
BZRK
Michael Grant
Ink, 2012
978-3863960391
17,99 €
Sadie trifft das Schicksal schwer, denn sie ist keine NoName-Person. Noah hat einen Bruder, der plötzlich verrückt geworden ist, obwohl er erst nur depressiv war. Als sie sich begegnen, gibt es nicht mehr viel, was passieren kann. Denn zwischen Ihnen und der großen Katastrophe steht nur ein Krieg mit kleinsten Mitteln, die beinahe unsichtbar sind. Nanoorganismen, die Killer von morgen und die beiden Jugendlichen mittendrin…
Wenn einige Leser schreien:”Nanotechnologie, na klar! Das ist so und so uns so…”, dann kann ich nur sagen:”Da habe ich mir nie Gedanken drüber gemacht!”
Tatsächlich ist diese Technologie wie Michael Grant sie sich bestimmt zum Teil ausdenkt und es doch einen wahren Kern gibt, schwer zu verstehen. Eigentlich ist das ganze Buch schwer zu verstehen, denn der Autor spart mit Informationen, wo er kann.
Am Anfang treffen wir verschiedene Charaktere, die man sich einzuprägen versucht. Aber immer wieder tauchen fragen auf. Warum fliegen sie noch mal dahin? Was stellt die Firme her? Warum ist der so? Erst auf Seite 115 habe ich einigermaßen verstanden, worum es geht und wo überhaupt das Problem ist.
Als Leser gerät man schnell zwischen die Fronten, die nicht klar abgegrenzt sind und auch nicht einfach Gut und Böse sind. Für mich gab es später die Bezeichnung: “Die bösen Guten” und “Die guten Bösen”. Schwierig ist es sich zu entscheiden, was ihr richtig ist, welche Seite man unterstützen würde und was wirklich unmenschlich ist.
Interessant finde ich, dass es für Jugendliche ab 14 sein soll. Ich in meinem fortgeschrittenen Alter habe Probleme gehabt, das Buch an manchen Stellen weiter zu lesen. Offensichtlich eklige Stellen sind kein Problem, aber abgerissene Köpfe mit Kindern, die davor sitzen (nur ein Beispiel) und beschriebene Körperöffnungen, Milben wie Haare, haben mir manchmal den letzten Nerv geraubt. Es war mir schlicht und ergreifend am Anfang zu blutig!! Und trotz Nano-Krieg gibt es viel zu viele gewaltsame, blutige Morde.
Was Michael Grant gut macht, ist die Beschreibung der Nano-Tierchen und den Dingen, die man mit ihnen tun kann. Gruselig allein die Vorstellung, dass ein Autor mir erzählt, welche Tierchen auf mir leben. Da wollte ich mich schon mal zwischendurch waschen gehen oder träumte von Menschen, die mir Finger in die Augen steckten. Also das Bildliche, ist hier nicht das Problem.
Die Figuren waren ganz nett. Sadie ist mir allerdings nicht traurig genug, die harte Schale ist für ein Mädchen in ihrem Alter einfach zu hart. Und als sie wirkliche Gefühle zeigt, sind sie sprunghaft und nicht nachvollziehbar. Auch bei anderen Figuren habe ich genau dieses Problem.
Mir ist schon klar, dass es mehrere Bücher geben wird und die Personen müssen sich schließlich noch entwickeln können und auch technische Fragen muss man auch noch offen lassen, damit Stoff überbleibt. Trotzdem hätten mir ein paar Informationen mehr nicht geschadet und auch weniger sprunghafte Handlungen hätten dem Buch gut getan.
Ich vergebe 3-4 Bücherpunkte, weil die Idee nicht schlecht ist (aber eklig&gruselig), mir aber einige Dinge nicht gefallen habe.
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