Interview mit Franca Düwel

Stellen Sie uns doch mal kurz die Person „Franca Düwel“ vor!
Franca Düwel hat schon als Kind jede Art von Büchern verschlungen, am liebsten die von Christine Nöstlinger und Erich Kästner. Mit fünf wollte sie Lehrerin werden, mit fünfzehn Journalistin und mit fünfundzwanzig Dramaturgin beim Film – was sie nach einem Literaturwissenschaftsstudium in Kiel dann auch geworden ist. Kurz nach der Geburt ihrer ersten Tochter hat sie sich die Kinderserie „Die Pfefferkörner“ ausgedacht und kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter „Julie“. Wenn sie mal gerade nicht schreibt oder liest, bringt sie mit Vorliebe sämtliche Termine ihrer Töchter durcheinander, lässt das Essen anbrennen, verbaselt den Haustürschlüssel oder starrt stundenlang in den Kühlschrank ohne zu wissen, was sie da eigentlich sucht.
Wie kamen Sie auf die Idee zu „Julie und Schneewittchen“?
Ich habe einfach drauf los geschrieben. Da ich als Jugendliche regelmäßig Tagebuch geführt habe, hat sich die Form ganz von selbst ergeben, und immer, wenn zwischendrin mal Zeit war, kamen ein paar Seiten dazu. Alles, was mir so in den Kopf kam. Ein paar Monate später haben sich die einzelnen Stränge dann miteinander verbunden und zu einer Geschichte gerundet. Zum Schluss war ich selber erstaunt, wie gut das eine ins andere griff, so als hätte ich den gesamten Plot schon von vornherein im Kopf gehabt.
Sie haben selbst Töchter. Beobachten Sie ihre Töchter manchmal und verwenden das Gesehene dann in ihren Büchern?
Meine kleine Tochter findet zurzeit Feen und Hunde toll, da ist Julie lange drüber weg. Und meine große Tochter würde mich wahrscheinlich erschlagen, wenn ich das, was sie mir erzählt, eins zu eins in meinen Büchern verwenden würde. (Und damit hätte sie auch Recht.) Julie ist Julie, meine Töchter sind in vielem ganz anders. Andererseits lebe ich 24 Stunden am Tag mit den beiden zusammen, und daher weiß ich, dass Justin Bieber gar nicht geht, der FC St. Pauli cool ist und Prinzessin Sakura nicht zu Lillifee gehört, und dafür bin ich ihnen schrecklich dankbar.
Wie sammeln sie Ideen? Und vor allem, gibt es einen bestimmten Ort an dem sie Ideen haben?
Da Ideen bei mir wirklich jederzeit und überall „aufploppen“, ich aber ständig vergesse, ein Notizbuch in der Handtasche mitzunehmen, kritzele ich meine Einfälle gern auf irgendwelche Notizzettel, Zuckertüten, Drogeriebons oder Servietten, die ich mir dann in die Hosentasche stecke, um sie nicht zu vergessen. Anschließend landet die Hälfte davon regelmäßig in der Waschmaschine, was zur Folge hat, dass ich später über zerkrümelten Papierresten hocke und verzweifelt versuche, eine Idee zu rekonstruieren, von der ich nur noch weiß, das sie absolut herausragend war und der Geschichte eine unglaubliche Wendung gegeben hätte.
Sie schreiben erfolgreich Drehbücher! Was tun Sie lieber, Drehbücher entwickeln oder Bücher schreiben?
Beides zu seiner Zeit. Im Moment schreibe ich aber – das muss ich zugeben – ein klitzekleines Bisschen lieber Bücher.
Haben Sie jemals daran gedacht, dass „Julie“ so erfolgreich sein könnte?
Nein. Ich freue mich jeden Tag wieder darüber! (DANKE!!!)
Wie fühlten Sie sich, als sie ihr erstes Buch in den Händen hielten und es in den Verkauf ging?
Witzigerweise bekommt man die erste Ausgabe des eigenen Buches oft erst dann, wenn es schon seit ein paar Tagen im Handel ist. Ich zumindest habe „Julie“ zum allerersten Mal bei ‚Weiland’ im ‚Mercado’ gesehen, zusammen mit zwei Freundinnen, und bin vor Stolz fast geplatzt! Die beiden haben verzweifelt versucht, irgendwann an diesem Nachmittag auch mal über etwas anderes zu reden, aber ich befürchte, ich habe selbst Gespräche über Mieterhöhungen, Hochzeitspläne oder das französische Versicherungsrecht hemmungslos mit so anspruchsvollen Fragen wie „Und wie gefällt euch der Einband? Und die Schriftgröße??“ unterwandert.
Und nun eine für mich ganz wichtige Frage: Wird es einen dritten Band um Julie geben?
Ja! Ich schreibe gerade daran!
Wie sind sie auf den Namen ihrer Protagonistin gekommen? Gibt es ein Vorbild?
Nein, aber ich fand den Namen schon immer wunderschön.
Wie hat Ihnen die Frankfurter Buchmesse gefallen? Und welche Eindrücke haben Sie von dort mitgenommen?
Ehrlich gesagt haben mich die Größe der Messe und die Menge der Menschen erstmal geschockt. Und natürlich die Tatsache, dass es mehrmals im Jahr soooooooooo viele neue Bücher gibt. Herr im Himmel! Zum Glück waren aber fast alle Gesichter, in die ich geguckt habe, freundlich und die Stimmung am „Arena-Stand“ war so gut, dass sich meine Scheu irgendwann gelegt hat.
Wie fühlt es sich an, wenn ganz viele Menschen um einen herum stehen und ein Autogramm nur von Ihnen haben möchten?
Toll!
Vervollständigen Sie bitte folgende Sätze:
Mein Lieblingsbuch ist…. “Tante Julia und der Kunstschreiber“ von Mario Vargas Llosa.
Wenn ich nicht schreibe, dann…. lege ich die einhundertfünfundvierzigste To-Do-Liste an, weil ich die einhundertvierundvierzigste gerade aus Versehen in den Müll geworfen habe und nun nicht mehr wieder finde.
Schreiben ist für mich …. schöner als Pralinen essen. (Und das will was heißen!)
Vielen Dank für das tolle Interview! Ich selbst liebe Julie und durfte auch von Frau Düwel ein Autogramm von der Frankfurter Buchmesse mit nach Hause nehmen.
Und hier eine kleine Überraschung:

Zu gewinnen gibt es: Ein Julie-Notizbuch (s. im Foto ganz recht) und ein Hörbuch von Julie. Nach dem Ende des Gewinnspiel bekommt ihr es vom Verlag zugeschickt!
Und da ich heute wunderbare Laune habt, müsst ihr nichts anderes tun, als mir die ISBN von den Julie Büchern zu schicken!
Beginn: 14.Feb.2011
Ende: 23.02.2011
Email an: buecherchaos@web.de
(Gerne mit Adresse, ist aber keine PFLICHT)




Angelina
Februar 14, 2011 at 9:22 nachmittags
Hehe
ich schreibe jetzt eine email .
Karin
Februar 14, 2011 at 9:42 nachmittags
Blöde Frage: ISBN-10 oder ISBN-13. Oder beide ????
franziskahuhnke
Februar 15, 2011 at 9:23 vormittags
Beide =)
Yvonne
Februar 16, 2011 at 11:06 vormittags
o.o Oh nein ich habe nur eine ISBN