
Tanz unter Sternen
Titus Müller
Blessing, 2011
978-3896674562
19,95 €
Für einen Pastor ist es ein Versuch seine Frau zurück zugewinnen, für eine junge Frau ist es der Beginn eines neuen Lebens und für viele andere ist es ein großes Unglück.
Pastor Singvogel liebt seine Frau und auch seinen Sohn Samuel. Aber immer wieder streiten sich seine Frau und er, um etwas wieder gut zumachen, kauft er Fahrkarten für die Titanic. Nele ist unglücklich und will die weite Welt sehen. Aber warum wagt sie gerade den Schritt auf die Titanic?
“Tanz unter Sternen” hat in mir einen schwierigen Leser gefunden. Zumal ich in den zwei Tagen ein “Muffeltief” hatte und ein anderes Buch mir das Leben schwer gemacht hat. Tut es im übrigen immer noch, aber naja. Die Titanic-Theamtik ist mir, wie ich glaube allen anderen auch, nicht unbekannt. Dieses großartige, schillernde Schiff feiert oft seine Wiederauferstehung: filmisch wie literarisch. Literarisch gefällt mir eine Auferstehung oder Wiederbelebung des Themas aber weitaus besser, wer hat “Titanic” – mit Leo und Kate nicht gesehen? Und wer brauchte noch einen Titanic-Film?
Also wie schwer stelle ich es mir vor, etwas Neues über die Titanic zu erzählen? Sehr schwer, meine ich ist es und umso gespannter war ich auf die Idee von Titus Müller. Dass, er mich dann förmlich aus den Socken haut, ist eine wunderbare Abwechslung gewesen. DANKE, Herr Müller!
Die Personen sind absolut liebenswert. Pastor Singvogel gefällt mir von Anfang an. Sein Lebensspagat zwischen Familie und Berufung ist gut vorstellbar. Und auch die Sorgen um und mit seinem Sohn sind schön eingebettet worden. Dinge, denen man am Anfang nicht viel Wichtigkeit einräumt, werden zum Ende hin Dinge, die die Geschichte antreiben und die Figuren zu ihren Handlungen anleiten. Meine persönliche Lieblingsfigur ist Nele, die natürlich eine der Hauptpersonen ist. Ihre leichte Art, Männer zum Reden zu bringen, zu tanzen und ihren Traum zu verfolgen, hat mich berührt. Außerdem mag ich es, wenn Figuren ihre Gefühle auf der Zunge tragen und trotzdem den richtigen Moment zum Aussprechen abwarten.
Eine Nebenfigur, zum Ende der Geschichte hin, hat mein Herz sehr berührt, und zwar ein Funker, der eine wunderbare, kurze und ergreifende Episode hat. Es sind auch die Kleinigkeiten, die auf der Titanic nach Titus Müller zusammenpassen.
Mehr möchte ich über die Personen und ihre Gründe auf die Titanic zu gehen, nicht verraten. Schon der Weg dahin, ist mit skurrilen Begegnungen, tollen Sätzen und viel Gefühl gepflastert. Ein bisschen erschreckend empfand ich die Naivität einer Figur, eine Figur überraschte mich mit ihrem Scharfsinn und dann habe ich einmal richtig Angst ausgestanden für die ich nicht einmal belohnt wurde.
Ein Buch, das auf einen Mikrokosmos Schiff spielt, auf dem so viel passiert, dass es zu einem meiner Lesehighlights geworden ist.
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Schöne Rezi und es freut mich sehr, dass dir das Buch so gut gefallen hat