
Das Labyrinth der Engel
Hannah Brebeck
Pendo, 2011
978-3866122840
16,95 €
Wie ein Schiff in der Seine liegt das Hôtel-Dieu im Schatten der Kathedrale Notre-Dame. Es ist ein Tag im März 1609, als die königliche Leibhebamme Louise Bourgeois in das klösterliche Hospital von Paris eilt. Ein Diebstahl hat die Oberhebamme Estienette Rimbault in eine heikle Situation gebracht, und sie hofft auf Unterstützung. Doch nehmen die mysteriösen Vorgänge bedrohliche Formen an: Nachts dringen seltsame Geräusche aus der Apotheke, eine Novizin macht eine furchtbare Entdeckung in der Kerzenzieherei, und eine dunkle Gestalt besteigt im Morgengrauen den Turm der Ungeborenen. Als eines Abends die Leiche eines Augustinerbruders gefunden wird, ahnt Estienette bereits, dass das geheime Vermächtnis einer Nonne bei alldem eine Rolle spielt. Und dass dies erst der Beginn des Schreckens ist….
Der Beruf der Hebamme ist schon immer faszinierend gewesen. Sie kümmern sich um neues Leben und sind seit man denken kann schon immer kritisch beäugt worden. Im Mittelalter gerieten sie in Verruf und wurden als Hexen verschrien.
Auch diese Gedanken führen dazu, dass ich zu diesem Buch greife.
Und genau dieses Wissen ist es, dass das Buch interessant macht. Hannah Brebeck hat sich Mühe gegeben, ein authentisches Bild der Arbeit von Hebammen im Mittelalter zu zeigen. Welche Tipps haben sie den gebärenden Frauen gegeben? Welche abergläubischen Dinge wurden getan? Welche Arzneien haben sie im Garten gefunden?
All diese Dinge werden ausführlich und verständlich in die Geschichte eingebaut. Leider passt dieses Wissen partout nicht zum Klappentext, denn der liest sich wie ein mittelalterlicher Krimi.
Zwar gibt es in diesem Buch tatsächlich Leichen, niedergeschlagene Nonnen und verschwundene Bücher, doch der richtige Krimi bleibt aus. Die Spannung vor allem fehlt. Man möchte zwischendurch gar nicht mehr wissen, wer der Mörder ist, denn andere Dinge rücken in den Vordergrund. Zum Beispiel die Frage, ob die Ärzte es tatsächlich schaffen werden ins Geburtshaus Zutritt zu bekommen. Diese Sachverhalte und Fragen sind interessant, tragen aber nicht zu dem mittelalterlichen Krimi bei.
Auch der Ort, Paris und Umgebung, ist toll beschrieben. Die Figuren, außer die Hebamme Louise, bleiben manchmal etwas blass. Die Wissensvermittlung über den Beruf der Hebamme und die Medizin der Zeit ist gut, alles andere hätte man anders formulieren müssen bzw. anders verpacken.
So komme ich auf drei Bücherpunkte für einen soliden Einblick in die Zunft der Hebamme im Mittelalter.




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