Das Vermächtnis der Montignacs

DSC_0563Das Vermächtnis der Montignacs

John Boyne

Piper, 2013

978-3492301541

12,99 €

Amazon

Owen Montignac sieht gut aus, hat Charisma und kein Geld. Kein Wunder, dass er deswegen auf die Testamentseröffnung wartet. Doch was passiert, wenn es kein Geld gibt? Die Alleinerbin ist eine andere und zu der hat Owen ein zwielichtiges Verhältnis …

DieProtagonisten

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Erst mag ich Owen sehr gerne. Ein wankelmütiger Charakter, der Fehler hat, aber auch liebenswürdige Seiten. Außerdem hat er eine Vergangenheit, die ich nicht so schnell vergessen kann. Trotz allem wird er mit der Zeit stur und getrieben von Gefühlen, die ich verstehe, aber nicht billige. Und so mag ich ihn als Leser nicht, will ihn aus dem Buch heraustreiben. Aber leider bleibt er Teil der Geschichte.

Seine Cousine gefällt mir schon besser, obwohl sie sehr blauäugig ist und manchmal in der Geschichte verloren wirkt. Sie ist wie ein Schlaglicht.

Alle anderen Figuren sind recht gut ausgefeilt, nehmen ihre Rollen ein und weichen vom Weg kaum ab. Ich darf leider nicht zu viel verraten, sonst erkennt ihr, die das Buch noch lesen wollen, zu schnell Zusammenhänge.

Kulisse

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London 1936 – ein paar Menschen denken an Krieg, andere lassen es krachen. Und so begibt sich auch der Leser auf eine eher manchmal nicht so ausgebaute Zuschauerposition. Owen denkt nur an Geld, Trinken und spielen. Gerade deswegen bewegt der Leser sich viel in seiner Welt. Ich für meinen Teil war lieber mit seiner Cousine unterwegs. Rund um das Herrenhaus oder im Garten fand ich wieder Boyne Sprache, die ich sehr mochte.

*Handlung

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Familiengeschichten haben es John Boyne angetan und mit seiner letzten „Das Haus zur besonderen Verwendung“ hat er mich auf die ein oder andere Art verzaubert. Nun fehlt hier der geschichtliche Hintergrund und die Wahrheit dahinter. Trotzdem hat der Autor es geschafft ein Bild über mehrere Generationen zu zeichnen, auch wenn wir nur die jüngere Familie begleiten. Außerdem lässt er nichts  aus: Süchte, Rachegefühle, Traurigkeit und viele Menschen, die wie ein Teppich miteinander verwoben sind.

Ich begleite also nicht nur eine Familie, die ein großes Problem hat, sondern noch eine traurige Geschichte bei der ich auf eine sehr starke Mutter treffe. Diese fasziniert mich sofort, weil sie kämpft wie ein Löwe, obwohl ich es auch manchmal nicht verstehen kann.

Geschickt verwebt Boyne mehrere Klassen, Berufe und viele Eigenarten miteinander. Deswegen sollte das Buch gelesen werden.

*Diegestaltung

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Witzigerweise wollte ich das Buch lange nicht lesen – zu dick für ein Taschenbuch. Aber als ich meinem Freund die Auswahl ließ zwischen diesem und „Der Fluchweberin“ sagte er: „Du zeigst mir so ein Cover und meinst ich würde es nicht auswählen?“

Stimmt. Irgendwie hat er recht. Es ist ein wunderbar melancholisches und durchaus passendes Bild zur Stimmung im Roman.

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DieBewertung

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Ich bin immer wieder gespannt auf neue John Boyne Bücher. Mal reißt er mich mit, mal nicht. Dieses war sehr durchwachsen, aber aber Ende war es für mich eine gute Unterhaltung und hat vier Bücherpunkte verdient.

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