Ich freu mich sehr, dass es geklappt hat. Lange habe ich gewartet und gehofft, dass alles glatt geht. Nun hat die liebe Autorin Tanja Heitmann sechs meiner Fragen beantwortet.
Es gibt auch einen besonderen Anlass. Vor ein paar Wochen ist der dritte Teil von “Schattenschwingen bei cbt erschienen. Gelesen habe ich es noch nicht, denn ich habe Angst mich von Sam und Mila verabschieden zu müssen.
Autoreninterview Tanja Heitmann

(Quelle: Randomhouse/cbt)
Danke, dass ich Ihnen sechs Fragen stellen darf.
Sehr gerne, vor allem weil es spannende Fragen sind!
1. Gerade ist der dritte Teil der Schattenschwingen-Reihe erschienen. Wie schwer ist es, eine Trilogie zu schreiben und den Erwartungen der Leser gerecht zu werden?
Eine Geschichte zu erzählen, die sich über mehrere Bücher verteilt und somit ausreichend Raum bietet, richtig schön auszuholen, ist für Autoren einmal eine wunderbare Sache. Man kann richtig in die Welt eintauchen, seine Geschichte detailreich ausbauen und man lernt seine Figuren über so viele Seiten hinweg in- und auswendig kennen. Was dann auch der Grund ist, warum der Spaß mit dem Abschlussband aufhört: die Trennung schmerzt.
Darüber hinaus stellt eine Trilogie handwerklich gesehen eine echte Herausforderung dar, weil man einen großen Bogen spannt für das Finale, aber die ersten beiden Bücher brauchen ja auch schon ein „kleines“ Ende. Außerdem müssen sich die Figuren entwickeln und mit jedem Buch muss etwas Neues eingeführt werden, damit der Leser nicht denkt „Ach, Mensch, das kenne ich doch schon alles.“
Natürlich ist es für einen Autoren wichtig, dass seine Geschichten den Nerv seiner Leser treffen, aber deren Erwartungen erfüllen? Ich befürchte, daran kann man nur scheitern, weil jede Leser eine andere Erwartungshaltung mitbringt. Das merke ich allein schon bei meinen Testlesern, wo dem einen die Spannung besonders wichtig ist, der andere die Liebesgeschichte im Mittelpunkt sieht und dem dritten die fantastische Idee gar nicht groß genug aufgezogen werden kann. Auf wen von den dreien soll am meisten Rücksicht genommen werden? Da steht man schnell ratlos da. Glücklicherweise verfügen Autoren über Instinkt (na ja, meistens) – und der hilft in solchen Fällen weit mehr als der Versuch, die Erwartung der Leser zu ergründen.
2. Sie führen Interviews mit Blogger, sie haben selbst eine wunderschöne Internetseite. Ist Ihnen Social Network wichtig und inwieweit profitieren Sie bei der Arbeit als Autorin davon?
Blogs, Facebook & Co. sind eine großartige Möglichkeit, sich unkompliziert über Bücher auszutauschen, ohne dass es allzu anonym abläuft – was ich persönlich wichtig finde. Ich habe sogar eine richtig feste Route aus Blogs und Foren, die ich regelmäßig abgrase, um zu schauen, wer gerade eine interessante Entdeckung gemacht hat oder womit beschäftigt ist. Für mich als Autorin ist es natürlich großartig, wenn ich von Lesern auf diesem Weg direkt Rückmeldung bekomme, wie sie etwa ein Cover finden oder ob ihnen eine Leseprobe gefällt. Im Moment genieße ich das sehr, da ich in diesem Jahr keine Lesungen gebe und trotzdem nicht befürchten muss, dass der Kontakt abreißt.
Meine eigene Internetseite weiß ich eigentlich erst richtig zu schätzen, seit sie eine aktive Gästebuchseite hat, über die man plaudern kann. Und ich liebe mein Blog! Es ist eine gute Möglichkeit, übers eigene Schreiben nachzudenken und dabei vielleicht auch anderen Schreiberlingen aus der Seele zu sprechen. Ich für meinen Teil stöbere zumindest liebend gern auf Seiten herum, wo ich dem Autoren einen Blick über die Schulter werfen darf.
3. Sie arbeiten in einer Literaturagentur. Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus?
Die Dreifaltigkeit des Agententums besteht aus lesen, telefonieren und e-Mails tippen, in denen man das Gelesene oder gerade am Telefon besprochene einfängt. Im Prinzip geht es rund um die Uhr um Geschichten: Wie kann man sie besser machen? Welches Zuhause ist das richtige für sie? Welche Geschichte sollte die nächste sein? Nun, und gelegentlich wird auch mit Verlagen verhandelt, aber bis man soweit ist, wird viiiiiel Gelesen und Geredet. Und zwischendurch Schokolade gegessen.
4. Sie schreiben die Schattenschwingen-Reihe und nebenher immer wieder von Dämonen, Träumen und gruseligen Kreaturen. Woher nehmen Sie die Fantasie und die Ideen? Träumen Sie von neuen Protagonisten?
Ich wünschte, all diese Ideen und Figuren würden sich nehmen lassen, quasi wie aus einem Regal im Supermarkt. „Ich brauch da noch einen knallharten Helden mit dramatischer Vergangenheit. Und dann nehme ich noch die Nebenfigur mit Gewichtsproblemen, ich habe da nämlich noch ein Plätzchen frei im Bucheintopf.“ In Wirklichkeit ist es vielmehr so, dass die Ideen über einen herfallen. Fast jeder Autor kann erzählen, wie ihm eine Figur plötzlich in den Sinn kam, während er gerade ein Beziehungskrisengespräch führte, das er jedoch unterbrechen musste, um sich Notizen zu machen (danach hat er dann Unmengen von Zeit für Spontanbesuche seiner Figuren, weil er nämlich Single ist). In jedem sprudelt eine Quelle voller Ideen, für die manche von uns besonders empfänglich sind und die dazu auch noch den Nerv besitzen, sich stundenlang hinzuhocken und der rohen Idee eine Form zu verleihen.
5. Wird es mit Sam und Mila weitergehen oder müssen wir uns von diesem besonderen Pärchen leise weinend verabschieden?
Die „Schattenschwingen“ waren von Anfang an als Trilogie geplant und entsprechend sind die drei Romane auch aufgebaut. Allerdings fällt mir der Abschied schrecklich schwer und so träume ich zumindest von einem Fortsetzungsband, den es vermutlich allein aus Zeitgründen nicht geben wird – da haben sich einfach schon zu viele Ideen fest eingenistet, die jetzt erst einmal aufgeschrieben werden müssen. Aber eine Ahnung, was noch passieren könnte, gebe ich auf meinem Blog Ich hänge halt an Sam & Mila.
6. Auf was dürfen sich Ihre Leser als nächstes freuen: Gibt es schon ein neues, spannendes Schreibprojekt und sieht man Sie auf der Frankfurter Buchmesse?
Im Augenblick schreibe ich mit absoluter Begeisterung an einem neuen fantastischen Jugendbuch, über das ich leider noch nichts verraten darf – was mir ehrlich schwer fällt, denn ich habe lange darauf gewartet, diese besondere Geschichte endlich aufzuschreiben, und möchte am liebsten mit allem herausplatzen. Aber ich beherrsche mich. Unter größter Anstrengung. Vielleicht so viel: Es geht um ein düsteres Herrenhaus, einen ziemlich verrückten jungen Kerl und eine Heldin, die eigentlich nur ihre Ruhe haben will … aber von so etwas wie Ruhe ist sie meilenweilt entfernt. Es erscheint voraussichtlich Anfang nächsten Jahres und wird bis dahin wohl auch einen Namen haben
Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich in diesem Jahr nur als Agentin, was ich gar nicht so verkehrt finde, denn schließlich ist es eine riesige Lizenzmesse, sehr laut und trubelig. Da ist man als Autor oder auch als Leser in Leipzig oder LitCologne besser aufgehoben.
Und nach diesen spannenden Fragen gibt es für euch etwas zu gewinnen, denn ihr sollt mit mir zusammen etwas leiden, wenn Sam und Mila uns verlassen:

Für alle, die Sam und Mila bis jetzt verfolgt haben, gilt die Frage: Wie findet ihr den Abschied von Sam & Mila?
Für alle, die Sam und Mila noch nicht kennen, aber gerne den dritten Band gewinnen möchten: Warum wollt ihr dieses Buch gewinnen?
Schreibt es bitte als Kommentar und schickt mir dann eine Email an: buecherchaos@web.de
Beginn: 11.05.2012
Ende: 01.06.2012