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Schlagwort-Archive: Roman

Hannes – Rita Falk

Hannes

Rita Falk

dtv, 2012

978-3423280013

17,90 €

Hannes liegt da, einfach in seinem Bett. Die Augen einen Spalt offen, aber in ihn hineinsehen kann man nicht. Uli kommt ihn besuchen, jeden Tag, denn er ist sein Freund. In Briefen erzählt er Hannes was passiert in der Welt, wie die anderen Freunde zueinander stehen und zeigt: Dass das Leben schön genug ist, um wieder zukommen, oder?

Ein Komapatient als Hauptfigur, als lebendes Denkmal einer Freundschaft, eines Unfalls und dem Leben, das weitergeht. In diesen Büchern gibt es einen schmalen Grad zwischen Kitsch und Realität, der gehalten werden muss. Schnell kann es zu feinfühlig werden, zu wunderbar, wenn Komapatienten schnell Heilung erfahren oder zu schnell sterben. Soll so ein Buch Hoffnung machen? Soll es über das Leben und den Tod erzählen?

Es ist nicht in den Kitsch abgerutscht, das kann ich sagen. Durch die Figur Uli, die Briefe schreibt, so wie er ist und sein wird, bleibt der Roman in der Realität haften und ist nicht allzu rührselig. Uli ist ein Mensch, der sehr betroffen ist, denn er kennt Hannes schon von klein auf. So einen Freund sollte man haben!

Uli schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Mit manchmal verkrüppelter Grammatik und so wie einundzwanzigjährige wohl reden. Er ist kein Prototyp, denn ich kenne viele, die bei so einem Schicksalsschlag anderes reagieren würde, den Freund im Stich lassen würden, ohne einen Grund zu haben. Aber er ist eine Figur, die sich verändert durch seine Briefe, die Menschen, die ihn umgeben und schließlich auch seinen Job.

Wenn man nachdenkt, kann man viel verändern, so habe ich einige Dinge gelesen. Wenn man für jemanden da ist, heißt es anderes zurückstellen. Manchmal war ich schockiert, dass andere Figuren ablehnend reagieren, oder zu engagiert sind. Aber Uli brauchte diese Gegenpole sonst wäre er einfach in der Masse der Briefeschreiber der Literatur untergegangen.

Zum Ende hin habe ich kurz einen Kloß im Hals, das gebe ich zu. Aber auch nur einmal. Es ist kein Buch, dass so könnte man laut Klappentext denken, großartig auf die Tränendrüse drückt, denn das schafft Ulis Schreib- und Denkstil einfach nicht.

Überraschenderweise hat mir dieses Buch von Rita Falk gefallen und so vergebe ich 4 Bücherpunkte und empfehle es gerne weiter.

 
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Geschrieben von - Mai 25, 2012 in Romane

 

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Amerika liegt im Osten – Heike Eva Schmidt

Amerika liegt im Osten

Heike Eva Schmidt

Schwarzkopf&Schwarzkopf, 2011

978 3 86265 134 3

12,95 €

Rezensiert für Bücherkinder.de

Motte ist siebzehn und schwer verliebt. Dass ihr Schwarm, gerade einen tschechischen Mitschüler einfach so verprügelt hat, verdrängt sie. Ihr Schwarm fliegt in die USA und auch Motte will da unbedingt hin. Aber woher das Geld nehmen? Verlockend klingt da die Idee, ihre Oma in ihre Heimat nach Tschechien zu fahren.

Doch diese Fahrt ist gar nicht so einfach. Erinnerungen kommen auf, die Schwärmerei von Motte wird in Frage gestellt und dann wird klar, dass es nur eine Wahrheit gibt, die auch sehr grausam sein kann….

Das Cover zeigt ein Mädchen mit einem verträumten Blick, der Titel lässt den Leser erst etwas stutzen. Dann liest man den Klappentext und denkt: Na dann mal los Motte.

Am Anfang des Buches denke ich oft über Motte nach: Reagiert sie richtig? Warum denkt sie das? Und immer wieder vergleiche ich Motte mit mir. Wie habe ich für einen Jungen geschwärmt? Hätte ich das auch getan? Sie ist erst etwas nervig, weil sie sprunghaft handelt, nicht nachdenkt und verliebt ist. Ein echter Teenager!

Jeder kennt das: Familienfeier bei Oma und Opa und man selbst ist schon älter. Keine Lust ist meistens vorprogrammiert und dann fährt Motte sogar mit ihren Urgroßeltern nach Tschechien. Ein gute Idee, denn man sieht mal ein Land, über das ich nicht viel wusste. Im Auto herrscht am Anfang ein eisiges und unsicheres Klima. Man kann es spüren, denkt mit Motte mit und versucht auch den Urgroßvater zu verstehen.

Für mich war es besonders ergreifend als die drei beginnen nicht nur ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern auch ihre Gefühle für einander. Heike Eva Schmidt lässt die Figuren frei wirken, lässt Motte reden wie ein Teenager redet und schafft es trotzdem unser Leserherz anzusprechen.

Motte wird in diesem Buch erwachsen. Schritt für Schritt auf einer großen Treppe läuft sie nach oben. Mal geht sie auch zurück, denn nicht alles leuchtet ihr sofort ein oder sie ist einfach bockig. Es ist ein toller, einfühlsamer Adoleszenz Roman, den ich für Jugendliche ab 15 empfehlen würde. Immerhin ist Motte schon siebzehn und auch die Thematik scheint mir für jüngere zu schwer verständlich.

Frau Schmidt hat es geschafft, dass Motte und ich noch Freunde geworden sind und sie gibt den Lesern zu verstehen, dass es nicht immer leicht ist an die Wahrheit heran zu kommen und mit ihr zu Leben.

Am Ende nehme ich ungern Abschied von Motte und vergebe 5 von 5 Bücherpunkten.

 
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Geschrieben von - Mai 13, 2012 in Romane

 

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Die Tigerfrau – Obreht

Die Tigerfrau

Téa Obreht

978-3871347122

19,95 €

Ein Tiger.

Ein Mann, der ein Geheimnis hat.

Grenzen, die plötzlich ein Land trennen.

Und Geheimnisse, die nicht gelüftet werden können.

Natalia ist eine junge Ärztin, die sich mit ihrer Freundin aufmacht, in einem Kloster Medikamente zu verteilen. Auf dieser Reise verfährt sie, dass ihr Großvater gestorben ist.

 Sie beginnt über ihn nachzudenken. Was hat ihren Großvater ausgemacht? Was ihn bewegt und was ihn glücklich gemacht?

Und dann holt die Vergangenheit die Gegenwart ein und ihre wird bewusst, dass die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt und die Zukunft belastet…

“Alles was nötig ist, um meinen Großvater zu verstehe, liegt zwischen zwei Geschichten: der von der Tigerfrau und der von dem Mann, der nicht sterben konnte.” 

Ganz unbedarft und ohne eine Vorstellung, was ich erwarten würde begab ich mich mit Natalia auf eine Reise, in ein Land mit Städten, die fiktiv sind, traf Menschen, die seltsam waren, und spürte ihre Vergangenheit.

Téa Obrecht hat einen vorsichtigen, leisen Schreibstil. Es gibt Sätze, die ineinander fließen und welche, die aus der Masse hervorstechen. Immer wieder sind mir solche Sätze begegnet, die mich berührt haben. Für ein Erstlingswerk ist es erschreckend eindringlich und von der ersten bis zur letzten Seite gut durchdacht.

Zuerst denke ich, ich verfolge das Leben von Natalia mit ihrem Großvater, aber später geht es um so viel mehr. Um Grenzen, die Natalia selbst überwinden muss, weil es sie früher nicht gab und weil sie die Erinnerung an ihren Großvater verarbeiten muss.

Dann plötzlich geht es um einen Tiger und die Vergangenheit ihres Großvaters. Was hat ihn zu dem treuen Menschen gemacht, der er war? In zwei fast fantastischen Geschichten bekommen wir einen Einblick, was den  Menschen verändert und zu dem macht, was er am Ende seines Lebens ist.

Die Städte sind fiktiv, man kann sie nicht googeln oder nachschlagen. Es ist sicher in der Geschichte vieler Länder passiert, dass es plötzlich eine Grenze gab. Trotzdem hat man das Gefühl, es passiert jetzt  und ist so realistisch wie vieles andere in diesem Buch auch: Gefühle, Handlungen und Leben.

Die Mischung zwischen Fiktion und Faktizität, die es hier gibt, entwickelt den Sog dieser Geschichte, das Gefühl weiterlesen zu müssen, um zu erkennen, was Wahrheit ist und was Lüge, was möglich ist und was nicht.

Vier Bücherpunkte und eine Empfehlung für alle, die Lust haben ein gutes Buch zu lesen, das Zeit braucht.

 
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Geschrieben von - Mai 1, 2012 in Romane

 

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Als Gott ein Kaninchen war – Sarah Winman

Als Gott ein Kaninchen war

Sarah Winman

Limes, 2012

978 3 8090 2612 9

18,99€

Warum sollte Gott kein Kaninchen sein können? Warum können Süßigkeiten nicht ein Leben lang nur einen Penny kosten? Alles Gedanken, die sich Elly schon mit Sieben macht und mit Neun und mit Elf. Und wie verkraftet man einen Verlust, wenn es bedeutet einen Teil von sich selbst zu verlieren?

20 Jahre später kommt sie sich nicht viel glücklicher vor. Aber sie wird gebraucht und kämpft. Nun ist sie es, die ihren Bruder beschützen muss…

“Mein Leben lässt sich in zwei Hälften unterteilen, nicht wirklich im Sinne von Vorher und Nachher, sondern eher zwei Buchdeckeln gleich, die Jahre leerer Grübeleien zusammenhalten… [...]

Und was wirklich alles zwischen zwei Buchdeckel passt, ist wirklich erstaunlich. Beginnen wir mit dem Lesen im Jahre 1968, da sollte Elly geboren werden. Ein großes, buntes und aufregendes Jahr für ihre Familie und auch für England. Elly ist das, was man einen Freak heute nennt und damals ein eigenartiges Kind war. Ihr Bruder Joe ist eigentlich genau so, nur Jahre älter und ein Aufpasser. Was bleibt den Kindern denn, wenn die Mutter mit ihrem Leben zu kämpfen hat und der Vater etwas weltfremd ist?

Aber eigentlich bleibt Elly sowie so nichts erspart. Einsamkeit, schnell lesen lernen (zu schnell, sie ist ungefähr vier), rasant erwachsen werden, weil man Dinge sieht, die man nicht sehen soll. Manchmal denkt man, es sei zu viel für ein Menschenleben, was diese Familie erleiden muss. Manchmal ist es auch nur die kleine Elly, die ich in den Arm nehmen möchte, um ihr zu sagen: Es ist nicht immer so.

Aber dann kommt mir die Erleuchtung. Es sind die Kinderaugen, die Sarah Winman sprechen lässt. Und ein Kind sieht viele Dinge anders. Klar ist es die Sprache der Alten Elly, die im Rückgriff ihr Leben erzählt. Aber es ist auch die kindliche Frische, die Naivität und die Schnelligkeit mit der Elly als Kind alles verarbeitet, die uns irritiert. Es sind viele ernste Themen, die angesprochen werden, aber auf die Wahrnehmung kommt es an.

Im zweiten Teil wird es nämlich ruhiger. Elly beginnt ihr Leben zu reflektieren, denkt eher nach, wird ruhiger. Und dann wird sie gebraucht. Es ist die Hälfte des Buches, aber hier dreht sich die Lesezeit langsamer.

Ein Wunder, wie viele Menschenleben zwischen zwei Buchdeckel passen und wie viel englische Geschichte  und Weltgeschichte. Denn wer aufmerksam liest, merkt das die Autorin stolz ist auf einige Dinge, die in der Welt damals passiert sind, auch sie trauert, wenn etwas passiert, und schaut nicht nur vor ihre Haustür. Es ist ein geschichtlicher Aufriss, der auch viel mit der Familie und Elly zu tun hat.

Es war einfach alles dabei: Das Gefühl aufgeben zu wollen, das Gefühl ein Geschichtsbuch zu lesen. Auch Tränen hatte ich in den Augen und geschmunzelt über Kaninchen und Co.

Ein Buch, das mit Zwischentönen begiestert,aber auch polarisieren kann.

 
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Geschrieben von - April 24, 2012 in Romane

 

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Roman eines Schicksallosen – Kertesz

Roman eines Schicksalslosen

Imre Kertèsz

rororo, 2005

3499240432

Ein vierzehnjähriges Ich meldet sich freiwillig zum Arbeitsdienst. Was es nicht ahnt ist, dass es kein Arbeitsdienst ist. Erst ist es ein Aufenthalt im Nirgendwo, dann ist es eine Bahnfahrt im Viehwaggon. Das Ich wird in Auschwitz landen und fast eine von vielen Leichen werden. Irgendwie schrammt das Ich an seinem Unglück vorbei. Immer und immer wieder. Ist das Glück, dort zwischen den Schornsteinen und dem süßlichen Geruch?

Imre Kertèsz hat es selber erlebt. Alles. Die Fahrt, das Umkleiden, das Arbeiten, die Gräueltaten, wie sie alle nennen. Doch durch seine Augen bekommt dieser schreckliche Teil unserer Geschichte andere Nuancen. Es gibt Freundschaften, Zufälle und auch Glück, denn Glück ist relativ.

Es ist eine schreckliche Perspektive, dieses Ich. Mit den Augen eines Kindes wird vieles anderes wahrgenommen. Immerhin geht der Junge von damals fast freiwillig zum Arbeitsdienst. Es ist die Sichtweise auf manches, die den Leser schockt.

Ja, da wird eine alte Frau aussortiert und muss nicht zum Arbeitsdienst. Da hat sie doch Glück gehabt, viel arbeiten hätte sie nicht mehr können. Ob er die Duschen gesehen hätte? Nein, sonst stände er nicht hier. Und schon glauben, die Unberührten, dass es sie nicht gegeben hat.

Wie hält man so etwas aus? Ich glaube, es ist zum Teil der unverfälschte, kindliche Blick auf die Dinge. Warten auf das nächste Stück Brot, Anpassung an langweilige Tage und Arbeiten ohne Ende. Teilnahmslos Menschen sterben sehen, so lange man nicht selbst betroffen ist, bis morgen denken, denn dann geht die Sonne wieder auf. Es sind viele Detail, die der Leser selbst ergänzen muss. Mitdenken und Mitfühlen sind hier gefragt.

Am meisten erschüttert hat mich das erste Gespräch in der Freiheit. Das ihn niemand versteht, alle von dem “Bösen” wissen wollen, aber niemand fragt, wie es wirklich war. Es ist ein besonderer Roman, den ich gerne gelesen habe trotz der fremden Perspektive.

 
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Geschrieben von - April 21, 2012 in Romane

 

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Einsteins Versprechen – Rovira/Miralles

Einsteins Versprechen

Alex Soveira

Francesc Miralles

978-3471350515

18,00€

Albert Einstein war ein Genie. Aber was tat er, nachdem ihm der Nobelpreis verliehen wurde? Warum forschte er 34 Jahre an gar nichts? Oder gibt es da doch einen dunklen Fleck in seiner Biografie? Dieser dunkle Fleck ist es, den Sarah und Javier versuchen mit Leben zu füllen. Aber kann Javier Sarah vertrauen? Ist die Reise um die halbe Welt von Erfolg gekrönt?

Sehr geheimnisvoll beginnt diese Reise. Eigentlich ist reiner Zufall, dass Javier über Einstein reden muss und so wenig später geheimnisvolle Post bekommt. Diese Eingangsszene ist gut gelungen, Javier kann man sich vorstellen, er hat eine Vergangenheit, ist jetzt aber ein einsamer Mensch.

Geheimnisvoller ist da Sarah, die nicht viel von sich preisgibt und auch noch eine Frau mit zwei Gesichtern zu sein scheint. Manchmal ist sie mir suspekt, wie sie mit den Menschen umgeht, ist manchmal recht ruppig. Sie hat ein Geheimnis und um dieses muss der Leser sich nun auch kümmern.

Der Handlungsort Barcelona wird schon lange von mir vergöttert. Nirgends gibt es schönere Ecken, die in das magische Setting von “Einsteins Versprechen” passen könnten. Leider wird nicht allzu sehr mit dem Ort gespielt. Kurz sind die Beschreibungen, wo sich die Protagonisten gerade aufhalten. Auch als wir die Orte wechseln wie nichts, werden nur Namen genannt, kurz die geografische Lage genannt und das war es.

Etwas mehr Mühe haben sich die Autoren mit der einstein Thematik gegeben. Teile einer Biografie müssen noch von Javier mit Wissen gefüllt werden und so lesen wir immer ein bisschen mit. Ein Buch im Buch. Auch durch Gespräche zwischen den Protagonisten wird klar, dass sich viel Mühe mit der Recherche gegeben wurde. Wo hat Albert gelebt? Mit wem? Warum? Wen hat er geliebt? Ich würde jetzt nicht alles als Wahrheit verbuchen, was ich hier erfahren habe, aber vieles ist wahr und nachvollziebar.

So ist es reichlich verwunderlich, dass mir das Buch später nicht mehr gefällt. Sarah gibt keine Informationen heraus, wir sind zwei Tage im nirgendwo, drei Tage auf der Flucht und spielen 24 Std. mit dem Feuer. Da bleibt einiges auf der Strecke.

Als ich beim vierten Teil des Buches angekommen bin, will ich nur noch wissen, was Einstein herausgefunden hat. Seit einigen Seiten kann ich es schon erahnen und so ist es auch enttäuschend, dass ich recht behalte. Zwar ist die Einsicht von Einstein sehr schön, und er hat tatsächlich recht, die Enttäuschung, die das Buch bei mir auslöst, kann sie aber nicht wieder wettmachen.

So vergebe ich am Ende 2-3 Bücherpunkte, weil ich vieles als unzureichend empfinde, aber Albert Einsteins Leben einen sehr schönen Teil dieses Buches ausmacht.

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Geschrieben von - April 17, 2012 in Historische Schmöker, Romane

 

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Die Schmetterlingsinsel – Corina Bomann

Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann

Ullstein, 2012

978 3 548 28438 5

9,99 €

Diana Wagenbach ist gerade nichts wichtiger, als weg zu kommen. Ihre Mann hat sie betrogen, sie fühlt sich allein und ist durcheinander. Als auch noch ihre Tante stirbt, steht sie vor der Aufgabe, das Erbe anzutreten und einige Sachen in England zu klären. Dort erwartet sie ein Butler, ein großes Haus und ein mysteriöser Brief. Dieser Brief ist von Dianas Ururgroßmutter und deutet an, dass es ein Geheimnis gibt. Diana ist Feuer und Flamme, bietet ihr dieses Geheimnis doch Ablenkung und Halt auch wenn sie der letzte Spross der Familie ist….

Welchem Buch würde man nicht zu Füßen liegen, wenn es so eine Aufmachung hat? Die Schmetterlinge haben mich sofort verzaubert und ich war gespannt, was die vielen Schmetterlinge bedeuten würden.

Ein alter Brief als Prolog, der sofort ins Herz trifft. Irgendwem muss verziehen werden oder ist es schon passiert? Wer steckt hinter den Namen?

Mit Diana begeben wir uns auf Entdeckungsreise nach England. England wahrlich ein Ort an dem es einige Geheimnisse gibt und alte Herrenhäuser sind gute Kulissen. Auch Diana ist eine Frau, die auf Anhieb sympathisch ist. Gerade wird sie vom Schicksal gebeutelt, streckt aber den Rücken durch und geht weiter gerade aus. Auch Tränen scheut sie sich nicht und ihre Gedanken und Gefühle liegen offen vor dem Leser.

In der Realität um Diana herum gibt es nur noch wenige Figuren mit denen sich der Leser beschäftigen kann. Ihr Mann ist nur eine Randfigur, mehr ein Antrieb als Figur und auf ihrer Entdeckungsreise gibt es nur noch einen Menschen, den der Leser besser kennen lernt. Da bleibt nur noch der Butler, der wirklich very britisch ist ;) So stelle ich mir jedenfalls einen Butler vor: Diskret, aber liebenswürdig und loyal bis in den Tod.

Alle anderen Figuren leben in der Vergangenheit und sind schon gestorben. In Briefen oder Rückblenden (Träumen) lernen wir Großmütter, Urgroßmütter und Ururgroßmütter kennen. Am Anfang ist das sehr verwirrend. Eine heißt Grace, eine Victoria, aber das Grab, welches am Anfang wichtig ist, ist von Beatrice. Ich konnte sie einfach nicht auseinander halten. Alles Frauen. Besser wurde es erst, als aus den Hinweisen, seitenlange Rückschritte in die Vergangenheit wurden. Gekennzeichnet mit Ort und Datum lichtete sich der Wust an Personen.

Sogar exotischere Orte als England, besuchen wir. Sie sind bunt und warm, voller Freude und auch Trauer. Es ist der Mix, der die Geschichte verwebt und später auflöst. Und ich habe sogar einige Dinge dazu gelernt: Über Teeplantagen, Tiere und auch Namen.

Es ist ein Ausflug ins Alltägliche, aber auch ein Schuss Exotik fehlt nicht. Ich vergebe vier Bücherpunkte für einen angehauchten, historischen Schmöker.

 
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Geschrieben von - März 17, 2012 in Historische Schmöker, Romane

 

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Alles was bleibt – Hohberg

Alles was bleibt

Annette Hohberg

Knaur, 2011

978 3 426 65227 5

14,99 €

Und es bleiben nur Fotos…

Nach 17 Jahren ist alles vorbei. Sie trinken Wein und dann sagt er: Ich kann das nicht mehr. Eine Andere ist in meinen Blick gerückt. Erst tut es nicht weh, verwirrt nur. Aber langsam bricht Gesines Leben zusammen. Mit 17 Fotos macht sie sich auf in das Ferienhaus in Frankreich. Dort trifft sie alte Freunde, deckt verborgene Verbindungen auf und merkt:  Das Leben geht weiter. Ob auf den Fotos oder hier in diesem Haus in der Küche….

Anette Hohberg schafft es jede Stimmung einzufangen. Jeder Sonnenstrahl wirkt auf Gesine ein, jedes Foto löst einen Gefühlssturm aus und erzählt trotzdem nüchtern, wie eine Liebe vergehen kann und wie sie sich selbst verändert mit der Zeit.

Am Anfang ist es die typische Situation, die schon oft dagewesen ist. Ein Mann verlässt seine Frau und diese begleiten wir durch die Trennung. Gesine ist verletzt, windet sich in ihrem Schmerz. Ihr bester Freund ist an ihrer Seite, aber auch der kann nicht helfen. Später erfahren wir warum.

In ernsten Rückblicken anhand der Bilder erfahren wir, wie die Ehe zwischen Gesine und ihrem Leo begonnen hat. Wie es ist aus einem Schneckenhaus heraus zu kommen, zu vertrauen und dann zu merken, dass es nicht ganz funktioniert. Es ist ein wenig wie Achterbahn fahren, wenn Gesine einen Schritt vor und drei zurück geht. Aber sie bleibt nie stehen, zwingt sich zum Fortschritt und lässt Rückschritte zu.

Sie ist wie ein Schmetterling und so ist es nicht verwunderlich, dass dies das Sinnbild wird. Das Sinnbild einer Frau, die merkt, das Essen wichtig ist, Liebe ein Baustein sein kann, aber dass dieser auch mal wegbricht und zur Not immer noch man selbst zurück bleibt. Und man selbst ist der wichtigste Mensch im eigenen Leben.

Kurz vor Schluss bin ich geschockt von Gesine, erkenne sie nicht wieder. Aber vielleicht musste dieser Schock sein. Der Name Leo erinnerte mich immer an jemand anderes, aber dieses Problem liegt bei mir.

Ein Buch, das Mut machen kann. Nie kitschig wirkt und auch noch wunderbare Rezepte parat hält. Das Ende ist etwas vorhersehbar, so dass ich gute vier Bücherpunkte vergebe.

Das neue Buch von Annette Hohberg ist gerade erschienen: Ein Sommer wie dieser

 
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Geschrieben von - März 8, 2012 in Romane

 

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Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte – Schami

Die Frau, die ihren Mann auf den Flohmarkt verkaufte

Rafik Schami

Hanser, 2011

978 3 446 23771 1

17,90 €

Es war einmal ein Mann, der aufwuchs in Damaskus. Viele Krankheiten fesselten ihn als Kind ans Bett. Er spitze die Ohren für die Geschichten der Welt. Er las begierig und sein Hunger war unendlich. Dieser Mann hatte einen Großvater, der liebevoll war und wunderbare Dinge erzählte.Dschinns, die Menschen täuschten, Geschichten, die nur gemurmelt wurden und Klassiker, die kopiert werden; all diese Dinge lernt der Junge kennen und wächst heran zu einem Mann. Er wird ein Erzähler.Ein Erzähler, der eigentlich nicht schreiben will, sondern die Worte liebt, die in Geschichten verkleideten seinen Mund verlassen….Es ist eine Reise mit Rafik Schami selbst auf die wir uns einlassen. Denn wir begleiten ihn von klein auf. Wie fand er die Worte? Wo traf er seine erste Geschichte?Man trifft seinen Großvater, der ihn glücklich macht. Als Kind kann er lachen, lauscht den Geschichten und merkt sie sich. Der kleine Rafik ist wie ein Schwamm. Jede Geschichte liebt er, hört zu und merkt sich jedes Wort. Aber um ein Erzähler zu werden, muss man mehr können, als die Worte wieder geben. Man muss sie leben, lieben und sie neu verzaubern.

Sein Weg zum Erzähler ist in kleine Geschichte verpackt, die auch Wissen enthalten. So erfahren wir, dass es eine mündliche Tradition gibt und auch viel über Märchen. Vor allem das Märchen Kapitel hat mich berührt, denn Märchen sind eine Brücke für Kinder in eine andere Welt.Außerdem konnte ich einige an Wissen in meiner Hausarbeit verwenden und habe ein tolles Zitat gefunden.

Ein nettes, kleines Buch, dass sehr persönlich ist und einen Einblick in das Leben eines Erzähler bietet, der Wörter zu seiner Passion ernannt hat.

 
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Geschrieben von - März 3, 2012 in Romane, Sachbuch

 

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Das Apfelhaus – Christoph Wagner

Das Apfelhaus

Christoph Wagner

Haymon, 2011

978-3852186887

19,90 €

Mario Carozzi begleiten wir durch acht Kurzgeschichten. Diese führen uns durch Slowenien, Kroatien und Triest. Wir treffen Menschen, die sich dem Wein verschrieben haben, die sich schon ewig um bestimmte Dinge kümmern und trotzdem nicht ihren Charme verloren haben. Mit Carozzi fahren wir in den Urlaub, graben Dinge aus und wundern uns über vieles.

Ich habe noch kein Buch von Christoph Wagner gelesen, die Kurzgeschichten sind mir aufgefallen, weil ich den Titel “Das Apfelhaus” interessant fand.

Es sind mysteriöse Erlebnisse, die stattfinden. Was würdet ihr tun, wenn Dinge immer wieder auftauchen, die ihr eigentlich gut weg gepackt habt? Euch wundern? Carozzi geht auf die Suche und findet eine gruselige Geschichte, die der Auslöser sein könnte.

Ihr findet eine komische Figur die vergraben war und auch im Hotel passieren komische Dinge. Was macht ihr? Carozzi lernt jemanden kennen, der ihn fasziniert. Zu all diesen mysteriösen Ereignissen kommt noch hinzu, dass die Kulisse außergewöhnlich ist. In Slowenien oder auch in Kroatien war ich mit einem Protagonisten nie bzw. selten. Und diese Landschaft hat etwas märchenhaftes an sich. Sie verbirgt Geschichte, Sagen und Märchen, die Carozzi zum Teil entdeckt. Mit wenigen Worten und viel Humor beschreibt Christoph Wagner, die Seite von Landstrichen, die wir sonst nie erkennen würden.

Es ist kurzweilig, aber man merkt welche Liebe in den gewählten Worten steckt und welche Freude am Erzählen, wenn Christoph Wagner mit Mario Carozzi auf Tour geht.

Manchmal sind die Geschichten mir aber zu kurzweilig, es fehlt eine Auflösung, der Satz, der mich vom Mysterium befreit oder es noch vertieft. Manche Geschichten waren zu kurz und andere empfand ich als zu lang, da die Aussage schon auf Seite 1 geklärt wurde.

Es ist immer so, dass bei Kurzgeschichten, die eine gefällt und die andere nicht. Dafür kann weder der Autor, noch der Leser etwas.

 
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Geschrieben von - Februar 20, 2012 in Romane

 

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