Moin Stuhr,
vielleicht haben Sie noch nie einen Leserbrief erhalten. Glückwunsch, dann ist dieser hier ihr erster. Warum ich Ihnen schreibe? Nun es kann nicht angehen, dass ein zweiter Roman mit Ihnen als Ermittler, was für ein hochtragendes Wort für jemanden der eigentlich in Rente ist, auf den Markt kommt ohne das ich Ihnen mal meine Meinung sage.
Ich bin schließlich eine anspruchsvolle Krimileserin und habe ein Recht gute Krimis zu lesen! Finden Sie nicht? Aber beginne ich einmal von vorn. Schön, dass Sie damals in “Bädersterben” in Erscheinung getreten sind, böse Stimmen munkeln, dass St. Peter-Ording sonst als Urlaubsort völlig abgeschrieben gewesen wäre. Wer fährt schon gerne in ein Mörderparadies? Das habe Sie dann gut aufgeklärt und erhielten von mir nun auch ein “Gut” verliehen. Aber mal ehrlich Stuhr, wie viel Glück kann ein Mann nun eigentlich mit Jenny Muschelfang haben? Nun warteten vor allem auch die weiblichen Leser auf die Weiterführung ihrer Beziehung.
Und worüber muss ich mich im zweiten Fall, der bald erhältlich ist ärgern? Über Sie und Jenny. Aber da ich diesen Brief nun öffentlich mache, wird es Zeit einmal zu erzählen was ich darüber gelesen habe. Es schneit er Stuhr! Nein, nicht draußen. Ich habe mir schon gedacht, dass Sie eher zum Fenster laufen als meinen Wink zu verstehen. Sie waren ja schon immer ein bisschen langsam. Macht Sie aber symphatisch, keine Angst!
Wenigstens geben sie vor mit Frau Muschelfang in eine Vorstellung im Kieler Wasserturm zu gehen. Aber typisch Stuhr, müssen Sie sich gleich wieder in die Polizeiarbeit einmischen. Können Sie nicht mal jemanden alleine vom Dach des Gebäudes fallen lassen? Nein, sie lassen ihre Herzensdame alleine und müssen den Held spielen. Mensch, Stuhr! Ihr Freund Hansen will ermitteln, aber ach sind ihm wieder die Hände gebunden, was? Und Sie müssen wieder helfen? Können Sie nicht einmal nein sagen, oder gar nicht ihre Hilfe anbieten? Die Frau Muschelfang hat es schon schwer mit Ihnen, vor allem weil Sie, Stuhr ,eifersüchtig sind, aber auch nicht besser sind. Ich muss immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich an ihre Vergangenheit denke, von der Sie nicht die Finger lassen können. Aber genug davon, ich will ihr persönliches Leben hier nicht gänzlich ausbreiten. Gut, dass Sie diesmal nicht über St. Peter hergefallen sind, obwohl das was passiert ist für die jetztige Region wieder einmal schwierig wird
An sich ein schöner Fall und auch Sie Stuhr sind wieder mal ein guter Charakter mit Ecken und Kanten, doch manchmal ist mir ihr Eifer zu viel. Da seufzt das Herz, als sie auch wieder Oliver Heldt einbinden. Manche Dinge könnte Sie bestimmt auch allein
Und dann ihr Verhalten gegenüber den Frauen! So geht, dass nicht Stuhr. Es war fast eine Studie über Herzensbrecher und Vergangenheitsgeheimnisse. Ihr Ende geschieht Ihnen recht, denken Sie einmal darüber nach. Trotzdem möchte ich Ihnen sagen, auch ich hatte ein weinendes und lachendes Auge, als ich das Ende las. Manches haben Sie verdient und manches nicht. Ich fühlte mich gut aufgehoben, habe manchmal über Sie geschimpft, habe mich aufgeregt über Muschelfangs Freunde und empfand die “eine” Frau als sehr perfide.
Im übrigen ein Lob an ihren Ghostwriter Geisler. Da haben sie wieder den Guten ins Boot geholt, Sie und Kommissar Hansen. Er hat sich wieder viel Mühe gegeben, am Ende ihre bestimmt verworrene Recherche, gut zu beschreiben und vor allem spannend. Ich kann mir vorstellen, dass Sie eher ein langweiliger Erzähler sind! Da hat er das Beste draus gemacht, würde ich sagen.
Ich hoffe auch, dass sie nun den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden haben. “Friesenschnee” darüber rede ich die ganze Zeit. Ich wette, dass Sie dachte: Was will Sie von mir?
Nun will ich mal nicht so sein und bedanke mich für diesen zweiten Fall. Ich würde ihm wohl vier Sterne vergeben, falls sie mit der Seite Amazon und ihrer Bewertung zu Recht kommen Stuhr. Spannender Fall, tieferer Einblick in die Charaktere und Leben (ihres und den anderen fast netteren Figuren) und was mein nördliches Herz hoch schlagen lässt: Kiel und alles drum herum, wunderbar nordisch beschrieben und festgehalten.
Und noch ein Tip von mir Stuhr:
Jenny Muschelfang (falls sie mal wissen wollen, was sie so treibt. Im übrigen habe ich mir Jenny ganz anders vorgestellt und sage nun: Das sie überhaupt mit Ihnen zusammen ist
)
Mit freundlichen, nordischen Grüße
F. Huhnke
——– Wer ganz genau wissen möchte, wie es zu diesem Brief kam, wie ich meine Meinung fand und wie Stuhrs Leben weiter geht, lese dieses hier: ——-

Friesenschnee – Kurt Geisler
Gmeiner, 2011
11,90 €
978-3839211809
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Außerdem weise ich darauf hin, dass auch Bädersterben weiterhin ein gutes Buch ist. Im Zweifel müsst ihr auch nicht beide hintereinander lesen, dass Wichtigste erfahrt ihr auch im zweiten Buch nebenher.





Michaela G.
Juli 8, 2011 at 7:18 am
Hi Franziska,
wahnsinn, sehr gut geschrieben! Dachte erst, ähm was hat sie denn jetzt, hab mich aber sehr amüsiert.
Klasse Text, solltest Du öfter mal so schreiben *lach*
LG ELa
Bettina
Juli 8, 2011 at 8:40 am
Phänomenal, würde solch einen tollen Leserbrief gerne öfters bei dir lesen !
Sandy
Juli 8, 2011 at 9:25 am
Das ist ja mal genial und wirklich toll geschrieben!
Ich finde es schön, dass du dir immer wieder was neues ausdenkst.
Nanni
Juli 8, 2011 at 12:06 pm
Nun habe ich direkt Lust bekommen Herrn Stuhr auch mal kennen zu lernen
Ein schönes Wochenende
Nanni
Kommissar Hansen
Juli 8, 2011 at 7:05 pm
Hu, hu.
Ghostwriter Geisler dankt für die gnädige Rezension. Nicht die Staatskanzlei, aber das halbe Kieler Bildungsministerium hat sich heute scheckig gelacht.
Für die Person Helge Stuhr kann ich allerdings auch nichts. Der ist einfach so. Arme Jenny.
Die anderen Romanfiguren gibt es allerdings auch nicht.
Oder doch?
Nochmals Dank und Gruß an diesen tollen Blog
and keep on writing!
leselounge
Juli 12, 2011 at 7:30 pm
Ich bin hin und weg!