
XY – Sandro Veronesi
KlettCotta, 2011
978-3608939606
22, 95 €
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Elf Leichen werden in einem verschneiten Bergdorf gefunden. Ein Pfarrer und eine Psychiaterin versuchen, dem Unfassbaren auf die Spur zu kommen. Mitreißend spürt Sandro Veronesi den Grundfragen von Schuld und Sühne, Gut und Böse, Vernunft und Glauben nach.
Dieses Buch ist nichts für zwischendurch. Eher ist es ein Roman, den man in Etappen liest, versucht mitzudenken und sich irgendwie einen Reim auf das ganze Geschehen zu machen.
Es kommt daher, verpackt wie ein Thriller, ist aber eher ein Psychogramm eines schwer gestörten Dorfes, dass obendrein noch in der Religion an einen Heiligen tief verhaftet ist. Die Neuropsychologie, sowie die Psychologie im Allgemeinen spielt hier eine sehr große Rolle. Außerdem geht es nicht um Schwarz oder weiß, sondern um das Grau, die Zwischenpassage von Gut und Böse, dem Unsagbarem und dem Sagbarem.
“Solange man Wörter hat, um es zu sagen, solange kann es auch passieren.” So ähnlich lautet ein Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist und so halte ich es auch mit meiner Rezension. Zum Teil bin ich einfach überfordert gewesen. Überfordert mit der brachialen Sprachgewalt des Autors, den Ausführungen über Geisteskrankheiten oder anderen Störungen der Psyche. Überfordert mit einem Dorf, in dem jeder etwas hat und jeder mit jedem irgendwie verwandt ist.
Die Ärztin und der Pastor waren ein seltsames, aber gut gewähltes Paar. Das Zusammenspiel, wie sie zuletzt zusammenkommen, ist etwas merkwürdig, aber was ist an diesem Buch normal? Oft telefoniert die Ärztin mit ihrer Mutter, dann sind es Telefongespräche, die wir mir lesen. Dieses Wechseln sich ab mit Seiten, die oft keinen Absatz enthalten. Ich weiß, dass Absätze starke Elemente der Gliederung sind und uns Lesern immer ein Signal zukommen lassen wollen, aber ich hätte mir manchmal zur Entspannung der Augen welche gewünscht.
Ich kann nicht genau sagen, wie ich das Buch gefunden habe. Beurteile ich die Durchführung, den Stil und die Beschreibungen von Landschaft, Leuten und Dingen muss ich sagen, dass der Roman handwerklich schlecht zu übertreffen ist. Anderseits muss man dafür viel Zeit und Geduld als Leser ausbringen, um sich auf die Art und Weise einzustellen.
Der Inhalt ist verwirrend und ich hatte das Gefühl, der Kern der Geschichte kämpft mit sich selber. Anders kann ich es nicht nenne. Ich glaube, von Anfang an war nicht klar in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt. Und dieses Gefühl verließ mich nie. Ich erwartete keinen richtigen Thriller, denn davor wurde ich schon gewarnt. Psychogramm eines Dorfes mit Rätsel, so könnte man es nenne.
Leider nur zwei Sterne und einen halben Stern für “XY”. Überforderung, ein Rätsel und viele Menschen sind der Grund.
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