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Einsteins Versprechen – Rovira/Miralles

Einsteins Versprechen

Alex Soveira

Francesc Miralles

978-3471350515

18,00€

Albert Einstein war ein Genie. Aber was tat er, nachdem ihm der Nobelpreis verliehen wurde? Warum forschte er 34 Jahre an gar nichts? Oder gibt es da doch einen dunklen Fleck in seiner Biografie? Dieser dunkle Fleck ist es, den Sarah und Javier versuchen mit Leben zu füllen. Aber kann Javier Sarah vertrauen? Ist die Reise um die halbe Welt von Erfolg gekrönt?

Sehr geheimnisvoll beginnt diese Reise. Eigentlich ist reiner Zufall, dass Javier über Einstein reden muss und so wenig später geheimnisvolle Post bekommt. Diese Eingangsszene ist gut gelungen, Javier kann man sich vorstellen, er hat eine Vergangenheit, ist jetzt aber ein einsamer Mensch.

Geheimnisvoller ist da Sarah, die nicht viel von sich preisgibt und auch noch eine Frau mit zwei Gesichtern zu sein scheint. Manchmal ist sie mir suspekt, wie sie mit den Menschen umgeht, ist manchmal recht ruppig. Sie hat ein Geheimnis und um dieses muss der Leser sich nun auch kümmern.

Der Handlungsort Barcelona wird schon lange von mir vergöttert. Nirgends gibt es schönere Ecken, die in das magische Setting von “Einsteins Versprechen” passen könnten. Leider wird nicht allzu sehr mit dem Ort gespielt. Kurz sind die Beschreibungen, wo sich die Protagonisten gerade aufhalten. Auch als wir die Orte wechseln wie nichts, werden nur Namen genannt, kurz die geografische Lage genannt und das war es.

Etwas mehr Mühe haben sich die Autoren mit der einstein Thematik gegeben. Teile einer Biografie müssen noch von Javier mit Wissen gefüllt werden und so lesen wir immer ein bisschen mit. Ein Buch im Buch. Auch durch Gespräche zwischen den Protagonisten wird klar, dass sich viel Mühe mit der Recherche gegeben wurde. Wo hat Albert gelebt? Mit wem? Warum? Wen hat er geliebt? Ich würde jetzt nicht alles als Wahrheit verbuchen, was ich hier erfahren habe, aber vieles ist wahr und nachvollziebar.

So ist es reichlich verwunderlich, dass mir das Buch später nicht mehr gefällt. Sarah gibt keine Informationen heraus, wir sind zwei Tage im nirgendwo, drei Tage auf der Flucht und spielen 24 Std. mit dem Feuer. Da bleibt einiges auf der Strecke.

Als ich beim vierten Teil des Buches angekommen bin, will ich nur noch wissen, was Einstein herausgefunden hat. Seit einigen Seiten kann ich es schon erahnen und so ist es auch enttäuschend, dass ich recht behalte. Zwar ist die Einsicht von Einstein sehr schön, und er hat tatsächlich recht, die Enttäuschung, die das Buch bei mir auslöst, kann sie aber nicht wieder wettmachen.

So vergebe ich am Ende 2-3 Bücherpunkte, weil ich vieles als unzureichend empfinde, aber Albert Einsteins Leben einen sehr schönen Teil dieses Buches ausmacht.

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Geschrieben von - April 17, 2012 in Historische Schmöker, Romane

 

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Ailins Weg – Lensey Namioka

Ailins Weg

Lensey Namioka

Beltz, 2005

978-3407788979

Noch gebraucht zu erhalten bei Amazon.

China, um 1900: Ailin ist noch klein, weiß aber was sie möchte. Sie will laufen, springen und durch den Garten tollen. Aber wie soll sie das machen, wenn ihre Füße eingebunden werden? Von zweite Schwester erntet sie Verständnis und auch ihr Vater unterstützt sie.

Doch dann gilt sie nicht mehr als heiratsfähig? Was soll aus Ailins Leben werden?

Es ist das Porträt einer Generation in China, die im Begriff ist, einen Umbruch zu erleben. Vieles ändert sich, eine Revolution beginnt. Einen Kaiser wird es danach nicht mehr geben. Sogar Mädchen sind davon betroffen, denn es ist wichtig zu wissen, wie sehr ihre Familie an Traditionen festhält. Leider ist Ailins Familie traditionsnah und auch Ailin soll darunter leiden.

Es ist interessant zu sehen, wie ein Mädchen versucht mit einer einfachen Geste nicht nur ihre Welt zu verändern, sondern auch einen großen Schritt für alle Generationen nach hier zu tun. Die zarte, ruhige Ailin wird zum Wegbereiter.

Auch ihr Charakter blüht auf und sie verändert sich. In klaren Worten können sogar Kinder verstehen, dass es Probleme geben kann und Lösungen gefunden werden. Um den Einblick in eine andere Kultur zu bekommen, ist diese kurze Geschichte gut geeignet.

Wer etwas mehr erfahren möchte, muss sich weitergehend mit dem Thema beschäftigen. Auch mehr über die Revolution und andere Dinge, die in China zu diesem Zeitpunkt passiert sind, erfährt man wenig.

Trotzdem ist es ein solides, kurzes Jugendbuch.

 
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Geschrieben von - April 12, 2012 in Jugendbücher

 

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Du denkst, du weißt wer ich bin – Bailey

Du denkst, du weißt wer ich bin

Em Bailey

Ink, 2012

978-3863960230

17,99 €

Als die neue Schülerin den Klassenraum betritt, sieht sie aus wie jedes andere neue Mädchen. Strähnige Haare, unscheinbar, verbeulte Uniform. Aber sie hatte ein Geheimnis. Sie sollte ihre Eltern umgebracht haben. Meine Freundin Ami glaubt dieses Gerücht nicht, aber als die Neue mich anblickt, sehe ich verspiegelte Augen und mir läuft ein Schauer über den Rücken.

Irgendetwas stimmt hier nicht, vor allem wird es schlimmer als Katie die Neue zum Liebling an ihrer Seite macht und plötzlich wird einiges klarer….

Olive ist ein sehr stilles Mädchen, das eine Vergangenheit mit sich herumschleppt. Diese treibt sie dazu, schlecht sitzende Secondhand-Klamotten zu tragen, nur noch mit Ami zu reden und auch sonst nicht mehr interessant zu sein. Früher war sie einmal neben Katie, die Klassenschönheit ist, ein Star und Katies beste Freundin. Was Olive wirklich widerfahren ist, erfahren wir nur durch kurze Gedankengänge und wenn Ami etwas sagt.

Es ist nur eine Teenagergeschichte, jedenfalls möchte der Klappentext darauf anspielen. Irgendwie erwarte ich aber mehr. Etwas Unheimliches, Spannendes, denn außerdem soll es ein herausragender Thriller sein. Aber die Spannung bleibt aus. Zwar macht Olive sich oft Gedanken, was es mit Miranda, der Neuen, auf sich hat, aber gleichzeitig geht sie ihr aus dem Weg.

Plötzlich nach der Hälfte des Buches erschreckt es mich. Es läuft auf etwas hinaus, dass ich die ganze Zeit nicht bemerkt habe. Ich bin überrascht und will plötzlich sofort weiter lesen. Die leere Seite, die nun folgt, ist schnell weitergeblättert. Leider hält die Freude nicht lange. Olive, vorher zum Teil gewitzt, eigensinnig und verrückt, ist nun seltsam gedämpft. Hat sie seitenlang versucht ihrer Ex-Freundin Katie klar zu machen, was diese falsch macht, rennt Olive nun selbst in das Böse hinein. Nicht einmal macht sie sich darüber Gedanken, dass es gefährlich werden könnte. Sie ist einfach nur naiv, vergisst alle Vorsicht und alle Regeln. Sogar als sie gewarnt wird, schlägt sie diese Warnung aus.

Hat sie denn gar nichts gelernt?

Trotzdem wird das Buch nicht spannender. Das Ende ist etwas vorhersehbar und Olive wirkt am Ende nervig und nicht mehr verrückt liebenswert.

Die Idee ist toll und Manipulation auch in der Schule ein Thema. Doch hätte man es anders schreiben müssen, mehr Spannung in den Thriller legen und vielleicht die Unheimlichkeit anders auslegen. Denn, erst dachte ich: Es ist eine Teenagergeschichte. Dann gab es Wegweiser zu einer Fantasygeschichte um später befindet wir uns sogar fast in einer Krankengeschichte.

Drei Bücherpunkte für eine gute Idee, aber eine schlechte Umsetzung. Außerdem ist das Cover wunderschön anzusehen.

 

 
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Geschrieben von - März 12, 2012 in Jugendbücher

 

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Stadt aus Trug und Schatten – Gläser

Stadt aus Trug und Schatten

Mechthild Gläser

Loewe, 2012

978 3 7855 7402 7

17,95 €

Eines Nachts träumt sie von einem dunklen Raum. Sie liegt auf einer Liege, hat eigenartige Klamotten an und seltsamerweise hat ihr Traum keine Farben.

Nun kann Flora nicht einmal mehr in Ruhe schlafen. Dafür fühlen sich ihre Träume zu echt an. Und warum hat ihr Vater einen Gastschüler eingeladen? Flora ist völlig durcheinander.

“Hast du dich nicht schon einmal gefragt, was mit dem Bewusstsein der Menschen geschieht, wenn sie schlafen?”

Nach dieser Frage wird einiges klarer und Flora erkennt, dass sie Nacht für Nacht in Eisenheim aufwacht. Doch auch dort ist ihr Leben ein Chaos. Gefügelte Dinge sind hinter ihr her, Marian ist mal nett, mal eigenartig und über allem schwebt die Frage:

“Wo ist der Stein?” 

Dieser Buch ist, und das war eine wichtige Erkenntnis in der Leserunde, eine Trilogie. Irgendwann erscheinen bei Loewe die anderen Teile. Ich sage dies nicht, um Leser zu vergraulen, die nun stöhnen: Nicht noch eine Trilogie, sondern ich erzähle es solchen, die anders an ein Buch herangehen, wenn sie wissen: Es folgen noch einige Teile.

Die Thematik: Wo geht unser Bewusstsein, unsere Seelen hin, wenn wir schlafen, ist nicht unbekannt. Aber wie passt so etwas zu einem pinken Buch? Ehrlich gesagt, erwartete ich eine Liebesgeschichte. Was dann folgte, verwirrte mich sehr.

Am Anfang lernen wir Flora kennen. Sie ist ein normaler Teenager, der neben der Schule noch ihr Leben regelt, auf ihren Vater aufpasst und für die Haushälterin kocht. Und gleich denkt man: Da stimmt etwas nicht. Vor allem als Flora fast durchdreht als der Gastschüler Marian auftaucht. Sonst dürfen nämlich keine fremden Menschen in die Wohnung.

Sie heult und schreit und ich dachte: Dann beschwere dich doch ordentlich? Wenn du schon seitdem du neun Jahre alt bist den Haushalt führst, wo bleibt jetzt dein “erwachsen” sein?

Als wir in Eisenheim landen wird schnell klar, da stimmt etwas nicht. Flora scheint eine große Rolle zugedacht zu sein. Es geht um einen Stein, ihre Seele, die früher nicht wandern konnte, nun aber erwacht ist und nun aber ganz anders ist als die vorherige.

Mich hat dieses Seelenproblem völlig verwirrt. Wer, wann wandert und warum? Tatsächlich kommt noch dazu, dass es eine Fülle an Charakteren gibt, die man auseinanderhalten sollte, wenn man die Ränkespiele verstehen möchte. Und dann wäre da noch Gefühle, die manchmal sehr widersprüchlich ausfallen und/oder relativ kalt erscheinen.

Aber die Grundidee ist nicht schlecht. Eisenheim ist eine faszinierende Welt mit wunderbaren, witzigen Details. Dieses Kleinigkeiten habe ich mir auch für mein Leben gewünscht. Oder die Figur Marian, die zwiespältig ist und man nie weiß: Mag ich ihn, mag ich ihn nicht?

Am Ende bleibt vieles offen. EInige Handlungsstränge werden gut aufgelöst, ergeben aber zwanzig neue, die nun nach einer Lösung suchen. EInige andere Stränge werden gar nicht geklärt und so wartet man auf Band zwei.

Als Debüt, und Bücher schreiben ist schwierig, finde ich die Idee großartig, aber die Durchführung etwas holprig. Vor allem, da es mir zu viele Einzelheiten, Erzählstränge und Ränkespiele waren. Irgendwann kam ich als Leser nicht mehr mit.

Noch ein Wort zu der Sprache im Buch: Sie liest sich angenehm und schnell. Doch manche Erklärungen habe ich trotzdem nicht verstanden, da sie zu verschachtelt waren.

Es gibt von mir leider nur 2-3 Bücherpunkte.

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Geschrieben von - Januar 10, 2012 in Fantasy

 

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Zweilicht – Nina Blazon

Nina Blazon

Cbt, 2011

978 3 570 16117 3

18,99 €

Zwei Wirklichkeiten. Zwei Mädchen und ein Junge, der dazwischen steht.

Jay lebt in New York. Zwar nur für ein Jahr, aber so fühlt er sich weit weg von seiner Mutter und näher an seinen Vater. Dieser schrieb vor seinem Tod eigenartige Postkarten und irgendwie ist Jay immer noch sauer, dass sein Vater tot ist. Doch dann verliebt er sich in Madison. Lange, dunkle Haare und Indianeraugen, sie ist einfach perfekt. Aber warum fühlt es sich dann richtig an Ivy zu suchen, die so plötzlich in seinem Leben aufgetaucht ist? Was er nicht weiß: Auf ihn wartet eine andere Welt. Die Frage ist nur: Ist es richtig oder falsch, Ivy zu folgen?

Nina Blazon ist normalerweise eine tolle Schriftstellerin. “Ascheherz” habe ich geliebt mit Anlaufschwierigkeiten. “Faunblut” habe ich gemocht.

Nun war es fast schon Respekt vor der Autorin, dieses Buch zu Ende zu lesen. Was ist mit den verwinkelten, sich aber am Ende auflösenden Liebesgeschichte passiert? Mit denen, die in einer verwunschenen, wunderbaren Welt spielten? Wo es Gut und Böse gab und ich es nachvollziehen konnte?

Ihr merkt schon, da liegt etwas im Argen. Und das Problem ist: Ich fühlte mich zu dumm für dieses Buch. Alles beginnt verheißungsvoll. Wir lernen die eine Seite der Medaille kennen und dazu  noch Jay. Er ist ein Junge, der gerade etwas durcheinander ist, Verluste verkraften muss und etwas aufbrausend ist. Trotz dieser Beschreibung, die ich euch geben kann, musste ich oft nach wahren Gefühlen suchen. Jay kam mir manchmal wie ein Abziehbild vor, aber nicht wie eine literarische Figur, die in ihrer Geschichte lebt.

Fünfzig Seiten später steht meine Meinung fest: Die sind gut und die sind böse. Natürlich verrate ich nicht, wen ich meine ;) So weit so gut. Aber wie hängen die beiden Seiten zusammen? Kommt da noch was? Wann treffen sie sich, wenn sie doch so weit voneinander entfernt sind? Und wo ist die verwunschene Welt oder träume ich mit Jay die ganze Zeit nur vor mich hin?

Ich bin reichlich verwirrt, als ich auf Seite 250 angekommen bin und mich immer noch die gleichen Fragen nerven. Außerdem kommt in diesem Augenblick dazu, dass ich nicht recht hat. Gut ist jetzt Böse und mein vermeintliches Böse ist Gut. Die Verwirrung ist perfekt. Was ich mir bis jetzt zusammen gereimt habe, der Inhalt der Fragen: Wieso, warum und wer ist das?, fällt in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Was macht man dann auf Seite 250? Aufhören zu lesen? Ich war ein bisschen enttäuscht. Die Charaktere farblos, da zwei nur davon leben, dass sie Gegensätze sind. Einzig eine Person hat mir gut gefallen und das war der Cousin von Jay: Aidan. Da merkte man, warum er zweifelte, sich auf eine andere Seite schlug und vieles mehr.

Auf Seite 411 schlage ich das Buch erschöpft zu. Viele Fragen kreisen in meinem Kopf herum, ich bin nicht schlauer geworden. Es ist verwirrend, die Welt mit der verwunschenen Welt überlagern sich. Ich frage mich: Was ist jetzt Realität gewesen was nicht? Welcher zweite Namen gehört zu welchem ersten Namen?

Die Bewertung fällt mir schwer, einige kleine Dinge haben mir trotzdem gefallen. Die Sprache von Nina Blazon hat sich nicht zum schlechten verändert. Ich lese sie immer noch gern. Die Kapitelaufteilung war wieder gut gemacht. Und das Cover, zwar nicht wichtig für den Inhalt, aber für mein Auge, sieht toll aus. Auch die Grundidee ist toll, wäre nicht alles so verwinkelt, zum Teil gedrosselt und wieder losgelassen. Anders wäre besser gewesen.

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Geschrieben von - November 28, 2011 in Fantasy, Jugendbücher

 

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In den Augen der anderen – Picoult

In den Augen der anderen

Jodi Picoult

BasteiLübbe, 2011

978-3431038415

19,99 €

Mit manchen Büchern von Jodi Picoult habe ich auf dem Sofa gesessen und geweint. Mit anderen Büchern bin ich Kopfschütteln herum gelaufen und habe mich gefragt, was das soll. Nun habe ich ihr neustes Buch gelesen und bin mir nicht sicher, ob ich den Kopf schütteln und beschämt schauen soll oder ob ich die guten Dinge loben soll.

Jacob hat das Asperger-Syndrom, damit gehört er zu den Kindern, die an Autismus leiden. Zwar hat er eine andere Form und kann nur bestimmte Geräusche  nicht ertragen, ist intelligent, aber die Menschen gucken trotzdem. Sie wollen ihn nicht zum Freund, er ist anders.

Emma kämpft seit seiner Diagnose um Jacob. Nur deswegen arbeitet sie von zuhause aus, nur wegen Jacob vernachlässigt sie ihren anderen Sohn Theo und lebt einsam, nur um ihrer Kinder willen.

Es gibt noch einige Menschen mehr. Rich, dessen Beruf ihn zu etwas macht, was eine Gefahr für Jacob darstellt. Theo, der jüngere Bruder, der oft älter sein muss und zu letzt Jess, die immer ein Lichtblick an Jacobs Horizont war.

Doch was passiert mit einer arrangierten, funktionierten Welt, wenn eine Katastrophe über sie herein bricht? Wenn der Sohn verdächtigt wird, jemanden umgebracht zu haben?

Ich habe noch keinen Roman gelesen, der mich so viele Nerven gekostet hat und gleichzeitig manchmal so sensibel war. Jacobs Krankheit ist mit all seinen Facetten dargestellt. Wie bekommt ein Kind das Asperger-Syndrom? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Alles, wirklich jedes kleinste Detail ist erklärt. Stutzig wurde ich nur, als Jacob eigene Kapitel bekommt, als er selbst fähig ist, über sich selbst zu referieren.

Wir haben gelernt, dass Asperger-Kinder intelligent sind, dass sie viel Wissen schlucken. Aber wie habe ich Jacob einzuordnen, wenn er selbst über sich philosophiert, wenn er selbst seine Probleme erkennen kann und Lösungen sucht? Hinkt dann nicht die Geschichte? Vor allem weil sie auch damit spielt, dass er oft impulsiv handelt und nicht alles versteht?

Trotzdem habe ich weiter gelesen und jede Figur hat kapitelweise aus seinem Leben mit Jacob erzählt. Der Bruder, die Mutter, der Rechtsanwalt. Jeder kleine “Pups” (sorry) wurde erörtert und zerredet. Dadurch wurde das Buch langatmig an einigen Stellen und unwirklich, wenn es um Jacob ging.

Es ist nicht mein erstes Buch, das ich über Autismus lese und ich weiß auch, dass es andere Asperger-Kinder/Erwachsene gibt, die über ihr Leben geschrieben haben. Aber manches ist der Wahrheit am Ende nicht zuträglich und lässt die Konturen unnötig verwischen.

Zusätzlich war mein Problem, dass mit viel zu schnell klar war, wer wirklich angeklagt gehört bzw. was wirklich passiert ist. Nun wartete ich also nur darauf, dass auch die Protagonisten und/oder die Polizei darauf kamen. Und die Auflösung dauerte. Tatsache ist, auch am Ende gibt es kein wirkliches Ende. Wie wir uns das Ende vorzustellen haben, dass bleibt uns selbst überlassen, denn zu ende führt Jodi Picoult ihre Gerichtsverhandlung nicht.

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Geschrieben von - Oktober 31, 2011 in Romane

 

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Nightshade – Andrea Cremer

Nightshade 01 – Die Wächter

Andrea Cremer

Lyx, 2011

978-3802583810

12, 99 €

Calla wird immer wissen, wie ihr Leben abläuft. Ein gerader Weg ist ihr geebnet worden, schon als sie ganz klein war. Sie ist eine Kriegerin und als solche, die neue Alpha-Wölfin des neuen, jungen Rudels. Noch nie gab es ein drittes Rudel und wenn sie sich erst einmal mit Ren Laroche vereinigt hat, wird sich der Rest schon finden. Doch die vielen Regeln bringen Calla durcheinander und das Ren so ein toller Hecht ist, macht sie auch reichlich nervös. Und plötzlich taucht auch noch ein fremder Junge auf, der keine Angst vor den eigenartigen Verhältnissen an der Schule hat. Calla macht ihn neugierig, eine Neugier, die bald vielleicht bestraft wird…..

Wie man erkennen kann, sagen die Kapitelanfänge schon viel aus über die Gestalten um die es geht. Wölfe erschienen mir eine interessante Mischung, nicht immer nur die mögliche Paarung zwischen Vampir und Mensch.

Tatsächlich wird man ohne jegliche Vorwarnung in das Geschehen herein geschleudert. Das hat mich wieder mal irritiert. Gewünscht hätte ich mir eher einen langsameren Einstieg mit ein paar leichten Informationen zu den Charakteren und den Wächter. Zwar ist mir am Ende klar geworden, dass die wenigen Informationen am Ende zu einem großen Fiasko führen und so einen nächsten Band garantieren, aber selten habe ich mich zum Teil so allein gelassen gefühlt.

Die männlichen Wölfe protzen zum Teil vor Kraft und anders gearteten Gelüsten, die sie einfach so ausleben dürfen. Manchmal habe ich nur den Kopf geschüttelt und dachte nur: Wehr dich, Calla! Also mit gelebt habe ich schon und es gab auch einige Stellen an denen ich mir vorstellen konnte, das Buch ohne zu zögern weiter zu lesen. Leider sind mir viele Stellen dann doch zu emotionslos bzw. zu schnell verändern die Figuren ihr Tun und ihre Meinung.

Calla hat meiner Meinung nach mehr Lebenswillen verdient, manchmal strich sie mir zu schnell die Segel oder gab vor zu sehr anders zu sein. Das sie sich am Ende so entscheidet ( wofür wird nicht verraten) hätte ich über lange strecken nicht vermuten.

Schade, ich hatte mehr erwartet, wurde die ersten 100 Seiten recht gut unterhalten. Das Interesse flaute aber immer mehr ab und nun bin ich ernsthaft am überlegen, ob der zweite Band eine neue Chance verdient. Aber man kann nie wissen ;)

 
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Geschrieben von - Juli 15, 2011 in Fantasy

 

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Liebe macht doof – Verschiedene

Ich bin für Buchtipps immer offen. Egal ob Mutter, Facebook oder Twitter, meist schaue ich mir das Buch tatsächlich an.

Gabriella Engelmann also sagte auf Facebook:” Liebe macht doof!, ist auch eine gute Anthologie!” Und schon wurde es aus der Bibliothek ausgeliehen und nun gelesen.

Liebe macht doof! – Hrsg. Steffi von Wolff

Fischer, 2011

978-3596187102

8,95€

Hier treffen wir sie alle! Alle Arten von Liebe: Die doofe Liebe, die blinde Liebe, die aufregende Liebe, die Hundeliebe, die Joggerliebe und und und… Also ein hübsches Durcheinander begrüßt den gewillten Leser. Auch die Autoren und Autorinnen können sich sehen lassen.

Zuerst läuft mir also Oliver Uschmann über den Weg, der mich wieder hinab zieht in die “Hartmut & Ich” – Welt. Was dabei heraus kommt? Ich lache und lese die Geschichte auch meinen Freund vor. Später stolpere ich über Kertin Gier (Ganz nett!) und Jana Voosen. Frau Voosen schreibt hier für mich meine Favoritengeschichte, die nur noch dicht gefolgt wird von “Hundeliebe” des Herrn Gricksch.

Ja, manchmal habe ich mich amüsiert und manchmal kramte ich meinen Personalausweis heraus um zu sehen wie alt ich bin. Warum? Manchmal dachte ich, ich müsste jünger sein um diese oder jene Liebesgeschichte witzig oder traurig finden zu können.

Geschmack ist ja bekanntlich verschieden und so trifft es wieder zu, dass mehrerer kurze Geschichte auf einen Haufen, mir nicht alle gefallen können. Oder auch nicht alle lustig sind oder den Kern der Sache treffen, nämlich die Liebe.

Teilweise schön, teilweise nicht spricht der kleine Lesewicht.

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Geschrieben von - Juni 10, 2011 in Anthologien

 

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Flügelschlag- Jeanine Krock

Draußen schneit es und auf meinem Blog nun auch ;)

Was gibt es also schöneres als eine Engelsgeschichte zu lesen, die ein blütenweißen Cover hat? Ich muss ja gestehen, dass ich das Cover liebe, weil es einfach so schlicht ist und trotzdem weiß man sofort worum es geht. Vorweg ist noch zu sagen, dass ich aufgrund der Dicke des Buches lange abgeschreckt wurde und auch als ich es nun endlich zur Hand nahm, war es schwer zu halten.

Nun mögen einige sagen:”Benutzt doch eine Leselotte/Schmuserolle!” Aber es war ein Wanderbuch und da benutze ich so etwas nicht, einfach weil ich Angst habe, einen Knick in den Rücken zu machen.

Flügelschlag – Jeanine Krock

3453527070

Heyne, 2010

14 €

Plötzlich sitzt ein Mann in Junas Schrank. Er ist verletzt und unsagbar schön. Wie wir später erfahren ist Arian ein Vigilie, ein Wächterengel. Aber irgendwie ist alles geheimnisvoll an ihm. Warum ist er auf der Erde? Wieso kann Juna ihn sehen? Mit ihm sprechen? Zwischen Juna und Arian scheint es zu knistern. Aber wo ist plötzlich Junas Freundin geblieben? Soll sie den Engel küssen oder nicht? und vor allem kann sie Arian vertrauen?

Am Anfang nimmt die Geschichte so rasant an Fahrt auf, das sich als Leser fast auf der Strecke blieb. Wenn ein fremder Mann in meinem Schlafzimmer auftaucht, bin ich dann nicht wütend, müsste ich nicht Angst haben? Für mich entwickelt sich die Beziehung von Arian und Juna einfach viel schnell zum Guten. Man müsste doch echte Zweifel haben. Und da das Buch so dick ist, wäre es mir fast lieber gewesen, der Anfang dauert etwas länger.

Der Charakter der Juna hat mir trotzdem sehr gut gefallen, auch wenn ich manchmal nicht mit ihren Anwandlungen und Entscheidungen zufrieden war. Arian, als typischer Held mit Antiheldtouch, ist natürlich für Frauen ein hübscher, trainierter Mann, der uns zum Seufzen bringen soll. Hat er schließlich auch, obwohl ich den bösen Charakter fast noch einen Tick besser fand. Aber ich stehe nun mal lieber auf die dunkle Seite und muss nicht immer dem strahlenden, weißen Ritter hinterher laufen.

Der Handlungsverlauf ist gut aufgebaut und verfolgt eigentlich immer ein bekanntes Ziel, aber auch da störte mich, dass ich nach zwei Drittel des Buches das Gefühl hatte, wir laufen auf ein Ende zu und dann geht es noch mal weiter?

Fehlten noch Seiten, weil der Anfang so kurz war? Sicher bin ich mir da nicht.

Alles in allem würde ich dem Buch, noch drei Bücher geben für zwei Drittel des Romans und den schönen Arian sowie den bösen Gegenpart. Alles andere, wie die vielen Sexszenen und das wirre VErhalten der Figuren würde eher nur zwei Bücherpunkte bekommen. Ihr seht, dieses Buch spaltet mein Leserherz.

 
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Geschrieben von - Dezember 10, 2010 in Fantasy

 

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