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Iwein – Hartmann von Aue

27 Jan

Iwein

Hartmann von Aue

de Gruyter Text

19,95 €

978-3110160840

Iwein, bekannt als der Löwenritter. Warum? Das erfährt man hier im Werk von Hartmann von Aue. Iwein, der ein guter, ritterlicher Mann ist und am Arthushof wohnt, reitet zu einer Quelle um dort gegen einen Ritter zu kämpfen. So lernt er seine Liebe kennen und will diese Frau heiraten.

Sein bester Freund Gawein warnt ihn davor sein bisheriges Leben zu vernachlässigen. Schnell würde eine Frau den Mann ablenken.

Es wird ein Pakt geschlossen. Iwein darf ein Jahr lang durch die Welt reiten und kämpfen, dann aber muss er nach hause zurück kehren.

Doch, oh weh, er verpasst den Termin zur Umkehr und das Unglück fängt erst an….

Da ich zuerst “Erec” gelesen habe, wusste ich, dass es um das “verligen” im Bettchen mit der Frau geht. EIn schlimmes Vergehen für einen Ritter, denn auch die höfische Kultur muss gepflegt werden. Iwein nun, ist das Gegenteil. Er weiß, was ein Ritter tun muss, schlägt dabei aber sehr gerne über die Strenge.

Und so kommt es, dass er die Treue zu seiner Frau nicht hält und vor Gram und Schmerz in den Wald flieht. Jedermann sucht Iwein, gefunden wird er später auch.

Fasziniert hat mich in diesem Buch, dass Iwein eine Verwandlung durch macht. Von einem Ritter, der für sich selbst kämpft, die Treu eines Ritters nicht ernst nimmt und sich sogar manchmal unhöfisch benimmt, wird er zu einem Menschen, der überlegt bevor er handelt.

Hartmann von Aue hat an einigen Stellen Ergänzungen vorgenommen, so dass wir mit der Minne (Anmerkung: der personifizierten Liebe) reden können bzw. Hartmann redet mit ihr. Auch ist Hartmanns Ausgabe um einige Strophen länger, da das Original von  Chrétien de Troyes etwas kürzer ist. Im Original ist es etwa um 1177 erschienen unter dem Titel: Yvain ou Le Chevalier au lion.

Hier einen Einblick in den Prolog:

Ein rîter, der gelêret was

unde ez an den buochen las,

swenner sîne stundeniht baz bewenden kunde

daz er ouch tihtennes pflac

(daz man gerne hœren mac,

dâ kêrt er sînen vlîz an:

er was genant Hartman

und was ein Ouwære

der tihte diz mære.

((Hartmann von Aue: Iwein, V. 21-30. G.F. Benecke, K. Lachmann, L. Wolf. Übersetzt von Thomas Cramer. Berlin)

Wieder mal ein mittelalterlicher Roman der genau so gut zur Lektüre geeignet ist, wie jeder normale Roman. Liebe, Leid und Freude – alles ist hier zu finden.

 
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Geschrieben von am Januar 27, 2012 in Historische Schmöker

 

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