Liebste Tess – Rosamund Lupton

[Gedanken eines Lesers]

Manchmal ist ein Buch lesen wie bei einem Unfall zugucken.. Eigentlich will man es nicht sehen, aber wegschauen funktioniert auch nicht.

Liebste Tess – Rosamund Lupton

Hoffmann & Campe,2010

19, 95 €

Zum Jahresende ein melancholisches Buch, als hätte das Buch mich ausgesucht und nicht ich das Buch. Tatsache ist: „Liebste Tess“ wäre gar nicht in mein Beuteschema gefallen, wenn es nicht Wanderbücher gäbe. Denn außer dem gut aussehenden Schriftzug gefiel mir nichts an diesem Buch.

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so beginnt auch der Brief den Beatrice an ihre Schwester schreibt. Nur dieser Brief wird nie gelesen, denn Tess ist tot. Gefunden in einen verdreckten Toilettenhäuschen, allein und voller Trauer starb sie dort. Die Polizei glaubt an Selbstmord, sprechen doch alle Zeichen dafür. Aber an Beatrice, ihrer großen Schwester nagen die Zweifel. Wusste sie nicht, dass das Leben wertvoll ist? Warum rief sie nicht an?

Die Umgebung verfällt in Trauer, aber Beatrice kämpft um die Wahrheit.

Am Anfang dachte ich, die Story sei eine gute Idee. Die Schwester standen sich nahe und ein großes Geheimnis sollte den Leser immer weiter durch die Geschichte peitschen. So weit so gut. Ich bin der Leser, der anstelle von der leider toten Tess den Brief zu lesen bekommt. Am Anfang fesselte der Schreibstil mich tatsächlich. Waren es doch die Rückblicke, die schlaglichtartig einen Teil der Vergangenheit von Tess und Beatrice freigaben.

Aber mit der Zeit wurde mir Beatrice anstrengend. Sie brachte die Polizei auf die Palme und mich auch. Manche Handlungen kamen mir absurd vor und ich dachte, dass ich alleine als Frau zu bestimmten Menschen nicht hingehen würde. Ist die Figur lebensmüde? Zwischendurch kamen mir solche Gedanken. Klar trauert jeder Mensch anders, aber niemand bat sie mit ihren Nachforschungen aufzuhören.

Der Klappentext spricht von einem sensationellen Ende und tatsächlich ist dieses Ende anders, denn der geneigte Leser soll sich während des Briefes einige Gedanken machen, was denn nun wirklich mit Tess passiert ist. Doch bei mir stellten sich dieses Fragen nicht ein. Kurz vor Schluss dachte ich: „Das ist so, weil….“ und hatte recht, aber so richtige Lust auf mit raten und spekulieren kam mir nicht auf. Dafür legt die Autorin ihr Augenmerk zu sehr auf Gefühlsregungen und die Beziehungen einzelner Menschen zueinander.

Der Aufbau als Brief hat mir gefallen was mich allerdings zum Weiterlesen treibt, war, dass die Polizei so schlecht in diesem Buch abschneidet UND das es nie spannend wurde. Rätselhaft, ja, aber ist es das nicht eh, wenn ich immer wieder neue Verdächtige habe?  Gerade weil ich nicht weg gucken konnte, kam mir der Gedanke, den ihr ganz oben lesen konntet.

Tja auch so ist das mal mit Büchern………..


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