Heute freue ich ich besonders euch Lilach vorzustellen. Ihr Buch ist mein Monatshighlight Mai geworden und sie hat sich bereit erklärt ein Interview mit mir zu machen. Falls ihr die Rezension noch einma braucht/lesen möchtet: KLICK!
Außerdem hat sie selbst einen Blog auf dem ihr viel über sie erfahren könnt: KLICK

Stell Dich doch mal kurz vor. Nicht jeder hat ja eine Leserunde mit Dir zusammen gemacht und weiß, wie nett Du bist
Ha, dabei tarne ich meine biestige Art doch nur in der Öffentlichkeit hinter netten Worten … Nein, ich bin tatsächlich eine ganz friedliche Person. Der „Schwan“ ist mein allererster Roman. Ohne den Heyne-Wettbewerb 2009 hätte ich mich sicher nie getraut, irgendeinen Verlag mit meinem Geschreibsel zu behelligen. Der Gedanke, mein Zeugs irgendwo einzuschicken, kam mir immer furchtbar aufdringlich vor.
Was gibt es sonst noch zu mir zu sagen? Ich komme aus Berlin, bin dort und in Schleswig-Holstein aufgewachsen. Der Kater Tausendschön wohnt bei mir zuhause – na, sagen wir, sein rüpelhafter, dicker Bruder. Ich liebe Computer und stundenlanges In-die-Wolken-Starren, um mir vorzustellen, über welche merkwürdigen Begebenheiten sie wohl schon so ihre Schatten geworfen haben. Und ich habe, seit ich neben der Uni-Arbeit ernsthaft mit dem Schreiben angefangen habe, eigentlich kein gesellschaftliches Leben mehr. Das Schlimmste: Es fehlt mir nicht einmal …
Wann und wo kam Dir die Idee zu „Der siebte Schwan“?
Genau kann ich das nicht beantworten. Ich erinnere mich, dass ich in meinen Märchenbüchern stöberte, denn ich wusste schon, dass es eine Anlehnung an ein Grimm’sches Märchen sein sollte; ich probierte verschiedene Märchen im Kopf durch, was sich mit ihnen anfangen ließ. Bei den „sechs Schwänen“ bzw. „sieben Raben“ – das ist eine ganze Gruppe von mehreren Märchen – blieb ich hängen, irgendwie setzte sich der Grundgedanke dieser Märchen bei mir fest und fing an, sich weiter zu entwickeln. Spieluhren liebe ich sowieso innig, die mussten also unbedingt mit hinein, und meine Mina, die Hauptfigur, fand ich beinahe zufällig beim Durchschauen von alten Photographien. Dann habe ich einfach weiter gesponnen.
Wie kamst du auf die Idee, Dein Buch bei einem Schreibwettbewerb einzureichen?
Nun, ich habe es direkt für den Magische-Bestseller-Wettbewerb von Heyne geschrieben. An einem einzigen, mörderischen Wochenende musste ich dafür ungefähr achtzig Seiten zum Einreichen schreiben, weil ich vorher einfach keine Zeit gehabt hatte und der Abgabetermin nun gegen die Tür hämmerte. Da wäre es ja geradezu sträflich gewesen, es dann am Ende doch nicht abzuschicken.
Sitzt du manchmal in Deinem Büro in der Uni und Dir fällt spontan eine Idee zu einer Geschichte ein? Wenn ja, was machst Du dann?
Es ist schrecklich, mir fallen ständig irgendwelche Geschichtenideen ein – und meistens an unpassenden Orten oder in unpassenden Momenten. Das kann einen sehr ablenken, wenn man zum Beispiel gerade eine Jura-Vorlesung halten soll … Macht aber andererseits den Alltag gleich viel interessanter. Ich benutze die Tatsache, dass ich oft keine Gelegenheit habe, die Idee gleich festzuhalten, wie eine Art Test für die Idee selbst: Wenn sie mir später wieder einfällt, ist sie vielleicht gar nicht so übel. Wenn sie mir sozusagen durch die geistigen Finger rinnt, ohne eine Spur zu hinterlassen, war wahrscheinlich nix dran.
Mina ist ein toller Charakter und ich bin gerne mit ihr zusammen ein Stück meines Lesealltags gegangen. Aber welche Figur magst Du am liebsten?
Es freut mich sehr, dass Du Dich mit Mina anfreunden konntest, ich habe sie auch lieb gewonnen während des Schreibens. Wen ich neben ihr am liebsten mag, kann ich eigentlich gar nicht recht sagen. Sie fühlen sich alle wie gute Freunde für mich an, die ich ums Leben gern einmal „in echt“ kennenlernen würde. Bis auf den Doktor natürlich! Aber sogar er tat mir am Ende leid.
Die Leserunde bei Büchereule.de war toll. Dein Buch wurde oft gelobt. Wie fandest Du die Leserunde selbst?
Sie hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Es ist ein tolles Gefühl, Euch beim Lesen über die Schulter schauen zu können, mitzuerleben, wie Euch Dinge manchmal so fesseln, wie sie mich selbst beim Schreiben gefesselt haben. Und auch, was Ihr noch an eigenen Deutungen mit einbringt, ist faszinierend für mich. Am Anfang war ich natürlich etwas furchtsam, das bin ich immer. Aber als so nach und nach die ersten freundlichen und sehr interessierten Kommentare eingetrudelt sind … Ich weiß nicht, ich habe mich wie unter Freunden bei Euch gefühlt. Ein sehr, sehr schönes Erlebnis.
Wird es bald wieder ein Buch von Dir geben? Wenn ja, kannst Du uns schon etwas verraten?
Das hängt natürlich nicht allein von mir ab, aber es ist in der Tat etwas in Arbeit – mehrere Dinge sogar, von denen eines aber vorne liegt. Wenn es das Rennen tatsächlich macht, dann bleibe ich, wie ich es auch am besten fände, noch ein Weilchen in der Fantasy, und es wird diesmal etwas für jüngere LeserInnen werden. Und sehr gruselig! Ich werde mir da jedenfalls alle Mühe geben.
Welche Frage beantwortest Du ungern in einem Interview und welche Frage würdest Du gerne einmal beantworten?
Ungern – das kann ich eigentlich nicht sagen. Manche Fragen sind einfach schwieriger zu beantworten als andere, die machen halt etwas mehr Mühe. Das sind aber oft auch die wirklich interessanten.
Manchmal werde ich nach einer Fortsetzung vom „Schwänchen“ gefragt, allerdings eher in Leserbriefen – da tut es mir immer sehr leid, das verneinen zu müssen. Denn eigentlich freue ich mich natürlich über jeden, der gerne mehr von Mina lesen möchte. Aber die Geschichte ist abgeschlossen, so, wie sie ist. Fortsetzungen liegen mir generell nicht sehr.
Was ich gern gefragt werden würde … Hm. Vielleicht danach, wie sich der Spagat zwischen Jura und Schreiben so im Alltag bewerkstelligen lässt. Dann könnte ich ächzen und seufzen und meine dramatischen Zeitplanungen schildern, und alle wären sicher sehr beeindruckt von mir. Oder?
Vervollständige bitte die folgenden Sätze:
Mein Lieblingsbuch ist… Oh, den Satz kann ich nicht vervollständigen! Ich habe so viele davon. Aber ich glaube, ich weiß noch, welches mein erstes (selbst gelesenes) Lieblingsbuch war: Astrid Lindgrens Kurzgeschichtensammlung „Im Wald sind keine Räuber“.
Wenn ich nicht schreibe, dann… denke ich mir neue Geschichten aus. Oder lese welche. Oder arbeite auch gelegentlich mal ein bisschen in meinem „anderen“ Beruf
Schreiben ist für mich…. Atmen.
Und zur Krönung:

Zu gewinnen gibt es ein Exemplar von:
Der siebte Schwan
Was ihr dafür tun müsst?
Beantwortet folgende Frage:
In welchem wunderschönen Bundesland geht Mina auf Entdeckungsreise zwischen Fantasie und Realität?
Die Antwort schickt ihr an: buecherchaos@web.de
Beginn: 04.06.2011
Ende: 15.06.2011
Viel Glück und Dir Lilach ein herzliches Dankeschön für das Interview und das tolle Buch!
Danke auch an Heyne für die Bereitstellung des Preises.




Ruf der Tiefe – Katja Brandis & Hans-Peter Ziemek
Damit ihr mich nicht vergesst – Mitch Albom




