Alles muss versteckt sein

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Alles muss versteckt sein

Wiebke Lorenz

Blessing, 2012

978-3896674692

15,95 €

Amazon

Mordfantasien, die Wirklichkeit werden? Eine schreckliche Vorstellung auch für Marie. Sie soll ihren Freund getötet haben – im Schlaf. Zwangsgedanken beherrschten vorher ihr Leben, nun soll sie sich an die Mordnacht erinnern. Aber was ist, wenn sie es nicht war? Oder war sie es doch?

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DieProtagonisten

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Marie ist wie ein kaputtes Spielzeug, das repariert werden muss und dabei begleitet der Leser sie. Sie lässt uns in ihren Kopf gucken und ihre Gefühle schmecken. Bei den Therapiesitzungen ist sie fast nackt und erlebt mit uns, was sie bedrückt.

Ihr Exmann ist mir suspekt, als er auftaucht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass gerade der Ex zur Hilfe eilt, aber im weiteren Kontext, kann ich seine Beweggründe nachvollziehen. Glaubhafter wird er für mich nicht, aber es gibt nette Gesten von ihm und ich weiß nicht, ob es sonst einen so passenden Abschluss gegeben hätte.

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Kulisse

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Ich hatte erst Angst, dass ich meine gesamte Lesezeit in einer Anstalt verbringen muss. Aber dadurch, dass Marie ihre Geschichte erzählt, befindet wir uns oft in Hamburg. Auch ihre Wohnung, einfach ihr ganzes Leben – können wir für kurze Zeit betreten.

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Handlung

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Erst bin ich der Meinung, dass Marie zu Recht in der Klinik sitzt. Wenn sie endlich beginnt, ihre Geschichte erzählen und ich das Gefühl habe, danebenzusitzen, wird mir Angst und Bange. Ihre Fantasien sind wirklich schrecklich. Zwar weiß ich, dass das alles nur in ihrem Kopf ist, aber auch die Autorin kann wohl in Leserköpfe gucken. Als ich gerade das Lied „Nur in meinem Kopf“ in MEINEM Kopf höre, schreibt die Autorin darüber. Gänsehaut!

Mir hat es sehr gefallen, wenn ich daneben gesessen habe und Marie zuhören durfte. Mir kam die Situation echt vor und ich habe mit der Protagonistin gelitten, wenn sie sich nicht mehr erinnern konnte. Ich habe mich aber auch oft zusammenreißen müssen, weil ihre Fantasien riesig und dunkel aus Marie heraus flossen.

Die Aufarbeitung ist für sich wichtig und für den Leser ist es das große Geheimnis. Dass, das Buch später mit einem großen Knall endet, ist das i-Tüpfchelchen. Darüber verrate ich hier nichts, nur soviel, dass es für mich zu viel war, aber im Gesamtzusammenhang fast schlüssig ist.

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Diegestaltung

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Was ich nicht mag, ist, dass Blessing Bücher immer schnell rundgelesen sind. Dabei lese ich sehr vorsichtig. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass es ein broschiertes Buch ist und ich finde, dass „Alles muss versteckt sein“ ein Hardcover verdient hätte!

*DieBewertung

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Wahnsinn! Wiebke Lorenz hat es geschafft, dass ich dieses Buch in einem  Rutsch lesen wollte. Zeitweise war mir dies zwar nicht möglich, aber die Gedanken waren immer beim Buch und bei Marie. Stark inszeniert und für mich gut umgesetzt, ist es eine Geschichte, die ich empfehlen kann. Mir persönlich hat das Ende nicht ganz zugesagt, etwas zu viel des guten, aber da sollte sich jeder Leser seine eigene Meinung bilden.

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