RSS

Die Insel der besonderen Kinder – Riggs

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs

Pan, 2011

16,99 €

978-3426283684

Es sind nur Geschichten, Märchen. Das denkt Jacob mit neun, als sein Großvater einige Fragen immer noch nicht beantwortet. Es soll eine Insel geben, mit einem großen Haus und vielen besonderen Kindern. Aber auch die Fotos, die Jacob sieht, überzeugen ihn nicht. Warum denkt sein Großvater sich so etwas aus? Als Abraham immer eigenartiger wird und eines Tages anscheinend verwirrt bei Jacob anruft, will dieser ihn eigentlich nur beruhigen. Doch im Wald hinterm Haus findet er seinen Großvater und er ist tot…..

Ein faszinierendes Buch denkt man an die Bilder, die für sich selbst hunderte Geschichten erzählen. Ein schönes Buch, da die Aufmachung verwunschen ist, es gesickt ist mit Briefen und handschriftlichen Notizen. Aber wenn die Verpackung toll ist, wie ist dann der Inhalt?

Die ersten hundert Seiten packen mich. Ich fühle mich, als wäre ich selbst Jacob, der als Kind Märchen hört, erwachsen wird und nicht mehr daran glaubt, um sich später um seinen debilen Großvater zu kümmern. Schön, dass Charaktere so greifbar sein können. Und, was für ein hartes Los im Familienunternehmen zu arbeiten ;)

Der Großvater ist in den Rückblicken auf sein Leben, eine sympathische Figur, hat aber viele Geheimnisse. Kein Wunder, dass ich fasziniert bin, wenn er seine Märchen erzählt und man später die Wahrheit dahinter erfährt.
Schnell bildet sich eine Frage in meinen Kopf: Kann es sein, dass die schreckliche Wahrheit, einfach nur bunt und schmerzlich verpackt wurde? Dass sich das Buch um 180° drehen wird?

Was danach kommt, ist ein phantastischer Reigen aus alten, wunderlichen Bildern und der Tod des Großvaters. Hier beginnen die Veränderung und die Entwicklung von Jacob. Mal niedergeschlagen, mal neugierig dümpelt er die nächste Zeit zwischen seinen Entscheidungen hin und her. Und plötzlich wie aus dem Nichts, beginnt auch die Handlung vor sich hinzusiechen. Es geht nicht voran und auch nicht zurück.

Ein Ortswechsel hätte es spannend machen könne. Aber anstatt sich weiterzuentwickeln, lässt Jacob sich um den Finger wickeln und stellt für mich als Leser viel zu wenig Fragen! Sein Vater, später eine wichtige Person ist für mich eine Figur, die mir nichts gegeben hat. Falsche Entscheidungen, keine Entscheidungen, komische Entscheidungen: mit dieser Figur wurde ich nicht warm.

Für mich war die Geschichte um die Insel der besonderen Kinder erst phantastisch, anfangs nachvollziehbar und später sehr langatmig. Einige Brüche unter den Figuren und deren Entscheidungen machten es träge und schwerfällig. Die erhoffte Überraschung blieb am Ende die Entscheidung einer Person überlassen, die meiner Meinung nach, aber auch nicht nachvollziehbar war.

Außerdem mag ich keine Bücher, die am Ende so viele Verweise auf einen zweiten Teil haben, dass eine Leuchtreklame nicht auffälliger hätte sein können.

 
3 Comments

Geschrieben von - Mai 20, 2012 in Fantasy, Jugendbücher

 

Schlagwörter: , ,

Coco Chanel – Der schwarze Engel

Coco Chanel

Der schwarze Engel

Ein Leben als Nazi-Agentin

Hal Vaughan

Hoffmann und Campe, 2011

978 3 455 50226 8

22,99 €

Coco Chanel, die Modeschöpferin – die Ikone von Paris – des guten Geschmacks – des damaligen Lebens an sich

Für mich eine schillernde Persönlichkeit der Modewelt, obwohl ich selbst ein Modemuffel bin. Was hat sie noch so getan in ihrem Leben? Wo waren die Schattenseiten? Wen hat sie geliebt, wen gehasst? Konnte sie lügen? Konnte sie die Wahrheit sagen?

Konnte sie eine Nazi-Agentin gewesen sein?

Angefangen hat meine Liebe zu dieser Person mit einem Film: “Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft”. Irgendwann war dieser Film vorbei, zeigt er doch nur einen Ausschnitt ihres Lebens. Der Beginn ihrer Welt im Waisenhaus, ihr Singen in einem Club… Aber was kam danach? Welche Männer versuchten sie zu besitzen? Was tat sie im Krieg als Mode nicht sehr wichtig erschien?

Hal Vaughan hat mit seinem Buch einen tollen Einblick geschaffen in jene Zeit, die der 2.Weltkrieg verändert. Paris als Stadt der Mode, des Reichtums, aber auch der Besetzung, der Unruhen und die Stadt der Coco Chanel.

Zum einen erklärt Vaughan die Zusammenhänge zwischen Coco, ihren Männer und dem Naziregime. Aber wer waren diese Männer? Detailliert wird anhand von Bildern, Briefen und Urkunden erklärt, wie Coco eine Spionin wurde. Es ist zum Teil erschreckend, wie sehr sie Juden gehasst hat und wie sehr sie Frankreich verraten hat. Trotzdem war sie auch “nur” ein kleines Rädchen in der damaligen Kriegsgesellschaft. Aber sie kannte sie alle: Huxley, Picasso und auch Winston Churchill.

Tolle Bilder aus allen Alterslagen der Chanel geben einen guten Einblick in ihre Mode, ihre Hunde und ihre Veränderungen. Ihre Kinderzeit bzw. Jugendzeit wird hier vernachlässigt, aber ein Großteil ihres Lebens wird nachgezeichnet. Viele Fußnoten im Anhang machen die Archivarbeit von Vaughan nachvollziehbar und laden noch zum Stöbern ein.

Der populäre Sachbuchschreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich fühlte mich nie belehrend angesprochen und es war auch nicht langweilig.

Außerdem freue ich mich auf ein weiteres Sachbuch aus dem Hause Hoffmann & Campe:

Chanel No.5 – Die Geschichte des berühmtesten Parfums der Welt

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 19, 2012 in Sachbuch

 

Schlagwörter: ,

Maikäfer flieg! – Nöstlinger

Maikäfer flieg!

Christine Nöstlinger

Beltz, 2001

978-3407784759

7,95 €

Der Krieg ist vorbei, aber was kommt dann? Die Amerikaner, die Russen oder doch wieder Deutsche? Was heißt es besetzt zu sein? Und nicht mehr da wohnen zu können, wo man aufgewachsen ist? Wenn alles in Trümmern liegt und niemand mehr weiß wohin, tauchen manchmal sonderbare Freunde auf. Diese Geschichte handelt von einer Christine und ihrer Neugier, ihrer Aufgeschlossenheit trotzdem Krieg ist und ihrer Freundschaft mit Cohn.

Wie viele andere Kinder auch verbringt die Ich-Erzählerin viel Zeit bei ihrer Oma. Auch als die Bomben kommen und viom Haus nicht viel überbleibt, ist sie gerade dort. Man erfährt viel über die Menschen in iher Umgebung. Da gibt es das Opfer des Krieges: HanniTante, die immer mit ihrem Klappstuhl herumrennt. Oder der Onkel, der bei der SS ein hohes Tier ist. Davon profitiert sogar der Vater, als er ins Lazarett darf. Sehr gefallen hat mir die Familie von Braun. Die ältere Generation ist typisch pro Hitler, aber am Ende ganz plötzlich nur noch darauf aus ihren Besitz zu retten und in Sicherheit zu kommen. Die nächste Generation dieser Familie, hat schon wieder ein ganz anderes Bild über den Krieg und die Menschen, die mit ihm leben müssen.

Die Ich – Perspektive fördert die Identifikation mit dem kleinen Mädchen. Außerdem habe ich kein Problem damit gehabt, mir vorzustellen, dass sie tatsächlich in Wien lebt, denn es wird auch der Wiener-Dialekt benutzt.  Sehr realistisch finde ich auch die Kindersicht auf die Besatzer.

Wahrscheinlich wird es wirklich solche Freundschaften gegeben haben, auch wenn man sich kaum verstanden hat. Es ist mal wieder etwas Erfreuliches nach dem Krieg.

Das Buch lässt sich bestimmt gut mit Kindern im Alter von Christine lesen. Viele Sachen sind leicht verständlich. Nur Nachschlagen ist auch hier erwünscht bei einigen Wörtern.

 
Leave a comment

Geschrieben von - Mai 18, 2012 in Allgemein

 

Schlagwörter: , ,

Der Insider – Robotham

Der Insider

Michael Robotham

Goldmann, 2012

14,99 €

978-3442312504

Erst rettet Vincent Ruiz eine junge Frau, weil diese von ihrem Freund geschlagen wird und zum Dank wird er ausgeraubt. Als er versucht Holly aufzuspüren, finde er sie nicht sondern nur die Leiche von ihrem Freund. Angebunden und eine aufgeschnittene Kehle lassen auf einen bestialischen Mord schließen. Und ohne, dass Ruiz es merkt, befindet er sich in einem Strudel von Macht und Geld, der bis in ein anderes, fernes Land führt….

Michael Robotham ist euch bestimmt bekannt durch seine Thriller rund um den Psychologen Joe O’Loughlin. Auch ich bin wegen dieser Hauptfigur ein Fan von seinen Bücher. Ein Protagonist, der immer bei Joe auftauchte oder dem Joe half, ist eben jener Vincent Ruiz.

Erst ist es eine Umstellung, dass sofort und ausschließlich aus der Sicht des pensonierten Cops erzählt wird. Aber nach ein paar Seiten ist alles wieder wie immer: Witzige Gesprächer, ironische Bemerkungen, altbekannte und neue, tolle Charaktere.

Fasziniert hat mich vor allem, dass Robotham es geschafft hat, authentische, mitfühlende und toughe Frauenfiguren zu schaffen. Zwar sind die Attribute nicht in jeder Figur zu finden, aber dafür ist jede Frau mit ihrer Stärke wirklich realistisch beschrieben. Da gibt es Holly, die wenigen Menschen vertraut, aber eigentlich ganz gescheit ist, da ist eine Frau, die an ihren Zielen festhält und eine die liebt. Eine perfekte Mischung!

Das kleine Wiedersehen mit Joe ist genau richtig. Er wird nicht zu wichtig, aber treibt die Story voran. Also ist es kein gestelltes Wiedersehen, wie ich finde.

Vincent war für mich schon altbekannt und so gut wie immer. Aber all jene, die ihn nicht kennen: Freut euch auf einen Mann mit Ecken und Kanten, einer nicht all zu nervigen Familiengeschichte und keiner Selbstkontrolle. Vincent ist sehr sprunghaft. Sterben scheint für ihn manchmal nur eine kleine Nebensache zu sein. Das ist auch mein Kritikpunkt, denn auch wenn er Ex-Polizist ist, manches geht meiner Meinung nach einfach nicht. Irgendwann muss auch Vincent in seine Schranken gewiesen werden und sei es nur von Freunden und Familie.

Die Handlung ist am Anfang sehr verquer und auf mehrere Orte und Handlungsstränge aufgeteilt. Wem diese Aufteilung von vornherein nicht zusagt, dem sind die anderen Bücher wie “Adrenalin” und Amnesie” zu empfehlen. In diesen Büchern benutzt der Autor weniger Figuren und weniger Handlungsstränge.

Ansonsten hat mich der Thriller sehr gut unterhalten. Es gab die richtige Mischung Menschlichkeit, gespickt mit Action und einem guten Schuss Verschwörung. Kleine Abzüge bekommen die Handlungen von Vincent Ruiz. Deswegen gibt es von mir heute vier Bücherpunkte für “Der Insider”.

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 17, 2012 in Thriller

 

Schlagwörter: ,

[Dieses und Jenes] Als ob ich keine Lust….

… auf Rezensionen hätte. So muss es euch vorkommen, denn es gibt schon wieder einen gemischten Beitrag. Aber es sind schöne Dinge hier angekommen, ich habe einige neue Lesezeichen und einiges mehr zu berichten.

1. Neue Bücher 

2. Neue Lesezeichen 

3. Mein Zitat als Leseeindruck =)

4. Leseausblick

1. Neue Bücher 

Mein Weg zu dir – Nicolas Sparks (the book depository)

Hothouse Flower- Berwin (Mayersche)

Die verborgene Ordnung der Dinge – Gantheret (Mayersche)

Finding Sky – Stirling (the book depository)

Außerdem habe ich noch “Hannes” von Rita Falk gewonnen =)

2. Neue Lesezeichen 

Letzten Monat habe ich die liebe Ela gefragt, ob sie mir zwei Lesezeichen nach Wunsch machen würden. Sie hat, lieb wie sie ist, ja gesagt und alle meine Wünsche erfüllt. Nun darf ich euch meine zwei neuen, wunderschönen Lesezeichen zeigen:

Schön, oder? Wenn ihr auch Wünsche habt oder schon fertige Lesezeichen sucht: Schaut HIER vorbei!

3. Mein Zitat als Leseeindruck

Vor ein paar Tagen habe ich hier “Die Wildnis in mir” besprochen. Da Thienemann meine Rezension mochte, habe sie mich gefragt, ob sie etwas für ihre Internetseite verwendet dürfen:

Zu sehen ist es hier: Die Wildnis in mir

Da freut sich das kleine Bücherchaos-Herz sehr!

 

4. Leseausblick 

Es ist nicht so, dass ich keine Bücher gelesen habe ;) Aber gestern haben wir meine 1,3 in meiner Märchenhausarbeit gefeiert und da bleiben Rezensionen erstmal liegen.

Ausstehende Rezensionen: 

Die Insel der besonderen Kinder – Riggs

Der Insider – Robotham

Bitterschokolade – Pressler

Wobei ich bei dem letzten Buch nicht weiß, ob ich eine Rezension schreibe, weil es mir gar nicht gefallen hat. Vielleicht sind es die Erwachsenenaugen, die das Buch so stereotyp und verherrlichend wirken lassen.

Gerade lese ich: 

BZRK – Grant (Zuhause)

Coco Chanel – Der schwarze Engel (In der Bahn)

Ausblick:

Hannes – Rita Falk

Affinity Bridge – Geroge Mann

Tanz unter Sternen – Titus Müller

Memento – Baggott

Ein Moment fürs Leben – Ahern

So sieht der Plan aus ;) Mal sehen, was da noch dazwischen kommt.

 

 
3 Comments

Geschrieben von - Mai 16, 2012 in Allgemein

 

Schlagwörter:

Die eiserne See – Brook

Heute freue ich mich die erste Gastrezension auf Bücherchaos veröffentlichen zu dürfen. Es war toll, einem Buch eine neue  Chance zu geben. Und Christine war so lieb, eine tolle Rezension zu schreiben:

Die Eiserne See 01

Wilde Sehnsucht

Meljean Brook

LYX Egmont November 2011
Übersetzung Beate Bauer
ISBN 9783802586064
472 Seiten
Vom Verlag veröffentlichte Leseprobe:
http://www.egmont-lyx.de/mediadaten/images/lyx/Leseproben/Brook_Die%20Eiserne%20See_01_LYX_Leseprobe.pdf

Für 9,99 € als Taschenbuch im deutschen Buchhandel erhältlich.

Vor zweihundert Jahren übernahmen die Mongolen in England die Herrschaft.
Sie kontrollierten die Engländer, indem sie über die Nahrung Naniten, mikroskopisch kleine Apparate einschleusten. So wurden sie zu Buggern, also infizierten Menschen.
Der Pirat Rhys Trahaern befreite sein Land vor der Horde und erhält zum Dank den Titel „Eiserner Herzog“ vermacht.
Eine Leiche, die man 9 Jahre später auf seinem Anwesen findet, bringt die Inspektorin Mina Wentworth ins Spiel und somit auch in das Herz von Rhys.
Gemeinsam versuchen sie die Verschwörung, die die gefundene Leiche mit sich bringt aufzuhalten.

Bei „Die eiserne See” handelt es sich um ein Buch aus dem Genre Steampunk. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, weil ich das Genre noch nicht kannte und ich immer gespannt auf neues bin. Mein Urteil fällt ein wenig gemischt aus.Im Nachhinein positiver als beim Lesen selber.

Am Anfang wirkt die Geschichte etwas undurchsichtig. Die Autorin steigt im Prinzip gleich voll in die Geschichte ein und liefert die Erklärungen situationsbezogen, sodass die Begriffe Bugs, Bugger und Bounder für mich erst einmal etwas verwirrend waren.
Mina ist Inspektorin in London, doch sie hat keinen leichten Stand, denn sie entstammt aus einer Orgie, die ihre Mutter unter der Horde erleiden musste, und trägt daher das Hordenblut in sich, was den Hass der Mitmenschen auf sie zieht, da sie sie an die Zeit der Unterdrückung unter der Horde erinnert. Rhys ist ein ehemaliger Pirat, der England vor der Horde gerettet hat und deshalb in den Stand eines Herzogs erhoben wurde. Als eine Leiche von einem Luftschiff vor die Tür des Herzogs geworfen wird kreuzen sich die Wege der beiden. Beide sind von vornherein von dem anderen fasziniert und fühlen sich angezogen, doch für beide ist diese Anziehung mit Hindernissen verbunden. Mina, die selbst eine Orgie der Horde miterleben musste, hat Angst vor ihren eigenen Gefühlen. Und Rhys kann sich nicht zurückhalten und bedrängt sie mehr und mehr.

Nichtsdestotrotz machen sich nun beide gemeinsam auf die Suche nach dem Mörder und geraten dabei in eine Verschwörung, die ganz England betreffen könnte.
Die Beziehung zwischen Rhys und Mina wird jedoch sehr detailliert beschrieben -
vor allem werden die Sexszenen zwischen den beiden sehr ausführlich beschrieben. Man kann also sagen, dass sich das Buch dann doch zu sehr auf die (sexuelle) Beziehung konzentriert und die Geschichte nur noch als Rahmenhandlung mitläuft. Immer wieder fällt das Wort vögeln” und besonders bei den überhandnehmenden Sexszenen wird die Sprache immer vulgärer, welches nicht zum Stil des Buches passt.Auch die Charaktere und zwar alle haben ihren Charme und ihre Eigenheiten, werden jedoch leider in den Hintergrund gestellt. Und das was zwischen Rhys und Mina passiert hat mit Romantik wenig zu tun und nimmt absolut die Oberhand, was in meinen Augen überhaupt nicht zum Cover passt.

Der Geschichte an sich würde ich 3 Sterne/Bücherpunkte geben.

 
Leave a comment

Geschrieben von - Mai 15, 2012 in Fantasy

 

Schlagwörter: , ,

Der Blick nach vorn – Kazushinge

Der Blick nach vorn

Nojima Kazushige

Panini Books, 2011

978-3833222412

12,95 €

Die Katastrophe in Midgar hat ihre Spuren hinterlassen. Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Die einstigen Helden Barret, Tifa, Nanaki und Yuffie setzen alles daran, die Ereignisse zu verkraften und ihren inneren Frieden zu finden – jeder auf seine Weise. Doch vor ihnen liegt ein langer, steiniger Weg. Der Lebensstrom hat nicht nur die Metropole und ganze Landstriche in Schutt und Asche gelegt, sondern auch tiefe Risse in den Herzen jedes Einzelnen hinterlassen. Letztlich muss jeder für sich selbst herausfinden, wie er mit seiner Schuld umgeht und ob sie ihm für immer im Weg steht oder er daraus die Kraft schöpfen kann, auf ein besseres Morgen hinzuarbeiten. Denn am Horizont wartet irgendwo das verlorene Lächeln.

Final Fantasy habe ich schon oft gespielt. Ob VII, 13 oder mein persönlicher Lieblingsteil 10, immer mal wieder werde ich von diesem Spieleuniversum gefangen genommen. Diesmal sollte es ein Buch sein, das einige Lücken in der Geschichte rund um Final Fantasy schließt.

Angesiedelt ist das Buch zwischen Final Fantasy VII und Final Fantasy Advent Children (Film). Erzählt werden sollte das “Danach” einer großen Katastrophe. Nun bin ich zwar Fan, aber kenne nicht wirklich jede Figur. Die Hauptcharaktere kenne ich und auch viele Orte sind mir ein Begriff.

Am Anfang war ich dann aber doch etwas verwirrt, denn es taucht ein Junge auf: Denzel. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, woher ich ihn kennen soll, soll ich aber gar nicht. Es ist eine neue Figur, die mich erst mal aufs Glatteis geführt hat. Alle anderen Figuren sind Bekannte, Gemochte wie Gehasste.

Die Geschichte wird, versetzt mit Flashbacks, für jede Figur einzeln erzählt. Zusammengehalten werden sie von kleinen Zwischenkapiteln, gespickt mit dem Bösen. Die Idee ist ganz nett, teilweise bleiben aber Gefühle, sowie eine Identifizierung mit den Figuren auf der Strecke. Bei manchen Figuren konnte ich mir schwer vorstellen, dass sie solche Charakterzüge haben, wie sie im Buch beschrieben werden, denn im Spiel waren sie ganz anders.

Vielleicht muss man zwischen Buch und Spiel einen Bruch machen und sie nicht miteinander vergleichen, aber da das Buch eine Lücke füllen soll, sollte es dies auch angemessen tun.

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 14, 2012 in Allgemein

 

Schlagwörter:

Amerika liegt im Osten – Heike Eva Schmidt

Amerika liegt im Osten

Heike Eva Schmidt

Schwarzkopf&Schwarzkopf, 2011

978 3 86265 134 3

12,95 €

Rezensiert für Bücherkinder.de

Motte ist siebzehn und schwer verliebt. Dass ihr Schwarm, gerade einen tschechischen Mitschüler einfach so verprügelt hat, verdrängt sie. Ihr Schwarm fliegt in die USA und auch Motte will da unbedingt hin. Aber woher das Geld nehmen? Verlockend klingt da die Idee, ihre Oma in ihre Heimat nach Tschechien zu fahren.

Doch diese Fahrt ist gar nicht so einfach. Erinnerungen kommen auf, die Schwärmerei von Motte wird in Frage gestellt und dann wird klar, dass es nur eine Wahrheit gibt, die auch sehr grausam sein kann….

Das Cover zeigt ein Mädchen mit einem verträumten Blick, der Titel lässt den Leser erst etwas stutzen. Dann liest man den Klappentext und denkt: Na dann mal los Motte.

Am Anfang des Buches denke ich oft über Motte nach: Reagiert sie richtig? Warum denkt sie das? Und immer wieder vergleiche ich Motte mit mir. Wie habe ich für einen Jungen geschwärmt? Hätte ich das auch getan? Sie ist erst etwas nervig, weil sie sprunghaft handelt, nicht nachdenkt und verliebt ist. Ein echter Teenager!

Jeder kennt das: Familienfeier bei Oma und Opa und man selbst ist schon älter. Keine Lust ist meistens vorprogrammiert und dann fährt Motte sogar mit ihren Urgroßeltern nach Tschechien. Ein gute Idee, denn man sieht mal ein Land, über das ich nicht viel wusste. Im Auto herrscht am Anfang ein eisiges und unsicheres Klima. Man kann es spüren, denkt mit Motte mit und versucht auch den Urgroßvater zu verstehen.

Für mich war es besonders ergreifend als die drei beginnen nicht nur ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern auch ihre Gefühle für einander. Heike Eva Schmidt lässt die Figuren frei wirken, lässt Motte reden wie ein Teenager redet und schafft es trotzdem unser Leserherz anzusprechen.

Motte wird in diesem Buch erwachsen. Schritt für Schritt auf einer großen Treppe läuft sie nach oben. Mal geht sie auch zurück, denn nicht alles leuchtet ihr sofort ein oder sie ist einfach bockig. Es ist ein toller, einfühlsamer Adoleszenz Roman, den ich für Jugendliche ab 15 empfehlen würde. Immerhin ist Motte schon siebzehn und auch die Thematik scheint mir für jüngere zu schwer verständlich.

Frau Schmidt hat es geschafft, dass Motte und ich noch Freunde geworden sind und sie gibt den Lesern zu verstehen, dass es nicht immer leicht ist an die Wahrheit heran zu kommen und mit ihr zu Leben.

Am Ende nehme ich ungern Abschied von Motte und vergebe 5 von 5 Bücherpunkten.

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 13, 2012 in Romane

 

Schlagwörter: , ,

Ein Jahr in Island – Tina Bauer

Ein Jahr in Island

Tina Bauer

Herder, 2011

978 3 451 06139 4

12, 99 €

Wo schätzt man Deutsche wegen ihrer Pünktlichkeit ? Und wo feiert man viel, um die trüben Gedanken zu vertreiben? Warum gibt es oft komischen Fisch zu essen? Und was hat es mit alle den Geistern, Trollen und Feen auf sich?

Island ist ein magisches Land. Rau, aber herzlich. Und hinfahren und dort bleiben ist recht einfach, außer man bringt ein Auto mit.

“Einmal, zweimal, dreimal: In kurzen Abständen prustet der Wal eine Wasserfontäne in die Luft. Dann macht er einen Buckel und taucht ab.”

Ich möchte auch einmal einen Wal sehen. Ohne Becken drum herum und “Wasserpark”. Eigentlich sind diese “Eine Jahr in…” Bücher immer nach dem gleichen Muster gestrickt. Aber glaubt mir, es gibt langweilig Länder und interessante Länder. Island gehört, und auch Tina Bauer trägt dazu bei, zu den interessanten Länder. Mit etwas ernst, auch Angst und Traurigkeit erzählt sie, wie es ist, in der Dunkelheit zu leben und auf den Frühling zu warten, wenn die Sonne wieder länger scheint.

Man ist nicht immer überall Zuhause und auch die Menschen sind nicht immer freundlich. Aber man kann lernen mit ihnen umzugehen und auch das Land kennen lernen.

Eine Anekdote über den ausgebrochenen Vulkan auf Island hat mir sehr gut gefallen. Man hat gesehen, dass wir Europäer auf dem Festland ganz schön aufgeschmissen sind und uns schnell aufregen. Dabei geht das Leben immer weiter. Egal ob mit einem Auto oder ohne ein Auto. Aber lest selbst ;)

 
1 Comment

Geschrieben von - Mai 12, 2012 in Sachbuch

 

Schlagwörter:

Tanja Heitmann im Bücherchaos + Gewinnspiel

Ich freu mich sehr, dass es geklappt hat. Lange habe ich gewartet und gehofft, dass alles glatt geht. Nun hat die liebe Autorin Tanja Heitmann sechs meiner Fragen beantwortet.

Es gibt auch einen besonderen Anlass. Vor ein paar Wochen ist der dritte Teil von “Schattenschwingen bei cbt erschienen. Gelesen habe ich es noch nicht, denn ich habe Angst mich von Sam und Mila verabschieden zu müssen.

Autoreninterview Tanja Heitmann

(Quelle: Randomhouse/cbt)

Danke, dass ich Ihnen sechs Fragen stellen darf.

Sehr gerne, vor allem weil es spannende Fragen sind!

1. Gerade ist der dritte Teil der Schattenschwingen-Reihe erschienen. Wie schwer ist es, eine Trilogie zu schreiben und den Erwartungen der Leser gerecht zu werden?

Eine Geschichte zu erzählen, die sich über mehrere Bücher verteilt und somit ausreichend Raum bietet, richtig schön auszuholen, ist für Autoren einmal eine wunderbare Sache. Man kann richtig in die Welt eintauchen, seine Geschichte detailreich ausbauen und man lernt seine Figuren über so viele Seiten hinweg in- und auswendig kennen. Was dann auch der Grund ist, warum der Spaß mit dem Abschlussband aufhört: die Trennung schmerzt.

Darüber hinaus stellt eine Trilogie handwerklich gesehen eine echte Herausforderung dar, weil man einen großen Bogen spannt für das Finale, aber die ersten beiden Bücher brauchen ja auch schon ein „kleines“ Ende. Außerdem müssen sich die Figuren entwickeln und mit jedem Buch muss etwas Neues eingeführt werden, damit der Leser nicht denkt „Ach, Mensch, das kenne ich doch schon alles.“

Natürlich ist es für einen Autoren wichtig, dass seine Geschichten den Nerv seiner Leser treffen, aber deren Erwartungen erfüllen? Ich befürchte, daran kann man nur scheitern, weil jede Leser eine andere Erwartungshaltung mitbringt. Das merke ich allein schon bei meinen Testlesern, wo dem einen die Spannung besonders wichtig ist, der andere die Liebesgeschichte im Mittelpunkt sieht und dem dritten die fantastische Idee gar nicht groß genug aufgezogen werden kann. Auf wen von den dreien soll am meisten Rücksicht genommen werden? Da steht man schnell ratlos da. Glücklicherweise verfügen Autoren über Instinkt (na ja, meistens) – und der hilft in solchen Fällen weit mehr als der Versuch, die Erwartung der Leser zu ergründen.

2. Sie führen Interviews mit Blogger, sie haben selbst eine wunderschöne Internetseite. Ist Ihnen Social Network wichtig und inwieweit profitieren Sie bei der Arbeit als Autorin davon?

Blogs, Facebook & Co. sind eine großartige Möglichkeit, sich unkompliziert über Bücher auszutauschen, ohne dass es allzu anonym abläuft – was ich persönlich wichtig finde. Ich habe sogar eine richtig feste Route aus Blogs und Foren, die ich regelmäßig abgrase, um zu schauen, wer gerade eine interessante Entdeckung gemacht hat oder womit beschäftigt ist. Für mich als Autorin ist es natürlich großartig, wenn ich von Lesern auf diesem Weg direkt Rückmeldung bekomme, wie sie etwa ein Cover finden oder ob ihnen eine Leseprobe gefällt. Im Moment genieße ich das sehr, da ich in diesem Jahr keine Lesungen gebe und trotzdem nicht befürchten muss, dass der Kontakt abreißt.

Meine eigene Internetseite weiß ich eigentlich erst richtig zu schätzen, seit sie eine aktive Gästebuchseite hat, über die man plaudern kann. Und ich liebe mein Blog! Es ist eine gute Möglichkeit, übers eigene Schreiben nachzudenken und dabei vielleicht auch anderen Schreiberlingen aus der Seele zu sprechen. Ich für meinen Teil stöbere zumindest liebend gern auf Seiten herum, wo ich dem Autoren einen Blick über die Schulter werfen darf.

3. Sie arbeiten in einer Literaturagentur. Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?

Die Dreifaltigkeit des Agententums besteht aus lesen, telefonieren und e-Mails tippen, in denen man das Gelesene oder gerade am Telefon besprochene einfängt. Im Prinzip geht es rund um die Uhr um Geschichten: Wie kann man sie besser machen? Welches Zuhause ist das richtige für sie? Welche Geschichte sollte die nächste sein? Nun, und gelegentlich wird auch mit Verlagen verhandelt, aber bis man soweit ist, wird viiiiiel Gelesen und Geredet. Und zwischendurch Schokolade gegessen.

4. Sie schreiben die Schattenschwingen-Reihe und nebenher immer wieder von Dämonen, Träumen und gruseligen Kreaturen. Woher nehmen Sie die Fantasie und die Ideen? Träumen Sie von neuen Protagonisten?

Ich wünschte, all diese Ideen und Figuren würden sich nehmen lassen, quasi wie aus einem Regal im Supermarkt. „Ich brauch da noch einen knallharten Helden mit dramatischer Vergangenheit. Und dann nehme ich noch die Nebenfigur mit Gewichtsproblemen, ich habe da nämlich noch ein Plätzchen frei im Bucheintopf.“ In Wirklichkeit ist es vielmehr so, dass die Ideen über einen herfallen. Fast jeder Autor kann erzählen, wie ihm eine Figur plötzlich in den Sinn kam, während er gerade ein Beziehungskrisengespräch führte, das er jedoch unterbrechen musste, um sich Notizen zu machen (danach hat er dann Unmengen von Zeit für Spontanbesuche seiner Figuren, weil er nämlich Single ist). In jedem sprudelt eine Quelle voller Ideen, für die manche von uns besonders empfänglich sind und die dazu auch noch den Nerv besitzen, sich stundenlang hinzuhocken und der rohen Idee eine Form zu verleihen.

5. Wird es mit Sam und Mila weitergehen oder müssen wir uns von diesem besonderen Pärchen leise weinend verabschieden?

Die „Schattenschwingen“ waren von Anfang an als Trilogie geplant und entsprechend sind die drei Romane auch aufgebaut. Allerdings fällt mir der Abschied schrecklich schwer und so träume ich zumindest von einem Fortsetzungsband, den es vermutlich allein aus Zeitgründen nicht geben wird – da haben sich einfach schon zu viele Ideen fest eingenistet, die jetzt erst einmal aufgeschrieben werden müssen. Aber eine Ahnung, was noch passieren könnte, gebe ich auf meinem Blog Ich hänge halt an Sam & Mila.

6. Auf was dürfen sich Ihre Leser als nächstes freuen: Gibt es schon ein neues, spannendes Schreibprojekt und sieht man Sie auf der Frankfurter Buchmesse?

Im Augenblick schreibe ich mit absoluter Begeisterung an einem neuen fantastischen Jugendbuch, über das ich leider noch nichts verraten darf – was mir ehrlich schwer fällt, denn ich habe lange darauf gewartet, diese besondere Geschichte endlich aufzuschreiben, und möchte am liebsten mit allem herausplatzen. Aber ich beherrsche mich. Unter größter Anstrengung. Vielleicht so viel: Es geht um ein düsteres Herrenhaus, einen ziemlich verrückten jungen Kerl und eine Heldin, die eigentlich nur ihre Ruhe haben will … aber von so etwas wie Ruhe ist sie meilenweilt entfernt. Es erscheint voraussichtlich Anfang nächsten Jahres und wird bis dahin wohl auch einen Namen haben ;-)

Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich in diesem Jahr nur als Agentin, was ich gar nicht so verkehrt finde, denn schließlich ist es eine riesige Lizenzmesse, sehr laut und trubelig. Da ist man als Autor oder auch als Leser in Leipzig oder LitCologne besser aufgehoben.

Und nach diesen spannenden Fragen gibt es für euch etwas zu gewinnen, denn ihr sollt mit mir zusammen etwas leiden, wenn Sam und Mila uns verlassen: 

Für alle, die Sam und Mila bis jetzt verfolgt haben, gilt die Frage: Wie findet ihr den Abschied von Sam & Mila? 

Für alle, die Sam und Mila noch nicht kennen, aber gerne den dritten Band gewinnen möchten: Warum wollt ihr dieses Buch gewinnen? 

Schreibt es bitte als Kommentar und schickt mir dann eine Email an: buecherchaos@web.de 

Beginn: 11.05.2012

Ende: 01.06.2012

 
30 Comments

Geschrieben von - Mai 11, 2012 in Gewinnspiele

 

Schlagwörter: ,

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 1,076 other followers