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Die Worte der weissen Königin – Michaelis

Die Worte der weißen Königin

Antonia Michaelis

Oetinger, 2011

978 3 7891 4291 8

14, 95 €

Rezension wurde auch geschrieben für:

buecherkinder.de 

Seeadler sind wunderschön anzuschauen. Sie sind frei, fliegen durch die Lüfte und sehen alle Dinge unter ihnen ganz klein. Sie werden beobachten von einem Jungen: Lion. Nur dann fühlt sich Lion glücklich, frei und nicht allein. Eines Tages als sein Vater, einen Schritt zu weit geht und schon längst nicht mehr den Sohn in Lion sieht, der er ist, flüchtet Lion in den Wald. Zu seinen Seeadlern. Das Leben ist hart alleine im Wald. Einsam, kalt und hungrig ist es nur eine Erinnerung, die Lion aufrecht erhält. Die Erinnerung an die „Weisse Königin“, die mit ihren Worten sein Leben verzauberte. Die Königin will er finden und so bricht er auf nach Berlin, denn die Worte waren das Einzige, was ihn schütze, ihm Kraft gab und Wärme spendete, wenn er fror.

Die Macht der Worte und der Phantasie. Antonia Michaelis benutzt genau die richtigen Worte um Lion zu beschützen, um ihn in einem Adlerhorst schlafen zu lassen, um die Geschichte lebendig werden zu lassen.

Es ist Lion, ein kleiner, trauriger Junge, der uns in seine Welt entführt, die vielleicht nicht jedes Kind kennt, aber doch leider zu viele. Es ist die Einsamkeit und die Tränen von Lion, die einem mitfühlen lassen. Es sind die Adler, die das Gegenteil von Lion sind und das Gegenteil von uns.

Unterschwellig wird so viel angesprochen, kleine Hinweise, die man nicht immer versteht. Themen, die wichtig sind, werden nicht direkt angesprochen, sondern nur angedeutet. Und das ist es, was es schwierig macht, das Buch komplett zu verstehen.

Warum handelt der Vater so? Warum verließ die Mutter die Familie? Was ist der Adler wirklich? Und sind die Trugbilder von Lion wahr oder nur ein Traum? Am Ende bleiben zu viele Fragen hoffen. Die Geschichte ist nicht zu Ende. Zwar gibt es ein Ende und dass ist gar nicht mal schlecht, aber es sind die Lücken in der Geschichte, die mir Probleme bereiten.

Die weisse Königin ist toll. Eine Figur, wie im Märchen, lieb und sanft und sie spielt mit Worten, erzählt Geschichten. Sie ist alles, was man sich als Kind wünscht und sie ist Lion Rückhalt, sein Halt in der traurigen, kleinen Welt um ihn herum. Sie ist es, die der Geschichte etwas Magisches verleiht.

Dieses  Buch ist anders, speziell und wunderschön geschrieben. Doch es lässt einen etwas ratlos zurück, wenn man sich zu viele Gedanken um die Hinweise und  Hintergründe macht.

Ich vergebe vier Sterne für ein modernes Märchen, das ein lachendes und ein weinendes Auge zurücklässt.

 
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Geschrieben von - September 10, 2011 in Jugendbücher

 

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Poison Diaries – Wood

Poison Diaries – Wood

Fischer, 2011

14,95€

978-3841421241

Jessamine, ein Mädchen, dass nicht viel von der Welt kennt, außer ihren Vater und das Gemäuer in dem sie wohnen, führt ein Tagebuch: The Poison Diaries. Jeden Tag schreibt sie, wie sie auf die Bella Donna Samen aufpasst und was in ihrem Leben sonst geschieht. Ihr Vater ist so etwas wie ein Hexer. Jede Pflanze kennt er und weiß auch, wie er sie einsetzen muss, um Menschen zu heilen.

Manchmal ist er tagelang unterwegs und lässt Jessamine allein, dann ist sie neugierig, will mehr wissen über die Arbeit ihres Vaters oder den „verbotenen Garten“.

Eines Tages ändert sich alles. Weed tritt in das Leben des Vaters und somit lernt auch Jessemine ihn kennen.

Weed ist still, unheimlich und geheimnisvoll. Er scheint alles das zu sein, was Jessamine nicht ist und scheint alles zu verkörpern, was sie sehen und erleben möchte. Doch warum kennt der junge Mann sich so gut mit den Pflanzen aus, sogar besser als ihr Vater? Warum hat er Angst vor dem Giftgarten und all seinen giftigen Pflanzen?

Er hütet ein dunkles Geheimnis und als Jessimne sehr krank wird, stellt sich die Frage: Kann er sie retten oder wird Weed dem Poison Prinz die Tür öffnen?

Der Hintergrund der Geschichte ist vielversprechend. Giftige Pflanzen, die in der zeit um 1700-1800 noch gänzlich unerforscht sind und eigentlich liebenswerte Charaktere treffen auseinander. Schade nur, dass Jessamine ein eher „dummer“ Charakter ist. Ohne viele Fragen glaubt sie Weed blind alles, was er sagt und macht. Und auch ihrem Vater gegenüber ist sie nie misstrauisch.  Alles scheint nur Gut oder Böse für sie zu sein.

Die komische Einstellung mancher Figuren wird noch dadurch unterstrichen, dass die Sätze sehr kurz sind und manchmal gar keinen Sinn transportieren. Gelangweilt las ich über einige Sätze hinweg und dachte fröhlich an etwas ganz anderes.

Alle anderen dunkeln Geheimnisse werden nur sehr kurz angerissen, sodass sich keine Spannung aufbaut. Ob die Geheimnisse nun gelüftet werden oder nicht,  dass war mir ziemlich egal. Auch das Tagebuch leitet den Leser eher in eine Sackgasse, denn es taucht nur immer sehr kurz auf und hat keinen richtigen Sinn.

Letztlich habe ich es zu Ende gelesen,  um zu wissen, was vielleicht im nächsten Band passieren soll.

Einige interessante Passagen gab es dann doch noch im letzten Drittel des Buches. Gespräche zwischen der im Delirium liegenden Jessamine, Weed und dem Bösen, sind gut geschrieben und haben einen moralischen, aber auch guten Inhalt preiszugeben. Schade, dass diese Momente so selten sind, denn schon von außen ist das Buch eine Augenweide.

Empfehlenswert ist es für jemanden, der keine bestimmte Vorstellung von diesem Buch hat und vielleicht noch kein anderes Buch über giftige Pflanzen und diese Zeit gelesen hat. Allen anderen würde ich prinzipiell davon abraten dieses Buch zur Hand zu nehmen. Ich vergebe zwei Bücherpunkte.

Geschrieben  für buecherkinder.de 

 
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Geschrieben von - Juni 8, 2011 in Fantasy, Jugendbücher

 

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Nirgendwo in Berlin – Hanika

Nirgendwo in Berlin -

Beate Teresa Hanika

Fischer, 2011

978 3 59685405 9

13, 95 €

Sommerferien und eine große Stadt. Die große Stadt, Berlin. Greta soll glücklich sein, Freunde finden, findet ihre Moa jedenfalls.

Doch Berlin ist kein Dorf, die Clique ganz weit weg und am Prenzlauerberg zu wohnen, im vierten Stock, ist auch nicht so toll. Ihre Moa hat keine Zeit sich um Greta zu kümmern. Immer auf der Arbeit und plötzlich taucht sie auch noch mit einem neuen Kerl auf. Da ist kein Platz für Greta, die anfängt zu Chatten. Heimlich und nur mit den paar Erkenntnisse übers Chatten von ihrer nervigen Nachbarin Cindy.

Im Chat lernt sie dann ein Mädchen kennen. ENDLICH! Aber was soll Greta tun,als diese plötzlich verschwindet und vorher so gar nichts von der Chat-Regal: “Triff DICH nicht allein mit Fremden” hielt?  Irgendwo muss das Mädchen doch sein, irgendwo und nirgendwo in Berlin. Oder vielleicht doch?

Abwechselnd, aus der Sicht von Greta und Parzival, wird die Geschichte mitten in Berlin erzählt. Die große Stadt, als böse Versuchung, genau wie ein Chatroom. Getrieben durch die Spannung der Geschichte liest man immer schneller.Und immer mehr Fragen tauchen auf. Warum benimmt sich der Junge von oben so komisch? Wer ist der Hausmeister in Wirklichkeit? Und wer ist eigentlich Parzival? Alles Fragen, die erst Stück für Stück beantwortet werden, damit wir bis zum Schluss am Ball bleiben. Und auch, wenn Chatten gefährlich ist, nimmt das Buch keinen Abstand davon, sondern soll eher darauf aufmerksam machen, dass man vorsichtig sein soll und es leider immer das Böse gibt. Nicht nur in Berlin, passieren kann so etwas überall.

Ein Buch mit einer hochspannenden Geschichte und einem aktuellen Thema, das von mir vier Sterne bekommt.

Diese Rezension erscheint auch auf der Seite buecherkinder.de

 
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Geschrieben von - April 7, 2011 in Jugendbücher

 

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Der Märchenerzähler – Antonia Michaelis

Der Märchenerzähler – Antonia Michaelis

Oetinger, 2011

978 3 7891 4289 5

16, 95 €

Abel, Abel, Abel…. Abel mit den eisblauen Augen und den strubbeligen blonden Haaren.Abel im Militärparka und den Stöpseln im Ohr….

Anna verliebt sich, Hals über Kopf, obwohl alle anderen flüstern:

“Drogendealer, Außenseiter, Lügner!”

“Ich weiß was, was du nicht weißt!”

“Ach der Tannatek, der Pole, der Kurzwarenhändler!”

Doch Anna merkt, dass es da einen anderen Abel gibt. Einen, der seine Schwester über alles liebt und ein Abel, der ein Märchen erzählt.

Das Märchen von der kleinen Klippenkönigin zieht die sonst so unschuldige Anna in ihren Bann. Und als die eisigen Lippen von Abel sie das erste Mal berühren, spürt sich die samtene Wärme vom Märchenerzähler.

Viel zu spät merkt sie, dass die Grenzen von Realität und  Märchen verschwimmen und beide Welten miteinander verbinden. Was wäre, wenn das Märchen kein Märchen mehr ist? Was ist, wenn Anna einen Mörder küsst? Die Gefahr ist schon viel näher als sie es für möglich hält…

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Märchen mit Thrillerelemente und einer guten Portion echtem Leben, so gut zu lesen ist. Antonia Michalis wählt wunderschöne Worte um jeden Charakter und jeden Ort im Buch greifbar zu beschreiben. Immer wieder hatte ich Bilder im Kopf , die das Lesen noch spannender machten.

Immer wenn der Märchenerzähler anfing seine Geschichte zu erzählen, tauchte ich völlig habe und war von der Geschichte gefangen. Ich litt mit de kleinen Klippenkönigin und sah sogar den Hoffnungsschimmer am Horizont.

Die süße Liebesgeschichte zwischen Abel und Anna ist alles andere als einfach, doch sind die Gefühle der beiden immer  nachvollziehbar und bittersüß.

Aber nicht alles ist nur gut in dieser Geschichte, denn manchmal ist die Realität hart und grausam und als die Grenzen zwischen beiden Welten verwischen hatte ich das Gefühl, ein anderes Buch zu lesen. Eines, das traurig macht und mir Tränen in die Augen treibt. Trotzdem ist der Autorin dieser Mix gut gelungen und es war schade, als ich das Buch zuklappen musste. Es war viel zu schnell vorbei ;)

Dieses Buch würde ich immer wieder lesen, weil es mich sehr berührt hat und gleichzeitig spannend bis zum Schluss war.

Ich empfehle dieses Buch ab 14 Jahren und würde niemandem der älter ist von dieser Geschichte abraten ;) Ich vergebe fünf von fünf Bücherpunkten.

Außerdem ist diese Rezension auch bei buecherkinder.de erschienen. Schaut einfach mal vorbei!

 
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Geschrieben von - März 11, 2011 in Fantasy, Jugendbücher

 

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