
Die Insel der besonderen Kinder
Ransom Riggs
Pan, 2011
16,99 €
978-3426283684
Es sind nur Geschichten, Märchen. Das denkt Jacob mit neun, als sein Großvater einige Fragen immer noch nicht beantwortet. Es soll eine Insel geben, mit einem großen Haus und vielen besonderen Kindern. Aber auch die Fotos, die Jacob sieht, überzeugen ihn nicht. Warum denkt sein Großvater sich so etwas aus? Als Abraham immer eigenartiger wird und eines Tages anscheinend verwirrt bei Jacob anruft, will dieser ihn eigentlich nur beruhigen. Doch im Wald hinterm Haus findet er seinen Großvater und er ist tot…..
Ein faszinierendes Buch denkt man an die Bilder, die für sich selbst hunderte Geschichten erzählen. Ein schönes Buch, da die Aufmachung verwunschen ist, es gesickt ist mit Briefen und handschriftlichen Notizen. Aber wenn die Verpackung toll ist, wie ist dann der Inhalt?
Die ersten hundert Seiten packen mich. Ich fühle mich, als wäre ich selbst Jacob, der als Kind Märchen hört, erwachsen wird und nicht mehr daran glaubt, um sich später um seinen debilen Großvater zu kümmern. Schön, dass Charaktere so greifbar sein können. Und, was für ein hartes Los im Familienunternehmen zu arbeiten
Der Großvater ist in den Rückblicken auf sein Leben, eine sympathische Figur, hat aber viele Geheimnisse. Kein Wunder, dass ich fasziniert bin, wenn er seine Märchen erzählt und man später die Wahrheit dahinter erfährt.
Schnell bildet sich eine Frage in meinen Kopf: Kann es sein, dass die schreckliche Wahrheit, einfach nur bunt und schmerzlich verpackt wurde? Dass sich das Buch um 180° drehen wird?
Was danach kommt, ist ein phantastischer Reigen aus alten, wunderlichen Bildern und der Tod des Großvaters. Hier beginnen die Veränderung und die Entwicklung von Jacob. Mal niedergeschlagen, mal neugierig dümpelt er die nächste Zeit zwischen seinen Entscheidungen hin und her. Und plötzlich wie aus dem Nichts, beginnt auch die Handlung vor sich hinzusiechen. Es geht nicht voran und auch nicht zurück.
Ein Ortswechsel hätte es spannend machen könne. Aber anstatt sich weiterzuentwickeln, lässt Jacob sich um den Finger wickeln und stellt für mich als Leser viel zu wenig Fragen! Sein Vater, später eine wichtige Person ist für mich eine Figur, die mir nichts gegeben hat. Falsche Entscheidungen, keine Entscheidungen, komische Entscheidungen: mit dieser Figur wurde ich nicht warm.
Für mich war die Geschichte um die Insel der besonderen Kinder erst phantastisch, anfangs nachvollziehbar und später sehr langatmig. Einige Brüche unter den Figuren und deren Entscheidungen machten es träge und schwerfällig. Die erhoffte Überraschung blieb am Ende die Entscheidung einer Person überlassen, die meiner Meinung nach, aber auch nicht nachvollziehbar war.
Außerdem mag ich keine Bücher, die am Ende so viele Verweise auf einen zweiten Teil haben, dass eine Leuchtreklame nicht auffälliger hätte sein können.
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