Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann

Ullstein, 2012

978 3 548 28438 5

9,99 €

Diana Wagenbach ist gerade nichts wichtiger, als weg zu kommen. Ihre Mann hat sie betrogen, sie fühlt sich allein und ist durcheinander. Als auch noch ihre Tante stirbt, steht sie vor der Aufgabe, das Erbe anzutreten und einige Sachen in England zu klären. Dort erwartet sie ein Butler, ein großes Haus und ein mysteriöser Brief. Dieser Brief ist von Dianas Ururgroßmutter und deutet an, dass es ein Geheimnis gibt. Diana ist Feuer und Flamme, bietet ihr dieses Geheimnis doch Ablenkung und Halt auch wenn sie der letzte Spross der Familie ist….

Welchem Buch würde man nicht zu Füßen liegen, wenn es so eine Aufmachung hat? Die Schmetterlinge haben mich sofort verzaubert und ich war gespannt, was die vielen Schmetterlinge bedeuten würden.

Ein alter Brief als Prolog, der sofort ins Herz trifft. Irgendwem muss verziehen werden oder ist es schon passiert? Wer steckt hinter den Namen?

Mit Diana begeben wir uns auf Entdeckungsreise nach England. England wahrlich ein Ort an dem es einige Geheimnisse gibt und alte Herrenhäuser sind gute Kulissen. Auch Diana ist eine Frau, die auf Anhieb sympathisch ist. Gerade wird sie vom Schicksal gebeutelt, streckt aber den Rücken durch und geht weiter gerade aus. Auch Tränen scheut sie sich nicht und ihre Gedanken und Gefühle liegen offen vor dem Leser.

In der Realität um Diana herum gibt es nur noch wenige Figuren mit denen sich der Leser beschäftigen kann. Ihr Mann ist nur eine Randfigur, mehr ein Antrieb als Figur und auf ihrer Entdeckungsreise gibt es nur noch einen Menschen, den der Leser besser kennen lernt. Da bleibt nur noch der Butler, der wirklich very britisch ist ;) So stelle ich mir jedenfalls einen Butler vor: Diskret, aber liebenswürdig und loyal bis in den Tod.

Alle anderen Figuren leben in der Vergangenheit und sind schon gestorben. In Briefen oder Rückblenden (Träumen) lernen wir Großmütter, Urgroßmütter und Ururgroßmütter kennen. Am Anfang ist das sehr verwirrend. Eine heißt Grace, eine Victoria, aber das Grab, welches am Anfang wichtig ist, ist von Beatrice. Ich konnte sie einfach nicht auseinander halten. Alles Frauen. Besser wurde es erst, als aus den Hinweisen, seitenlange Rückschritte in die Vergangenheit wurden. Gekennzeichnet mit Ort und Datum lichtete sich der Wust an Personen.

Sogar exotischere Orte als England, besuchen wir. Sie sind bunt und warm, voller Freude und auch Trauer. Es ist der Mix, der die Geschichte verwebt und später auflöst. Und ich habe sogar einige Dinge dazu gelernt: Über Teeplantagen, Tiere und auch Namen.

Es ist ein Ausflug ins Alltägliche, aber auch ein Schuss Exotik fehlt nicht. Ich vergebe vier Bücherpunkte für einen angehauchten, historischen Schmöker.

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Eine Antwort »

  1. [...] Die Schmetterlingsinsel – Bomann (Rezension) [...]

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