Heike Eva Schmidt im Bücherchaos + [Gewinnspiel]

Heute freue ich mich sehr, euch Heike Eva Schmidt vorstellen zu dürfen. Sie hat sich viel Zeit genommen um interessante Fragen zu beantworten. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

(Quelle: Droemer Knaur.de)

Heike Eva Schmidt wurde in Bamberg geboren und lebt heute im Süden Münchens. Nach einem Studium der Schulpsychologie wechselte sie direkt nach ihrem Abschluss zum Journalismus. Nach Stationen bei Radio, Fernsehen und Zeitschriften erhielt sie im Jahr 2000 ein Stipendium an der Drehbuchwerkstatt München. Seit mehreren Jahren arbeitet sie als freie Drehbuchautorin, aktuell für eine Serie des Bayerischen Fernsehens. 2010 verwirklichte sie schließlich ihren Kindheitstraum: Romane zu schreiben. Seitdem arbeitet sie vorzugsweise im bayerischen Voralpenland. Dort entstehen in ihrer kleinen „Schreibstube“ viele Ideen. „Purpurmond“ ist Heike Eva Schmidts erster Fantasyroman.

Wie kamen Sie zum Schreiben?

Wörter hatten schon immer eine unwiderstehliche Faszination auf mich ausgeübt. Als Fünfjährige habe ich meinen armen Großvater dauernd mit der Frage „was ist das für ein Buchstabe“ gelöchert und mir das Lesen anhand von bunten Bildkärtchen selbst beigebracht. Irgendwann fing ich an, mir für Märchen ein anderes Ende auszudenken. Weil mir z.B. der Wolf leid tat, wurde er bei mir von Rotkäppchen gezähmt und wohnte in einer Hundehütte – ein „Kinder-Happyend“ eben … Ich schrieb diese Geschichten auch auf, anfangs mit haarsträubenden Rechtschreibfehlern. Aber die Magie, selbsterfundene Personen und ihre Geschichten zum Leben zu erwecken, hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Sie haben ein wunderbares Zitat auf ihrer Webseite: »Wenn ich nicht an die Macht des Wortes glaubte, würde ich, stumm wie eine Sardine, mein Leben verraten.«. Warum gerade dieses?

Weil ich im Spiel mit den Worten aufgehe. Ich glaube, wenn ich nicht schreiben dürfte, wäre ich ziemlich unglücklich!

Wenn Sie sich morgen einen neuen Beruf aussuchen könnten, welchen würden sie wählen?

Ich würde unbedingt Autorin bleiben wollen! Ich habe es mir immer gewünscht und lange darum gekämpft, das Schreiben zu meinem Beruf zu machen – das möchte ich jetzt um nichts in der Welt wieder aufgeben!

Lieblingsbuch?

„Rot“ von Uwe Timm und „Ein Bär will nach oben“ von W. Kotzwinkle (der heißt wirklich so!)

Was machen Sie, wenn sie grade ein Manuskript zu ende geschrieben haben?

Ich bin erstmal eine Stunde völlig paralysiert, weil ich es noch gar nicht fassen kann. Aber am Abend gehe ich dann zur Belohnung richtig schön Essen!

Haben Sie eine Lieblingsfigur in ihren Büchern?

Mir sind all meine Figuren sehr ans Herz gewachsen (außer die Bösewichte!). Daher ist es für mich auch immer ein echter, kummervoller „Abschied“, wenn ich mit einem Buch fertig bin, bei „Purpurmond“ habe ich das Schreiben der letzten Seiten sogar regelrecht hinausgezögert, weil mir das Herz geblutet hat, mich von Cat, Dorothea und den anderen verabschieden zu müssen.

„Purpurmond“ ist gerade in aller Munde. Ich selbst habe es noch auf meiner Leseliste. Hätte Sie mit diesem Ansturm gerechnet?

Gerechnet nicht, aber gehofft. Trotzdem bin ich völlig platt und fühle mich wie Sterntaler, weil die bisherigen Rezensionen sehr positiv sind. Wenn ich lese, auf welche Details im Buch die LeserInnen eingehen und wie sehr sie meine Figuren und den Schreibstil mögen, bin ich jedes Mal von Neuem gerührt!

Verfolgen Sie Rezensionen im Internet und ihren Amazon-Rang?

Ja natürlich, denn ich bin ja „Debüt-Autorin“ und es ist für mich sehr wichtig, dass ich weiß, was bei den Lesern ankommt – und was nicht.

Ich bin selber Rezensent. Sollten Online-Rezensenten ihre ehrliche Meinung äußern und arbeiten sie mit Kritik von dieser Seite, wenn sie konstruktiv ist?

Natürlich dürfen – und sollten – Rezensenten ihre ehrliche Meinung auch kund tun, das ist ihr gutes Recht, wenn sie das Buch gekauft und gelesen haben. Ich versuche auf jeden Fall, Kritik – wenn ich sie nachvollziehen kann – anzunehmen. Als Autorin die beleidigte Leberwurst zu spielen oder völlig immun gegen Kritik zu sein, finde ich albern. Allerdings sollte man sich auch nicht verbiegen lassen. Was die einen stört, gefällt den anderen, ich glaube, das ist normal. Wenn ich allerdings merken würde, dass jemand nur „stänkern“ will oder mein Buch gar nicht richtig gelesen hat, aber darüber meckert, würde mich das schon ärgern.

Gleich zwei Bücher, bei zwei verschiedenen Verlagen. Von welchem wussten Sie zuerst, dass es veröffentlicht wird?

„Schlehenherz“ wurde zuerst verkauft, zwei Monate danach hielt ich den Vertrag für „Purpurmond“ in Händen. Und es erscheint in diesem Jahr noch ein drittes Buch von mir: „Amerika liegt im Osten“ – ein realistischer Jugendroman, der im Mai vorliegen wird.

„Schlehenherz“ und „Purpurmond“ könnten unterschiedlicher nicht sein. Was erklärt den Reiz an einem Zeitreiseroman und warum schrieben Sie auch einen Jugendthriller?

Ich war auf kein Genre festgelegt. Mich hat der Gedanke gereizt, ein Mädchen aus dem Jahr 2012 in die Vergangenheit zu schicken und sie auf diese Weise hautnah erleben zu lassen, wie das Leben damals war. Vor allem in dem düstern Zeitalter der Hexenverfolgung. Meine „Heldin“ Cat ist ja ein echtes Kind des 3. Jahrtausends und setzt sich allein durch ihre Sprache und ihr – für damalige Verhältnisse völlig unangemessenes – Verhalten im Jahr 1630 häufig in die Nesseln. Andererseits kann sie sich durch die 300 Jahre „Vorsprung“ auch behaupten und einige Schwierigkeiten meistern. Ich glaube, der Leser taucht mehr in die Geschichte ein, wenn sie nicht ausschließlich in der Vergangenheit spielt. Weil Cats Probleme und ihre Gedanken sehr aktuell sind – immerhin muss sie sich in einem Leben, das für uns heute unvorstellbar ist, zurecht finden. Bei einem reinen Historienroman erlebt man ja nur das Leben damals mit. Und zuletzt sind Denunziation, Verrat, aber auch tiefe Freundschaft sowie eine eigentlich unmögliche Liebe Themen, die damals genau wie heute noch aktuell sind.

Den Jugendthriller habe ich geschrieben, weil sich die Nachrichten häufen, dass Täter sich mit falscher Identität Opfer in Foren wie Facebook und SchülerVZ suchen und deren Vertrauen gnadenlos ausnutzen. Das hat mich derart beschäftigt, dass daraus die Idee zu „Schlehenherz“ entstand.

Sie haben eine Leserunde bei Lovelybooks gestartet. Sind Sie aufgeregt? Wie ist die Leserunde gelaufen?

Ja, ich bin vor jeder Rezension nervös! Aber die vielen Beiträge vorab – immerhin mehr als 300 – waren sehr positiv und die Kommunikation mit den Teilnehmern der Leserunde ist so nett und lustig, wie ich es nie erwartet hätte.

Nebenbei schreiben Sie noch Drehbücher. Was unterscheidet diese Arbeit von einem Jugendbuch?

Da ich für eine Daily im bayerischen Fernsehen schreibe, ist das Tempo viel höher und die Zeitspanne, in der ich abliefern muss, deutlich kürzer als bei einem Roman. Außerdem arbeiten wir beim Fernsehen im Team, während ein Roman ganz allein mein Werk ist. Was ich beim Drehbuchschreiben gelernt habe, zum Beispiel Spannungsmomente aufbauen, kann ich aber beim Romane schreiben wunderbar anwenden. Von daher befruchtet und ergänzen sich diese beiden Bereiche perfekt.

Danke für die tollen Antworten!

[Gewinnspiel]

Beantwortet folgende Frage und schickt die Antwort an: buecherchaos@web.de

Frage:

Welche Bücher von Heike Eva Schmidt sind käuflich zu erwerben?

Beginn: 02.06.2012

Ende: 29.06.2012

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12 Kommentare

  1. Das Interview mit Heike Eva Schmidt ist wirklich wunderbar! Ich habe „Purpurmond“ sehr genossen und da macht es mir natürlich auch viel Freude die wirklich interessanten Fragen und die ehrlichen und sympathischen Antworten zu lesen! Danke dafür an Dich, liebe Franzi und an Sie, Frau Schmidt! 🙂

    Liebe Grüße,
    Diana

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  2. Ein superinteressantes Interview und ein Buch, um das ich schon länger rumschleich 😉 Fein! Da werde ich doch gleich mal eine Email schreiben!

    Liebe Grüße
    Bine

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  3. Hey,

    ich lese sehr gerne Interviews von Autoren, weil man sie besser kennen lernt. Ich gefallen deine Fragen sehr gut, so habe ich mehr über die Autorin erfahren können. Ich finde es schön, dass die Autorin sich über jedes Feedback ihrer Leser freut 🙂

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