RSS

Schlagwort-Archive: Kurzgeschichten

Morgenschwimmer – Donovan

Morgendschwimmer

Gerard Donovan

Luchterhand, 2011

978 3 630 87332 9

16,99 €

Dreizehn Geschichten, die einen Blick auf Irland werfen.

Dreizehn Geschichten, die erzählen wie wankelmütig Beziehungen sein können.

Dreizehn Geschichten, in denen Liebe, Freundschaft, Verwandtschaft, Treue, Glaube und Ehrlichkeit eine Rolle einnehmen.

Gerard Donovan wirft einen tiefen Blick, nicht nur auf das Land, sondern vor allem auf die Menschen, die dort leben, die Probleme habe und Glücksmomente erleben.

Kurzgeschichten müssen erzählt werden, sie müssen fließen, sich um einen konkreten Erzählmoment aufbauen.  Das hat Gerard Donovan fast immer geschafft. Er fokussiert eine Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen und macht dem Leser bewusst, dass es auch mehr geben kann und etwas unter der Oberfläche pulsiert, was nur einen Ausgang sucht.

Seine weiche, aber zielgerichtet Sprache ist bildlich, beschreibt klar und strukturiert und endet schließlich immer an einem Punkt, an dem man denkt: Und jetzt? Gerade hat man die Figuren kennen gelernt, fühlt kurz mit ihnen und möchte dann, dass es weitergeht.

In “Morgenschwimmer” ist es eine alte Freundschaft, die nicht das ist, was sie zu sein scheint. In “Wie lange?”  ist es eine Frage, die alles aus dem Gleichgewicht bringt.

Mein persönlicher Favorit ist “Ladendiebstahl in den USA”. Ich habe überrascht mit offenem Mund hier gesessen und gedacht: Was?

“Uns geh’ts doch gold” verwirrt mich erst und jetzt noch suche ich die richtige Pointe. “In irischen Nächten” ist ein wunderbares Zwischenspiel und man merkt, Gerard Donovan liebt sein Land. Mit den “Archäologen” versuche ich einer Beziehung auf den Grund zu gehen, um dann herauszufinden, dass Sprache so zerbrechlich wie “Glas” ist. “Ein anderes Leben” hat mich sehr ergriffen und auch kindlicher Verlust in “Ein Vogelsommer” hat Donovan gut verpackt.

“Der Mann an der Rezeption” hat mir Rätsel aufgegeben und dann folgten zwei Erzählungen, die mir nicht gefallen haben: “Harry Dietz” und ” New Deal”. Die Geschichte “Besuch” rundet vieles ab, denn auch das Buch war bei mir zu Besuch.

Ich finde, wenn ich nur zwei Geschichten nicht gut fand, hat dieses Buch vier Bücherpunkte verdient. Jede Kurzgeschichte kann bewegen, die Frage ist nur: Wie?

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 6, 2012 in Romane

 

Schlagwörter: ,

LeseBlüten Prosa 2010

Nun ist es soweit und ich freue mich richtig, diese Rezension zu schreiben. Hier erst mal ein Foto damit ihr seht welches Buch mein Herz erobert hat.

Sandra vom Piepmatz Verlag war so lieb mit ein Exemplar vorab zu schicken auch mit diesem tollen Lesezeichen. Und ihr könnt euch vorstellen, dass ich mich gleich in das Cover verliebt habe. Wenn ich richtig liege, ist es ein Kirschblütenzweig der da das Cover ziert =)

Eigentlich bin ich eher nicht der Kurzgeschichten- Lesetyp. Mir sind die Geschichten oft zu kurz, so dass ich mich nicht richtig auf den Inhalt einlassen kann. Also, war es für mich nach langem auch mal wieder ein Experiment. 58 Kurzgeschichten sind in dem Buch zu finden. Mal ist eine Geschichte nur eine Seite lang, dann wiederum sind andere auch mal sieben Seiten lang. Ein guter Mix zwischen lang und kurz, ist da zustande gekommen!

Am Ende hatte ich Probleme die längeren Geschichten in Ruhe zu lesen, da ich mich an die KURZgeschichten gewöhnt hatte. Jaja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier ;)

Ich habe sogar Lieblingsgeschichten. So gibt es eine Geschichte über den kleinen Amor, die mich hat schmunzeln lassen, da die Autoren sooo recht hat ;)

Außerdem finde ich einige Geschichten einfach wundervoll, da man zum Nachdenken angeregt wird und sie mich berührten. Zum Beispiel gibt es zwei Geschichten, in denen das Meer eine große Rolle spielt. Und als ich diese las, wurde ich wieder an meinen ehemaligen Ostseestrand gespült.

Natürlich ist die Gefahr bei solche Anthologien groß, dass der Leser nicht alle Geschichten mag. Manche fand ich auch eigenartig oder ich habe ihren Sinn nicht verstanden. Bei wieder anderen fragte ich mich, warum dieser Autor nicht ein ganzes Buch geschrieben hat, weil mich der Schreibstil so gefesselt hat.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, der zwischendurch auch mal etwas kurzes, knackiges lesen möchte. Oder vielleicht jemandem, der nicht unbedingt so eine Leseratte ist. Jeden Tag 10 Minuten in diesem Buch lesen, dass ist eine gute Idee, so kann man die Zeit mit diesem Buch ausdehnen.

 
5 Comments

Geschrieben von - Dezember 12, 2010 in Anthologien

 

Schlagwörter: ,

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 1,076 other followers