muss Hermann flüchten, denn er soll eine Frau heiraten, die er nicht liebt. Sein Ziel: Havanna. Dort wollen seine kleiner Schwester und er ein neues Leben beginnen. Aber Krankheit, Geldmangel und Angst bestimmen auch dort ihr Leben …

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DieProtagonisten

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Hermann und seine Schwester haben ihre Eltern verloren. Das ist schlimm. Nun fühlt sich der Bruder für alles verantwortlich. Eine richtige Konsequenz, aber er ist überfordert. Immer versucht er sein Bestes zu geben, wirkt dabei aber eher wie eine Maschine und macht vieles falsch. Hermann hat mir nicht gefallen, denn er wirkt sehr weich und formbar. Er lässt sich schnell beeinflussen.

Titine ist ein Kind ohne Sprache und wird in Havanna noch einige Überraschungen erleben. Der stille Charakter hat mir sehr gut gefallen. Schlimm finde ich nur, dass ihre Trauer zu etwas hochstilisiert wird, das es gar nicht ist. Und auch hier macht ihr Bruder nichts dagegen.

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Kulisse

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Die Kulisse ist sehr wechselhaft, denn erst ist der Leser noch in Deutschland und im zweiten Teil begeben wir uns nach Havanna. Deutschland ist sehr trist dargestellt und ist sehr klischeehaft: Frauen, die unbedingt heiraten wollen, Vetternwirtschaft und nur Leid. Für mich war diese Kulisse etwas zu überzeichnet, sodass ich sie nicht ernst nehmen konnte.

Ganz anders war da Havanna: das Land, die Menschen und die Kultur sind mit warmen Worten beschrieben. Farben und auch Gerüche spielen hierbei eine große Rolle. Mit diesen Beschreibungen im zweiten Teil war ich sehr zufrieden.

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Handlung

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Es ist eine Auswanderergeschichte und Auswanderer brauchen einen Grund, um ihre Heimat zu verlassen. Dieser Grund soll bitte nachvollziehbar sein und ich mag es, wenn die Figuren ihn nicht selbst verschuldet haben. Leider ist Hermann die Sorte Figur, die es sich selbst zuzuschreiben hat, dass sein Leben schlecht verläuft.

Später in Havanna greift das Buch das „Sklaven vs. Weiße“ Problem auf und verweist auch viel auf die andersartige Religion. Das ist recht interessant, weil ich bis dahin darüber nichts wusste. Sie müssen viele Probleme bewältigen und sogar einige Probleme aus Deutschland finden bis nach Havanna ihren Weg.

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Diegestaltung

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Die Farbtöne des Covers sind wunderschön abgestimmt. Ich kann mir vorstellen, dass solche Blumen in Havanna wachsen und das Frauenporträt ist gut gelungen, denn Frauen gibt es in diesem Buch genug.

*DieBewertung

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Ich stelle fest: mein Lesevergnügen ist mir drei Bücherpunkte wert. Der Auftakt des Buches gefällt mir nicht, Hermann ist viel zu weich und unglaubwürdig.

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