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BZRK – Michael Grant

BZRK

Michael Grant

Ink, 2012

978-3863960391

17,99 €

Sadie trifft das Schicksal schwer, denn sie ist keine NoName-Person. Noah hat einen Bruder, der plötzlich verrückt geworden ist, obwohl er erst nur depressiv war. Als sie sich begegnen, gibt es nicht mehr viel, was passieren kann. Denn zwischen Ihnen und der großen Katastrophe steht nur ein Krieg mit kleinsten Mitteln, die beinahe unsichtbar sind. Nanoorganismen, die Killer von morgen und die beiden Jugendlichen mittendrin…

Wenn einige Leser schreien:”Nanotechnologie, na klar! Das ist so und so uns so…”, dann kann ich nur sagen:”Da habe ich mir nie Gedanken drüber gemacht!”

Tatsächlich ist diese Technologie wie Michael Grant sie sich bestimmt zum Teil ausdenkt und es doch einen wahren Kern gibt, schwer zu verstehen. Eigentlich ist das ganze Buch schwer zu verstehen, denn der Autor spart mit Informationen, wo er kann.

Am Anfang treffen wir verschiedene Charaktere, die man sich einzuprägen versucht. Aber immer wieder tauchen fragen auf. Warum fliegen sie noch mal dahin? Was stellt die Firme her? Warum ist der so? Erst auf Seite 115 habe ich einigermaßen verstanden, worum es geht und wo überhaupt das Problem ist.

Als Leser gerät man schnell zwischen die Fronten, die nicht klar abgegrenzt sind und auch nicht einfach Gut und Böse sind. Für mich gab es später die Bezeichnung: “Die bösen Guten” und “Die guten Bösen”. Schwierig ist es sich zu entscheiden, was ihr richtig ist, welche Seite man unterstützen würde und was wirklich unmenschlich ist.

Interessant finde ich, dass es für Jugendliche ab 14 sein soll. Ich in meinem fortgeschrittenen Alter habe Probleme gehabt, das Buch an manchen Stellen weiter zu lesen. Offensichtlich eklige Stellen sind kein Problem, aber abgerissene Köpfe mit Kindern, die davor sitzen (nur ein Beispiel) und beschriebene Körperöffnungen, Milben wie Haare, haben mir manchmal den letzten Nerv geraubt. Es war mir schlicht und ergreifend am Anfang zu blutig!! Und trotz Nano-Krieg gibt es viel zu viele gewaltsame, blutige Morde.

Was Michael Grant gut macht, ist die Beschreibung der Nano-Tierchen und den Dingen, die man mit ihnen tun kann. Gruselig allein die Vorstellung, dass ein Autor mir erzählt, welche Tierchen auf mir leben. Da wollte ich mich schon mal zwischendurch waschen gehen oder träumte von Menschen, die mir Finger in die Augen steckten. Also das Bildliche, ist hier nicht das Problem.

Die Figuren waren ganz nett. Sadie ist mir allerdings nicht traurig genug, die harte Schale ist für ein Mädchen in ihrem Alter einfach  zu hart. Und als sie wirkliche Gefühle zeigt, sind sie sprunghaft und  nicht nachvollziehbar. Auch bei anderen Figuren habe ich genau dieses Problem.

Mir ist schon klar, dass es mehrere Bücher geben wird und die Personen müssen sich schließlich noch entwickeln können und auch technische Fragen muss man auch noch offen lassen, damit Stoff überbleibt. Trotzdem hätten mir ein paar Informationen mehr nicht geschadet und auch weniger sprunghafte Handlungen hätten dem Buch gut getan.

Ich vergebe 3-4 Bücherpunkte, weil die Idee nicht schlecht ist (aber eklig&gruselig), mir aber einige Dinge nicht gefallen habe.

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Geschrieben von - Mai 22, 2012 in Jugendbücher

 

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Die Wildnis in mir – Gina Mayer

Die Wildnis in mir

Gina Mayer

Thienemann, 2011

978-3522200745

16,95 €

Es beginnt mit einem Brief und die Entscheidung über ein Leben endet mit einer Lüge. Henrietta will einfach nicht auf diesem Hof arbeiten und so erzählt sie eine kleine Lüge. Ihre Mutter weiß sich nicht anders zu helfen, als ein neues Leben zu beginnen: in Afrika. Ein geheimnisvoller Kontinent, Menschen, die man zurücklässt und Neues, auf das man sich einlässt…

Um 1900: Das sind noch feste Normen und Werte, sittsame Frauen, herrschende Männer und Afrika ist ein Land mit Kolonien. Viele Deutsche wählen den Weg dorthin und auch Henrietta und ihre Mutter wählen diesen Weg.

Die Situation, in der sich die Familie entscheidet auszuwandern, ist sehr authentisch. Und das wird sich auch im gesamten Buch nicht ändern. Alle Entscheidungen sind gut begründet, vor allem weil der Leser eine detaillierte Einsicht in die Werte und Normen dieser Zeit bekommt.

Henrittas Mutter handelt so, wie eine Frau in ihrer Situation handeln muss, wenn sie überleben möchte. Sie ist ein bodenständiger, abwägender Charakter, denn man als “emanzipierter” Leser manchmal aber nicht versteht. Henrietta hingegen ist das, was man einen aufmüpfigen und manchmal blauäugigen Teenager nennt. Sie träumt von einem aufregenden Leben, am besten mit einem hübschen Mann und Wissen, das sie erlenen darf.

Aber wie viel Traum kann man um 1900 verwirklichen? Es sind ihre gebärden gegenüber ihrer Mutter, die Jette unnahbar erscheinen lassen und so ganz anders. Sie ist nicht die typische Protagonistin, mit der man sich ohne Wenn und Aber identifizieren kann. Und das hat mir etwas gefehlt. Klar wäre eine Figur wie ihre etwas naive Freundin Eva auch fehl am Platz gewesen. Ein Mittelding wäre vielleicht besser gewesen.

Die Entwicklung einer anderen Figur im Buch (ich möchte nicht zu viel verraten) hat mir am Ende auch nicht gefallen. Sie entwickelt sich in eine sehr nachgiebige Richtung und ordnet sich den Männern unter. Aber irgendeine Frau muss doch mit der Veränderung der Frauenwelt auch um 1900 angefangen habe?

Und auch Jettes verhalten gegenüber der zurückgebliebenen Person empfand ich als traurig. Und die Frage war, hat sie ihre Entscheidung eigentlich überhaupt mitgeteilt?

Aber ich muss sagen, dass ich Afrika immer vor Augen hatte. Egal, ob an jette gerade Giraffen vorbei liefen oder sie Kakteen kaute: Ich war immer mittendrin. Die Landschaft, die Tiere, die Sitten und Gebräuche, dass alles hat Gina Mayer wunderbar recherchiert, beschrieben und in “Die Wildnis in mir” eingebaut. Auch der Rassenkonflikt zwischen “Schwarz” und “Weiß”, das Alkoholproblem und die Landenteignung werden nicht verschwiegen. Außerdem sind die Probleme gut erklärt und von beiden Seiten einzusehen, sodass das kein Schwarz/Weiß Bild entsteht.

Ein Buch, das am Ende viel zu kurz war und Jettes Weg, der mich auch im Nachhinein interessiert hätte, denn Menschen wie auch Figuren können sich entwickeln, bekommt von mir 3-4 Bücherpunkte,

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Geschrieben von - Mai 10, 2012 in Historische Schmöker, Jugendbücher

 

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Besuch aus der Vergangenheit – Renate Welsh

Besuch aus der Vergangenheit

Renate Welsh

Nagel & Kimche, 1999

3 312 00880 8

Gebraucht gekauft bei Medimops für 2,39 €

Da steht eine fremde Frau vor der Tür. Lena lässt sie rein, vielleicht ist es eine Kundin von ihrer Mutter.

Emma steht vor der Tür. Ihrer ehemaligen Haustür. Mit 13 ist sie geflüchtet, nun lebt sie in Kanada und heißt Emma Greenburg.

Lenas Oma erschreckt sich, als sie die fremde Frau am Kaffeetisch sitzen sieht und ist unfreundlich zu ihr.

Lenas Mama hingegen versucht zu schlichten, ist nett, wird aber bald ihre eigene Tochter nicht mehr verstehen…

Ich bin froh, dass ich dieses Buch lesen durfte. Auch wenn es der Zufall eines passenden Unikurses bedarf, damit mir dieses Buch auffällt. Insgesamt werde ich in nächster Zeit acht Bücher zu der Thematik “Nationalsozialismus in Kinderbüchern” lesen.

Dieses Buch spielt in Wien und zeigt wie eine Familie noch Jahre später mit der Frage der Enteignung der Juden konfrontiert wird. Emma ist Jüdin und musste flüchten. Mit ihrer Familie wohnte sie lange in der Wohnung, in der nun Lena wohnt und aufwächst.

Es geht um Verdrängen dessen, was vor vielen Jahren passiert ist und nur das Kind, Lena, hat keine Angst nachzudenken und mit Frau Greenburg zu reden. Immer wieder wird sie Kontakt zu der alten Frau suchen um mehr zu erfahren. Ihre Mutter weiß nicht, wie sie handeln soll und ihre Oma ist verstockt und will sich kein schlechtes Gewissen einreden lassen.

Gleichzeitig verwebt Renate Welsh den nächsten Krieg mit der Vergangenheit, denn im Fernsehen sieht Lena Bilder vom Kosovo- Krieg.

Mit Rückblicken schafft es die Autorin Einblicke in das Gedankenleben der vier Mädchen zu geben, die sich getrennt Gedanken über das Verdrängen, Vergessen und das Leben machen.

Gefallen hat mir das Buch schon. Doch manche Ausdrücke blieben ungeklärt und mir war nicht klar, wie viel Lena von vornherein über die NS-Zeit weiß. Ich glaube nicht, dass jedes Kind alles zwischen den Zeilen verstehen kann.

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Geschrieben von - Mai 5, 2012 in Bücher

 

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Das gefrorene Lachen – Gerdom

Das gefrorene Lachen

Susanne Gerdom

Ueberreuther, 2011

978 3 80000 56361

14,95 €

Vorhang auf und Bühne frei, für die Augenwischerei!

In Almay geht alles seinen normalen Gang. Der König regiert, der Prinz hat eine beste Freundin, der Hofmagier zaubert ein bisschen. Bis es zu einem großen Fest kommt und damit dieses nicht langweilig ist, gibt es ein Wandertheater, dass die Gesellschaft aufmischen soll. Aber während der Vorstellung passiert etwas schreckliches, und plötzlich ist alles anders. Ein kalter und böser Wind regiert das Land.

Niemand weiß einen Ausweg, aber vielleicht können Pippa und August helfen, die auch in der schillernden Welt des Theaters aufgewachsen sind. Aber wie sollen Balletttänzerinnen, Kraftmenschen und Zauberlehrlinge helfen können?

Eine große Fantasie, die kann ich der Autorin bescheinigen. Weder den Figuren noch den Orten fehlen Farben, Formen und schillernde Beschreibungen. Die Theaterwelt ist immer bunt und laut, aber wie viel Arbeit hinter einer Aufführung steckt, dass sieht man nie. Pippas Alltag wird beleuchtet, ihre Gefühle beschrieben. Und manchmal hat man richtig Mitleid, wenn ihr Vater sie wieder mal anschreit.

Nun muss ein Freund an ihre Seite und nicht nur August ist ein solcher, sondern auch ein Kraftmensch. Dieser ist so zart und niedlich (was für ein Widerspruch ;) ), dass man ihn immer knuddeln möchte. Natürlich ist auch die dunkle Seite der Macht vertreten. Die Protagonisten stimmen, die Welt auch, was ist es denn dann, was meinen Punktabzug rechtfertigt?

Die Gestaltung des Buches gleicht einem Märchen. Es beginnt gut und seicht, bereitet sich auf den großen Knall vor und später geht es darum, den Urzustand wieder herzustellen. Soweit so gut, denke ich. Frau Gerdom hat dann auch die zwei Ebenen gut miteinander verbunden. Aber was mir fehlt, ist das Verständnis für mich als Leser. Wie konnten die Welten so zusammenpassen?

Ich weiß selbst, dass es im Märchen vor allem um das Wunder geht, dass niemand infrage stellt. Aber ich als Leser habe genau hier meine Probleme gehabt. Ihr könnt mein Problem erst richtig verstehen, wenn ihr das Buch gelesen habt, denn sonst würde ich euch hier eine Menge verraten.

Aber weil ich nicht sicher bin, ob es nur mit meiner persönlichen Einstellung zum Buch zu tun hat, komme ich auf 3 – 4 Bücherpunkte. Tendenziell eher vier Punkte, weil die Welt mit viel Liebe gestaltet ist.

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Geschrieben von - April 20, 2012 in Fantasy, Jugendbücher

 

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Smalltown Girls 01 – Mint

SmallTown Girls 01

Der Tod kommt selten allein

Josephine Mint

Beltz&Gelberg, 2012

978 3 407 81106 0

14,95 €

Kauf’s

Rezensiert für: BloggDeinBuch

Bis zu einem bestimmten Tag ist alles in Ordung. Charlie und Lu sind unzertrennlich – Freundinnen bis in den Tod. Sie wissen nicht, wie wahr diese Worte sind. Nach einem Streit, der sich nicht aus der Welt schaffen lässt, haben sie eine gemeinsame Vision: Sie werden sterben!

Während Lu alles verdrängt, mit Charlie nicht mehr redet und anfängt sich seltsam zu benehmen, will Charlie alles dafür tun damit sie nicht sterben.

Aber wie viel kann sie allein ausrichten?

Es ist wie immer. Ein Cover springt mich an, eine scheinbar spannende Geschichte will erzählt werden. Und lässt mich dieses Buch, der Anfang einer Reihe ratlos zurück. Aber lest selbst, warum dies so ist!

Charlie und Lu sind am Anfang dicke Freundinnen. Und das macht sie greifbar und sympathisch. Sie scheinen einen aufgeschlossenen Charakter zu haben, sie leben ihr jugendliches Leben und sind zum Teil sehr selbstständig. Da wundere ich mich schon etwas, dass Charlie bei ihren Eltern “oben drüber” wohnt und mal eben die ganze Zeit wegbleiben kann. Wie alt waren die beiden noch mal? Ich dachte sechszehn. Scheint auch zustimmen. Da ist eine Freundschaft etwas Normales, auch Eifersucht in eben jener Freundschaft scheint normal. Kleine Probleme mit dem Selbstbewusstsein sehr ich voll und ganz ein und auch der erste Freund darf in diesem Alter nicht fehlen.

Auch erste Erfahrungen mit Alkohol und meinetwegen auch Drogen, mögen zum Teil noch in Ordnung sein. In Maßen und nur manchmal mit elterlichem Ärger danach. Aber Lu und Charlie gehen feiern, trinken oft, rauchen viel und probieren auch Drogen aus. Ohne, dass die Eltern etwas sagen. Lu wird sogar relativ wenig zuhause wahrgenommen. Wie wirkt also so ein Buch und solche Verhaltensweisen auf Kinder bzw. 12-Jährige, die das Buch lesen sollen? Ich kann so etwas verkraften und einordnen, aber die?

Die Geschichte an sich ist gut geschrieben, verfolgt von Anfang an einen Verlauf mit Höhen und Tiefen. Im Vordergrund stehen hier, nicht wie im Text angekündigt die Prophezeiung, sondern eher die Freundschaft zwischen den Mädchen. Auch die Liebschaft nimmt einen sehr großen Teil ein. Das ist schön und auch nachvollziehbar, aber ich hätte mir mehr beratschlagen zur Prophezeiung gewünscht oder ähnliches.

Als ich ungefähr 70 % der Geschichte gelesen hatte, beschlich mich das Gefühl, dass die Geschichte mich unzufrieden zurücklassen würde. Dies tat sie tatsächlich. Zum einen wahrscheinlich, weil danach noch Teile folgen werden und man nicht alle Geheimnisse verfolgen kann, zum anderen aber auch, weil es viel zu viele Lücken gibt, die nicht gefüllt werden, sie aber gefüllt werden müssten.

Schade, denn die Aufmachung und auch der Stoff, aus dem die Geschichte ist, lässt eine gute Geschichte vermuten. Durch den Schreibstil, das Cover und die gute Grundidee komme ich auf 3,5 Bücherpunkte.

 
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Geschrieben von - April 9, 2012 in Jugendbücher

 

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Das kalte Herz der Schuld – Jarzab

Das kalte Herz der Schuld

Anna Jarzab

978-3570307670

8,99€

Sie ist tot und die Brücke gibt es immer noch. Dort liege ich nun und schaue hinaus zu den Sternen. Warum sie und wer brachte sie um? Aber ich darf mich so etwas nicht fragen, denn die Welt dreht sich weiter, das letzte Schuljar beginnt…

Neily kann nicht vergessen, hat Albträume und dann beginnt wieder die Schule. Als Audrey, beste Freundin des Opfers wieder auftaucht und auch noch Nachforschungen anstellen will, weiß Neily nicht, ob er lachen oder weinen soll. Und schneller als ihm lieb ist, wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt und vielleicht der falsche Mörder im Gefängnis sitzt….

»Ein Mädchen, das ich liebte, war gestorben, war kaltblütig erschossen worden. 
Und ihr Tod verfolgt mich immer noch.« 

Neily ist der typische Highschool-Außenseiter. Erst ein Streber, dann endlich hat er eine heiße Freundin und wird auch so etwas wie hübsch. Aber er möchte alles richtig machen, liebt Carly abgöttisch und macht auch vieles falsch. Neily ist authentisch und auch sein Umfeld ist es. Man möchte, dass er vergessen kann, aber Audrey sein “Gegenpart” will lieber nichts vergessen. 

Sie will noch mal mit allen Freunden reden und wirklich wissen, was passiert ist. Sie ist hartnäckig, gewagt und in Liebesdingen ein wenig hilflos. Das ist auch die Schwachstelle der Figur, denn mit der Zeit ging sie mir ein bisschen auf die Nerven, wenn es um alte “neue” Lieben ging. Aber später sollte alles seinen Sinn ergeben, sodass man darüber hin wegsehen kann.

Die Geschichte wird einmal aus Neilys Sicht und später aus Audreys Sicht erzählt. Beide Charaktere beleuchten einen anderen wichtigen Teil der Highschool Welt und geben andere Gefühle preis. Es ist normal, dass man manchmal denkt, Neily ist ein Stalker und Audrey etwas zu eifrig, denn in dieser amerikanischen Welt passt das Verhalten einfach. Manchmal haben die Figuren Anwandlungen und benehmen sich so, als ob sie die einzigen Menschen auf der Welt wären. Dies ist auch an einigen bösen Charakteren gut zu sehen.

Es ist ein Jugendthriller, der mit seiner wechselnden Erzählperspektive, gut geschrieben ist. Einen Nachmittag lang geht man auf Verbrecherjagd und bekommt einen guten Einblick in das amerikanische Schülerleben. Allerdings sind mir manche Dinge zu langatmig, und bis man zum Ziel kommt, gibt es zu viele Wendungen, die den Thriller trotzdem etwas vorhersehbar machen.

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Geschrieben von - März 14, 2012 in Jugendbücher, Thriller

 

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Der Knochenacker – P.J. Parrish

Der Knochenacker

P.J. Parrish

Knaur, 2011

978 3 426 50108 5

9,99 €

Eine verlassene Farm im Süden Michigans: Vor neun Jahren ist Amys Mutter hier spurlos verschwunden. Nun kehrt das Mädchen an den Ort seiner Kindheit zurück, um herauszufinden, ob damals ein Verbrechen geschehen ist. Hat ihr Vater eine Gewalttat begangen? Aus Amy und Detective Louis Kincaid wartet ein verzwickter Fall….

P.J. Parrish begeisterte mich zuletzt mit: “Das Gebeinhaus”. Nun legt das Autorenduo noch einmal nach mit “Der Knochenacker”.

Was erwartet man von einem guten Thriller? Spannung, möglichst einige Tote, damit die Ermittlung nicht langweilig wird. Ein Ermittler, der etwas auf dem Kasten hat. Keine absurden Dinge, die einfach so nicht passieren können. Einen Mörder, den man nicht unbedingt gleich als solchen erkennt. Also die Kriterien stehen fest.

Als ich zu lesen beginne, treffe ich ein kleines Mädchen. Es trampt und ich denke:” Nichts mit Kindern.” Am schlimmsten ist es für mich, wenn Kinder in Thrillern auftauchen. Sie sind immer so angreifbar. Aber die Kleine ist gewitzt, schlägt sich gut durch, nur damit ich am Ende mit ihr auf einer Farm stehe.

Irgendwann lerne ich auch Kincaid kennen. Privatdetektiv, weil da irgendwann mal etwas war, der sich nun so durchschlägt. Hauptsache er ist nicht wieder eine gescheiterte Persönlichkeit. Pluspunkt für Louis: Er liebt eine Frau, ist also kein gebrochener Mann. Nachteil: Seine verworrene Vergangenheit, die wieder daran erinnert, dass jeder Polizist sein Päckchen zu tragen hat. Doch ich schreibe ihn noch nicht ganz ab.

Er hat diesen analytischen Blick auf das Ganze. Nicht nur auf Schwarz oder Weiß und er will das Mädchen schützen. Der eigentliche Verlierer ist noch nicht einmal das Mädchen sondern seine Mutter. Da hätten wie nun unsere Leiche, die eigentlich keine ist. Ihre Mutter ist verschwunden und nur ganz langsam wird dem Leser gewahr, was vor neun Jahren passiert ist. Einige Dinge sind schon geschickt eingefädelt. So treffen wir tatsächlich die Geliebte des Privatdetektiven ohne, dass sie die Handlung stört.

Wir bekommen einen tiefen Einblick in ein Leben ohne Mutter oder Vater. Und genau da passiert etwas, was ich nicht ganz verstehe. Der Thriller kippt. Plötzlich stehen andere Dinge im Vordergrund. Die Familientragödie, die Vergangenheit der Farm und ein Haufen Lügen, der völlig unverständlich ist. Schade, denn viel zu ermitteln gibt es nicht mehr. Die Vergangenheit verdrängt fast die Gegenwart, in der es um eine verschwunden Frau ging.

Außerdem gibt es paranormale Erscheinungen, die den soliden Aufbau des Thrillers verwischen. Es wir undurchsichtig und es erfolgt auch am Ende keine richtige Erklärung für die paranormalen Erscheinungen.

Bis zur Hälfte war es ein guter Thriller, der 4 Bücherpunkte verdient hätte. Durch die Phänomene und die Vergangenheit, die vieles verschluckten, werden es letztendlich nur drei Bücherpunkte.

 
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Geschrieben von - Februar 24, 2012 in Thriller

 

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Blown away – Terhi Rannela

Blown away

Terhi Rannela

Kosmos, 2011

978-3440123263

12,95 €

Ulrike hätte demonstriert. Ulrike hätte das nicht gut gefunden. Ulrike hätte…. Was ist Terrorist? Woran erkennt man ihn? Warum ist Andreas so komisch? Ich kann nicht schlafen. Ulrike würde…. Meine Mutter, warum? Ich forsche weiter. Ich bin gut in der Schule….. Ulrike ist mein Strohhalm….

Was sich etwas verwirrt lesen lässt, ist die Essenz eines Buches, das mich etwas verstört hat. Aura ist ein Mädchen, das in einer normalen, etwas grünen Familie aufgewachsen ist. Ihre Probleme beginnen früh, da niemand vernünftig mit ihr redet und sie selbst nicht viel sagt.

Im Rückentext steht, dass sie gemobbt wir, Ärger hat und auch sonst nicht glücklich ist. Leider trifft der Rückentext den Inhalt nicht sehr gut. Es gut um ein einsames Mädchen, das Halt sucht. Diesen findet es bei einem dubiosen, älteren Mann, der sie beginnt zu manipulieren. Was sehr interessant ist und vielleicht schon jemandem aufgefallen ist: Es geht um eine Ulrike. Und zwar um keine geringere als Ulrike Meinhof. Bei uns ist sie meist bekannt, in meiner Altersgruppe her noch ein Schatten als wirklich präsent. Und was die später Geborenen darüber noch lernen, kann ich nicht sagen.

Ulrike Meinhof wird ihr Wahn, ihr Vorbild. Dieses Buch erzählt nicht nur die Geschichte von Aura, sondern gibt auch den Blick frei auf Ulrike Meinhof. Erinnert wieder an die Frau von damals, die viele nicht mehr kennen. Es ist interessant, wie Geschichte wieder auferstehen kann, alt und verblasst und trotzdem wieder aktiv wird. Auch die Briefe, die zwischendurch im Buch auftauchen, tragen dazu bei, dass man mit Aura mitfühlen kann.

Terrorismus ist immer ein Thema und noch dazu ein schwieriges. So wie es hier aufgearbeitet wird, muss ich sagen, dass ich es mag, weil es eindringlich ist, zum Nachdenken anregt und die Gefahren verdeutlicht. Eine gute Schullektüre, dass könnte es sein. Um über Ulrike Meinhof zu lesen, um über Terrorismus zu lernen und geschützt zu werden. Warum nicht?

Nur am Ende lässt das Buch zu viele Gedanken zu. Ich finde, so eine Geschichte braucht einen richtigen Abschluss. Einen guten oder einen schlechten, aber einen Abschluss, damit man nicht allein zurückbleibt und sich Gedanken macht. Damit man Partei ergreifen kann für jemanden und weil man dann vernünftiger nachdenken kann. Dieser Grund ist es, der mich 3-4 Bücherpunkte vergeben lässt.

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Geschrieben von - Februar 16, 2012 in Jugendbücher

 

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Godspeed – Beth Revis

 Godspeed

Die Reise beginnt

Beth Revis

Dressler, 2011

978-3791516769

19,95 €

Die “Godspeed” ist ein großes Schiff. Eine Passagierin ist Amy. Doch sie weiß noch nicht, dass das Schiff noch nicht gelandet ist, denn sie wurde eingefroren.

Junior wird bald der Chef von diesem Schiff, aber noch muss er viel lernen. Er ahnt nicht einmal, dass es Geheimnisse auf der Godspeed geben könnte. Doch er ist neugierig und fängt an zu forschen…

Amy liegt immer noch eingefroren dort. Sie träumt von ihren Eltern, ihrem damaligen Freund.. Und dann kommt der Tag, an dem sie versehentlich aufgetaut wird…

Junior bewundert ihre roten Haare. So etwas hat er noch nie gesehen. Auf der Godspeed sehen alle Menschen gleich aus. Fasziniert will er sie weiter ansehen… Bis er sie eines Tages findet, während sie auftaut….

Zwei junge Menschen auf einem Raumschiff. Eine Gesellschaft, die gleich ist. Wie soll Amy dort überleben und kann sie Junior vertrauen?

Viele haben bestimmt schon dieses Buch gelesen und auch bewertet. Nun endlich hat auch das Bücherchaos es geschafft! Gesellschaftsversionen sind im Moment ziemlich in und man kommt nicht an ihnen vorbei. Was ich mich aber immer frage: Bieten solche Versionen Stoff für mehrere Bücher? Beth Revis musste mich davon überzeugen.

Was mir wirklich gut gefällt und das von der ersten Seite an, sind die wechselnden Kapitel. Ein Kapitel aus Amys Sicht, das nächste Kapitel aus Juniors Sicht. Besonders gut finde ich es, weil man sieht, wie unterschiedlich die Gedanken über die Godspeed sind.

Was mir leider von Anfang an nicht gefällt: Das Buch braucht 150 Seiten, bis etwas passiert. Erst als Amy endlich auftaut, können wir mit den wichtigen Dingen beginnen und es kommt Leben in die Geschichte. Aber was macht man nun 150 Seiten lang? Der Leser beißt sich durch, wandelt mit Junior über die Goodspeed, erlebt Überflüssiges, mal Interessantes und dann sehen wir endlich Amy.

Das sie ein Problem werden wird, ist dem Leser schon klar, als wir ihre Haarfarbe sehen, denn auf der Godspeed ist auffallen ein Problem. Sofort schrillen alle Alarmglocken bei mir, aber sie konnte doch nicht einfach umgebracht werden? Nett finde ich die Umschreibung: “Zu den Sternen gehen.” Sogar die kleinsten Details wurden bedacht.

Dass Amy am Anfang ziemlich verwirrt ist, kann man gut nachvollziehen. Überhaupt finde ich den Charakter von Amy viel besser als Juniors. Sie trägt ihre Gefühle zur Schau, sie ist nachvollziehbar und manchmal möchte man sie trösten. Junior hingegen bleibt oft blass und wankt mit seinen Gefühlen und Entscheidungen immer etwas.

Auch diese Geschichte verbirgt noch einige Geheimnisse, die zum Teil gelüftet werden und zum Teil nicht. Man braucht noch Stoff für Band 2. Außerdem gibt es Geheimnisse, auf die der Leser sehr schnell selbst kommt und einige, die ich nicht selbst lösen konnte.

Eine Gesellschaftsversion, die mich sehr an schon da gewesene Gesellschaften erinnert hat. Zum Teil ist die Geschichte gut durchdacht, auch wenn ich mir so ein großes Raumschiff zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen kann. Aber in 300 Jahren werde ich nicht mehr leben und kann nicht wissen, was da noch kommen mag. Das erzähle ich euch nur, weil ich es albern finde, dies als Kritikpunkt einzubauen und dem Buch nur 1 Stern zu geben. (gesehen bei Amazon).

Trotz der guten Ansätze schafft das Buch es nur auf dreui Bücherpunkte. Manko: Die 150 Seiten Vorlaufzeit. Ich finde das reicht ;)  

 
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Geschrieben von - Februar 15, 2012 in Jugendbücher

 

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Am Tag und in der Nacht – Macpherson

Am Tag und in der Nacht
Camilla Macpherson
List, 2011
978 3 548 61057 3
8,99 €
Niemand hat ihr gesagt, dass es so weh tun würde. Niemand hat erwähnt, dass etwas schon fehlen kann, bevor es überhaupt richtig dagewesen ist.
Die Erinnerung und das Leben sind im Moment zu viel für Claire und auch ihre Beziehung zu ihrem Mann Rob leidet sehr.
Doch da flattern plötzlich Briefe ins Haus von einer Daisy. Claire beginnt sie zu lesen und lässt sich ein auf eine Reise in die Vergangenheit und auf eine Reise in die Kunst, denn jeden Monat schaut sie sich fortan ein Bild im Museum an.
Normale, seichte Frauenbücher sind nichts für mich, aber hin und wieder einen schönen Roman mit geschichtlichem Hintergrund? Eine gute Idee. Und auch, dass es sich um Briefe und Kunstwerke dreht empfand ich als interessant.
Witzigerweise habe ich überhaupt keine Ahnung von den 13 dargestellten Gemälden und begab mich somit auf eine Reise ins Unbekannte.
In jedem Kapitel lernen wir einen kleinen Teil von Claire kennen, denn ihre Vergangenheit und ihren Schicksalsschlag präsentiert sie uns nicht auf einem silbernen Tablett. Ganz langsam nur wird klar, was Claire innerlich so zerrissen hat. Außerdem leidet man auch mit ihrem Mann mit, der oft nicht reagieren kann und auch immer nur alles falsch machen kann.
Die Briefe die Claire findet spielen in einem anderen Jahrzehnt. In jedem Satz spürt man aber auch dort die Gefühle und die Träume von Daisy. So hat man einen Einblick in zwei Leben. Ich verrate euch noch nicht einmal zuviel, wenn ich erzähle, dass wir mit Claire Gemälde anschauen gehen. Nur eines dieser Gemälde sagte mir etwas, aber durch das Abdrucken der Bilder, und der laienhaften, aber herzlichen Erklärung von beiden Frauen, konnte man sich die Bilder gut vorstellen. Man hatte immer das Gefühl mit vor dem jeweiligen Bild zu stehen.
Geschickt sind diese beiden Leben miteinander verknüpft. Von Trauer und Glück gleichermaßen geprägt werden beide Frauen ihren Weg gehen. Welcher dies ist, werde ich nicht verraten, denn ich finde, der Klappentext verrät viel zu viel. EIn kleines Geheimnis muss es doch noch geben, oder? Das ist dann auch mein Problem mit dem Roman. Vom Klappentext an ist man sich als aufmerksamer Leser bewusst, welches Geheimnis Claire mit sich trägt und vor allem wie der Roman sich entwickeln wird.
Später im Buch ist nichts mehr eine Überraschung, auch nicht als wir uns dem Ende näher. Ich las zu ende, was ich begonnen hatte, aber Freude machte es mir keine mehr. Da ich aber die Idee gut finde und etwas über Kunst gelernt habe, vergebe ich:
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Geschrieben von - Februar 7, 2012 in Romane

 

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